Samstag, 5. Dezember 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag ? Samstag 5. Dezember 2020

Um 5:50 wache ich auf und bin wach. Im Radio die letzten Minuten der Liedermachersendung, dann das Samstags-Morgenprogramm

im Deutschlandfunk. Gegen halb sieben stehe ich auf und koche  Kaffee. Im Adventskalender sind zwei kleine Marzipanherzen. Mit den Herzen und Kaffee zurück ins Bett. Ich lese Internet und höre halb das Radio, der Liebste wird langsam wach. Wir erinnern uns an den schönen Abend mit D. und E. gestern. Als wir aufstehen ist es halb neun. Wir frühstücken ausgiebig und gehen dann des Liebsten Weihnachtswunschliste durch. Der Liebste telefoniert mit H. und bringt ihre Schuhgröße in Erfahrung, dann reicht er mir den Hörer weiter und wir besprechen auch noch einmal die Wunschliste und diverse Möglichkeiten sie umzusetzen. Ich bin froh, dass H. wirklich fröhlich klingt und einen gut gelaunten Eindruck macht. 

Ich setze meinen Geschenkplan für meinen Vater um, das zieht dann noch diverse Recherchen zu seltenen Rebsorten nach sich - ich bin sehr gespannt. Der Liebste macht derweil Schwimmbadquartette postfertig. Ich entscheide mich nach etwas Überlegen für das Fahrrad und richte mich für meinen Shoppingtrip nach Steglitz. Es kalt aber sonnig als ich um 11 Uhr losfahre. Mit meiner Ausrüstung (Langarmshirt, Wollstrickjacke, wattierte Winterjacke, Ammediesli, gefütterte Lederhandschuhe, Wollschal) ist mir angenehm warm auf dem Rad. Ich finde einen freien Fahrradbügel vor dem Boulevard, rüste einen Teil der Fahrradmontur ab und setze stattdessen die Maske auf, die Schloßstraße ist jetzt Maskenpflichtgebiet und es ist viel Betrieb. 

Am Lebkuchenstand kauft eine Frau das halbe Sortiment. Es dauert. Bei mir geht es schnell, nur zwei Tüten Elisenbruch. Leider akzeptiert das Gerät nicht die neue Kreditkarte. Nach zweimal angeblich falscher PIN gebe ich auf und zahle doch bar. Wieder draußen rufe ich den Liebsten an und lasse mir die PIN nochmal bestätigen - war alles richtig. Ich gehe zur Bank und ziehe zum Test 50 Euro mit der Kreditkarte. Funktioniert alles prima, lag wohl am Lebkuchenlesegerät und nicht an meiner Karte.

Als nächstes Werken, Spielen, Schenken. Der Laden ist genauso labyrinthisch wie immer und genauso voll wie immer vor Weihnachten. Ich finde trotzdem ein paar Knöpfe für die Jacke für K und bin froh, dass es hinter der Kasse einen geheimen Extra-Ausgang gibt. Bei Decathlon irre ich etwas durch die Gänge, finde dann aber alles wonach ich suche und diesmal klappt es auch mit der Kartenzahlung. Ullrich ist dagegen die Lebensmittelvariante des Spielzeuggeschäftes: großartige Auswahl, kompetentes Personal, aber labyrinthisch angelegt und viel zu voll. Ich bekomme zumindest einen Teil der Backzutaten und zwei schöne Stücke Käse.

Danach radele ich gemütlich zurück und genieße das spätnachmittägliche Licht - es ist kurz vor eins und die Sonne steht schon wieder tief, scheint aber die Straßenflucht hinauf. Kaum bin ich zuhause ruft mein Vater an. Er ist besorgt und rät mir, doch mal mit L. zu telefonieren. Während wir sprechen, versucht, M. mich anzurufen. 

Der Liebste hat inzwischen die Reste des gestrigen Minigelages abgeräumt und unsere Kalenderfotos auf dem Tisch ausgebreitet. Ich rufe M. zurück. Während wir sprechen, sortiere ich mit einem halben Auge die Fotos - M. glasiert derweil parallel seine Leckerle. Nach kurzer Unterbrechung, weil M. die Leckerle schneiden musste, telefonieren wir weiter, es klingt alles doch recht gut so. Dann versuche ich es bei L. und als ich ihn nicht erreiche, machen wir gemeinsam mit den Kalendern weiter. Irgendwann ruf L. zurück. Ich schildere mein Anliegen. L. bäckt Plätzchen mit den Kindern. Wir sprechen sicherheitshalber auf Englisch weiter. Als mir ungefähr klar ist, was los ist, vertagen wir den Rest des Gespräches auf Abends. Wir sortieren die Kalender zuende. Ich rufe meine Mutter an. Auch kein einfaches Gespräch. Danach brauche ich erstmal ein Kirschwasser. Wir essen den restlichen Apfelkuchen und trinken einen Kaffee dazu, dann kleben wir die Kalenderfotos auf, dazu gibt es noch ein Mirabellenwasser. Ich freue mich wie jedes Jahr sehr an den Fotos und daran, wie sie sich dann in sechs so verschiedene Kalender fügen.

L ruft zurück. Diesmal auf deutsch und alles nochmal ausführlicher. Wir brechen irgendwann ab, weil mein Festnetz klingelt. Mein Vater, diesmal weniger besorgt, er ist froh, dass ich mit L. sprechen konnte. Wir verabschieden uns. Der Liebste hat währenddessen Spitzkohl und Pilze gebraten und wärmt jetzt die Reste der Kürbissuppe und des Boeuf Stroganoff auf. Er hat auch schonmal zwei der dubiosen Rotweinflaschen geöffnet und eine entsorgt, die andere scheint ok, wir trinken sie zum Essen. Danach noch eine Mandarine zum Nachtisch. 

Der Liebste verpackt weitere Quartettbestellungen. Ich starte einen Brotteig. Dabei fällt mir ein, dass ich eigentlich Gräddimänner backen wollte und ich setze schnell noch einen Hefeteig an. Während der Hefeteig geht, schreibe ich diese Zeilen. Jetzt werde ich noch die Männlein formen und backen und dann vermutlich bald in tiefen Schlaf sinken.

 Auf zeit.de jetzt 1.165.000 Infektionen insgesamt, davon 125.000 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Tagebuchblogbeiträge sind hier.




Mittwoch, 2. Dezember 2020

Bluse mit Paisley-Druck

 

Diese

Bluse ist nach demselben Schnitt gearbeitet wie die letzten beiden. Diesmal mit kleinen Fältchen auf den Schultern ohne Gummizug und mit kleinem Knopf am Rücken statt vorne (versehentlich hinten eingeschnitten, aber es gefällt mir auch so recht gut). 

Andere selbstgemachte Mode findet sich auf Me Made Mittwoch.

Sonntag, 8. November 2020

Samstag 7. November 2020

Der Liebste steht irgendwann nach vier auf und frühstückt, ich mache mir einen Neskaffee und leiste mit einer Khaki Frühstücksgesellschaft. Der Liebste radelt los, ich gehe zurück ins Bett und bin ziemlich wach, also hole ich den Rechner und schaue mir die aktuelle Auszählung und die Coronazahlen an und schaue dann weiter Emily in Paris. Davon werde ich irgendwann ernsthaft hungrig, stehe auf, koche Kaffee und brate Rühreier, dazu gibt es ein paar grüne Oliven und Frühlingszwiebeln. Mit mehr Kaffee sehe ich weiter Emily in Paris und genieße das Faulsein. Gegen halb neun ziehe ich mich an und gehe zum Kaiser-Wilhelm Platz, zu dm, Rossmann und der Biocompany. Es ist mehr los als ich erwartet hatte und auch hier tragen inzwischen fast alle auch auf der Straße Maske (ich dann auch).

Ich trage alles nach oben und mariniere die Entenkeulen. Dann breche ich noch einmal auf, irgendwo muss die Stunde Bewegung draußen ja herkommen. Diesmal zu TK Maxx, unsere kleine Roasting Tin muss ersetzt werden, Lidl und Istanbul, die weiteren Zutaten für die Bolognese besorgen. Unterwegs nehme ich noch Croissants und eine halbe Mohnstolle mit.

Den Ikea-Plan gebe ich auf - so dringend ist das jetzt einfach nicht. Ich richte die Bolognese-Zutaten, brate alles an und fülle den Crockpot. Dann drittes Frühstück, diesmal mit Croissants, Käse, Obst, Marmelade. Ich hole den Wäschepuff aus dem Auto, sortiere, setze Wäsche auf und schiebe die Entenkeulen in den Ofen, danach mache ich es mir mit Strickzeug im Sessel gemütlich. Kurz nach halb drei kommt der Liebste nach Hause. Wir kochen neuen Kaffee und chillen mit Mohnstolle vor der Fortsetzung des American Barbecue Showdown. Ein herrlicher fauler Tag.

Kurz nach fünf gibt es dann die Entenkeulen mit Zwetschgen-Sauce, dazu Rosenkohl und Sellerie-Pastinakten-Stampf, begleitet von katalanischem Rotwein aus der Marktschwärmerei. Der Irrsinn ist vorbei, wir stoßen an und planen vage eine USA-Reise für Post-Trump-und-Corona-Zeiten.

Danach weiter gemütliches Sesseln und Fernsehen mit dem restlichen Rotwein. Um acht absolviere ich "Yoga Revolution Day 28" und verteile vor dem Insbettgehen noch die drei Wäscheladungen auf die verschiedenen Wäscheständer. Wir schauen noch weiter Barbecue Showdown und schlafen kurz nach zehn.

Jetzt auf zeit.de 660.000 Infektionen insgesamt, davon 125.000 in den letzten sieben Tagen.


Samstag, 7. November 2020

Freitag 6. November 2020

Kur nach vier wache ich von selbst auf. Ich halbschlafe noch etwas weiter, bis mein erster Wecker um viertel vor fünf klingelt. Nach den Fünf-Uhr-Nachrichten stehe ich auf, koche Kaffee, dusche, lese mich zum aktuellen Stand der US-Wahl schlau. Ich stelle die Heizkörper auf meine Abwesenheit ein, nehme den restlichen Salat aus dem Kühlschrank, leere alle Mülleimer und packe Rechner und den Wäschpuff ins Auto. Im letzten Moment erinnere ich mich an die Freitagszeitung und lege sie auch noch ins Auto. Um sechs fahre ich los und höre nebenbei erstmal noch den Cisek-Podcast. Sie wird von Folge zu Folge besser. Es nieselt ein bisschen, aber die Straßen sind leer, in meiner Fahrtrichtung so gut wie keine Lastwagen. Viertel nach sieben checke ich in der Zeiterfassung ein und gehe dann ans Werk.

Kurz vor zwölf logge ich aus und gehe auf den Markt. Auf den Straßen sind jetzt viele Leute mit Maske unterwegs. Bis ich auf dem Markt ankomme, habe ich das Gefühl, mich diesen Gepflogenheiten besser anzupassen und setze auch meine Maske auf. Beim Eiermann tausche ich meine leere Schachtel gegen eine volle, erstehe dann am Fischwagen einen geräucherten Saibling und warte dann länger vor dem Geflügelwagen und höre ungewollt Verkaufsgespräche am Gärtnerstand daneben mit ("Wat hammse den fürn Krapp, isset eher en großet Krapp oder mehr son kleenet Krapp? Wenn et en großet is, nehmse ma besser det andere Jesteck"). Schließlich bin ich dran und entscheide mich für zwei Flugentenkeulen. 

Mit den Einkäufen mache ich noch etwas Windowshopping und wandere zurück, lege alles gleich ins Auto, es ist eh kalt genug. Um  halb eins checke ich wieder ein und gehe bis kurz nach vier nochmal ans Werk. 

Das Navi prophezeit Ankunft in Berlin um 17:57. Ich schaffe es noch vor Einbruch der Dunkelheit bis zur Autobahn, dann wird es aber doch sehr schnell völlig dunkel. An einer Baustelle werde ich geblitzt. Ich verlangsame und werde gleich nochmal geblitzt. Beim dritten Blitzen wird mir klar, dass mich der LKW hinter mir anlichthupt. Vermutlich bin ich ihm zu langsam. Ich ärgere mich, lasse mich aber nich beirren, die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu fahren, Punkte kann ich nun wirklich gerade nicht brauchen.  Der LKW drängelt nach allen Regeln der Kunst, bevor er schließlich abfährt, leuchtet er mich nochmal fies an und hupt. Ich frage mich, ob vielleicht mit meinem Rücklicht etwas nicht stimmt? Es gibt keine gute Gelegenheit anzuhalten um das herauszufinden. Alle anderen Autos hinter mir verhalten sich normal. Ich fahre weiter und komme dann überraschend nahe an der Vorhersage um 18:04 auf unserem Hof an. Kurzer Check ergibt: alle Licher völlig ok. Ich steige mit Rechner und Lebensmitteln in den vierten Stock und bin einfach nur froh, zuhause zu sein. Der Liebste hat Tee und kocht kartoffelfreie Shepherd's Pie. Ich lese währenddessen am Küchentisch den Oranienburger Generalanzeiger. 

Die Pie ist sehr sehr lecker. Ich vermisse auch die Kartoffeln nicht (der Liebste schon). Danach bin ich satt und müde und mache mich gegen neun bettfertig. Wir schauen noch etwas "The American Barbecue Showdown" - eine Art Great British Bake Off auf Amerikanisch und mit Smokern. Einer der Teilnehmer muss auch im Original untertitelt werden. Ich schlafe ein, bevor es richtig anfängt.

Auf zeit.de jetzt 649.000 Infizierte insgesamt, davon 119.000 in den letzten sieben Tagen.


Donnerstag, 5. November 2020

was machst du eigentlich den ganzen Tag - Donnerstag 5. November 2020

Es ist wieder

Tagebuchbloggertag bei Frau Brüllen.

Der Liebste steht kurz vor vier auf, geht ins Bad und kocht Kaffee. Ich folge gegen viertel nach vier. Wir frühstücken zusammen (Müsli, Haselnussmilch, geriebener Apfel, dazu Kaffee). Ich bin garnicht mal so müde. Kurz voer fünf bricht der Liebste auf. Ich trinke weiter Kaffee, lese zur US-Wahl im Netz, räume ein bisschen auf, dusche, ziehe mich an (rotes Lieblingsstrickkleid) und steige dann kurz vor sechs ins Auto. Ich fahre bei sternklarem Himmel los, unterwegs wird es aber zunehmend diesiger und die aufgehende Sonne verwandelt die Landschaft in ein weichgezeichnetes Märchenbild. Kurz nach sieben bin ich da, finde einen passenden Parkplatz, bei dem ich nach etwas rangieren sogar aussteigen kann, und checke um 7:13 in der Zeiterfassung ein. Ich gehe ans Werk. Kurz nach zwölf ruft mein Mittagsspaziergangskollege an und wir verabreden uns für halb eins, Treffpunkt zwischen den Häusern. Es ist kalt aber sonnig. Wir nehmen den Weg hinter dem Gymnasium entlang zur Mosterei und dann zum Baumarkt, der auch eine integrierte Bäckerei und einen Obst- und Gemüsehandel beherbergt. Der Kollege deckt sich mit take-away-Mittagstisch ein und wir spazieren entlang der "großen" Straße zurück zum Büro. Ich werfe schnell meine Salatzutaten zusammen, bin aber nicht so glücklich mit der Menge und dem eher geschmacklosen Räucherfisch. Danach gehe ich wieder ans Werk.

Gegen halb fünf checke ich aus und fahre los. Ich beschließe mal den Gastank wirklich leer werden zu lassen. 4km vor der Abfahrt nach K. und 550 km seit dem letzten Tanken ist es soweit. Ich biege also in S. ab und fahre noch nach K. um zu tanken. Inzwischen ist es stockdunkel. Viertel nach sechs bin ich dann zuhause. Ich wärme die restliche Suppe von gestern auf, koche Tee, gebe noch Maultaschen zur Suppe dazu. Nebenbei smse ich mit J. der weiter den Zustand nach der Kündigung zu genießen scheint.

Ich esse und lese noch etwas in der Zeitung vom letzen Sonntag. Abwasch. Dann mache ich es mir mit Tee und ein paar Schokikugeln auf dem Schlafboden am Rechner gemütlich. Vielleicht streame ich jetzt noch ein wenig, oder ich gehe gleich schlafen.

Auf zeit.de jetzt insgesamt 608.000 Infektionen, davon 117.000 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Tagebucheinträge wie immer hier.

Mittwoch, 4. November 2020

Bluse aus Baumwolle-Seide

 

 


Diese

Bluse ist nach demselben Schnitt gearbeitet wie die letzte. Ein paar handwerkliche Details konnte ich diesmal verbessern. Leider war der Stoff sehr schwierig zu verarbeiten, vermutlich durch den 30% Seidenanteil. Angezogen fällt das aber nicht sonderlich auf.

Andere selbstgemachte Mode findet sich auf Me Made Mittwoch.

Sonntag, 1. November 2020

Sonntag 1. November 2020

 

Auf zeit.de jetzt 539.000 Infizierte, davon 104.000 in den letzten sieben Tagen. Den restlichen Post hat Blogger leider mal wieder verschluckt und ich mag es jetzt nicht nochmal schreiben.

Samstag, 31. Oktober 2020

Samstag 31. Oktober 2020

Kurz vor vier wache ich das erste Mal auf, gehe ins Bad, höre noch eine Weile Radio und schlafe dann weiter bis viertel vor neun. Ich stehe auf, koche Kaffee und kehre samt Kaffee zurück ins Bett. Wir sehen noch ein bisschen weiter an der Finalfolge von The Taste, über der ich gestern eingeschlafen bin und beschließen dann irgendwann die Sache als Frühstücksfernsehen fortzusetzen. Nach dem ausgiebigen Frühstück und Fernsehfinale widme ich mich dem Yoga: Day 27 von "Yoga Revolution", dann Duschen, anziehen, ein bisschen Haushaltskram und Einkaufsliste schreiben. Gegen eins gehe ich zur Biocompany und anschließend zu Lidl und decke uns für das restliche Wochenende und mich für die nächste Woche im Gartenhhaus ein. Der Liebste ist währenddessen zum Professional Scum Master avanciert. Wir feiern mit Kaffee und Haselnussschneckennudeln von gestern. Danach mache ich mich ans Bügeln. Ich erinnere mich, dass ich noch einen Netflix-Gutschein habe, und reaktiviere unseren Account. Leider ist "Great British Bake Off" doch nicht verfügbar, sondern wohl nur im US-Netflix. Schade. Wir schauen stattdessen (nochmal) Unorthodox, während ich die Wäscheberge abarbeite.

Kurz nach acht mache ich mich ans Kochen. Von Herrn Rau zur Food Scection des Guardian gelenkt, hatte ich dort gestern ein Rezept für "Vegetarian Toad in the Hole" von Ottolenghi gesehen, was nach dem großen Erfolg von "Vegetarian Wellington" erstmal nach einer guten Idee klang, bis mir klar wurde, dass ich keine Ahnung habe, wie "unvegetarisches" Toad in the Hole eigentlich schmeckt und funktioniert. Ich bin deshalb erstmal zu dieser klassischen Variante von Jamie Oliver umgeschwenkt - halbes Rezept und für jeden nur eine Wurst, dazu Brokkoli und Onion Gravy. Mir wird bewusst, dass das eigentlich ein Yorkshire Pudding ist, was ich zwar gerne esse, aber noch nie selbstgemacht habe. Es ist sehr viel einfacher, als ich immer dachte. Zwar stinkt die ganze Küche nach heißem Fett, aber es sieht spektakulär aus und schmeckt sehr sehr gut, dazu einen Rest Sauvignon Blanc aus dem Hochzeitstagspaket. Als Nachtisch gibt es Apfel-Zwetschgen-Kompott mit etwas Joghurt von glücklichen Kühen aus der Marktschwärmerei (oder "higher welfare" wie Jamie Oliver es nennen würde). 

Jetzt steht der Rest des Wäschegebirges zum Falten und Bügeln an.

Auf zeit.de jetzt 526.000 Infizierte, davon 100.000 in den letzten sieben Tagen.

Freitag, 30. Oktober 2020

Freitag, 30. Oktober 2020

Kurz bevor unser Wecker kurz vor fünf klingelt, wache ich auf. Der Liebste steht auf, irgendwann nach fünf stehe ich auch auf, wir frühstücken. Kurz nach halb sechs liege ich schon wieder im Bett und höre eine Folge des Ausbildungspodcasts an, gegen Ende des Podcasts schlafe ich noch einmal richtig ein, träume von einem großen Gemüsemarkt und wache dann um viertel vor acht wieder auf. Ich stehe auf, ziehe Sportsachen an, absolviere Tag 26 von "Revolution - 31 days of Yoga". Irgendwie anstrengend, aber auch gut. Ich ziehe mich richtig an, mache die Betten, räume das Frühstücksgeschirr in die Maschine, setze einen Hefeteig an und gehe an den Schreibtisch. Die Akademie meldet sich noch einmal wegen des abgesagten Lehrgangs. Wir sind alle schonmal vorsichtshalber auf einen neuen Online-Kurs Ende November umgebucht worden. Fände ich gar nicht schlecht, dann hätte ich noch einen weiteren Durchgang für alle Themen und lerne bestimmt noch mehr und gründlich, ich hoffe es kommt so. Jetzt werde ich aber erstmal ungeplant ab Montag wieder an meinem Arbeitsplatz sein. Ich rolle den Teig aus, streiche Haselnussmasse drauf, setze die Schnecken in eine Springform und heize den Backofen vor. 

S meldet sich und bittet unser Mittagsdate eine Stunde vorzuverlegen. Ich sage zu, schalte den Ofen aus, sperre die Backform in den Kühlschrank und gehe zur S-Bahn. Es regnet nur leicht, aber ich habe keine Lust auf die vielen matschigen Blätter auf dem Radweg. Jetzt schon traditionell, begehen wir den letzten Lunch vor dem Lockdown beim Inder. Wir tauschen neue Erkenntnisse zum Arbeitsmarkt aus und ich erfahre neues vom Irrsinn. Ich bewundere S' Regenschirm, der sich so zusammenfaltet, dass die trockene Seite außen ist - das ist gerade in der Bahn oder im Bus natürlich superpraktisch, außerdem sieht der Mechanismus spektakulär aus. Ich gehe noch schnell ins Schuhgeschäft, das leider Räumungsverkauf wegen Schließung angeschrieben hat. Von der erst etwas unwirschen Verkäuferin erfahre ich, dass die Mitarbeiter das auch erst seit einer Stunde wissen und gerade recht bedröppelt sind. Ich komme mir ein bisschen blöd vor, weil ich mich ja irgendwie doch freue, dass die Schuhe 20% günstiger sind als gedacht.

Mit den neuen Schuhen im Beutel nehme ich die nächste S-Bahn zurück nach Schöneberg. An der Bushaltestelle steht der Liebste. Er bricht gerade auf zur Subaru-Werkstatt, um unser Auto wieder abzuholen - mit oder ohne Reparatur brauche ich ja am Montag einfach wieder das Auto und bis jetzt hat die Werkstatt nicht angerufen. Ich gehe nach oben, stelle den Hefeteig wieder ins Warme und telefoniere noch mit meinen Eltern, danach Fortsetzung am Schreibtisch, bis der Liebste Stunden später wieder auftaucht. Das Auto ist wieder da, die Reparatur hat noch Zeit. Ich nehme die Hefeschnecken aus dem Ofen und gehe kurz zu Istanbul und hole noch Gelberüben, frischen Koriander, Knoblauch und Schwarztee. Anschließend Teatime mit Hefeschnecken. Zurück an den Schreibtisch, bis ich auch das letzte Skript wenigstens komplett durchgelesen habe. Der Liebste schaut derweil die letzen Minuten von Ninja Warrior. Ich schaue noch kurz mit und mache mich dann ans Kochen, inspiriert von Herrn Rau gibt es Smashed Carrots und Borani Yogurt mit Pistazienpesto nach Ottolenghi. Das ist mehr Arbeit als ich so gedacht hatte, schmeckt aber sehr sehr lecker. Dazu gibt es einen Rest Rotwein.

Nach dem Kochen sinke ich in den Sessel, lese ein wenig im Internet und schreibe diese Zeilen. Der Liebste steigt aus der Badewanne und braucht noch ein Kirschwasser.

Auf zeit.de jetzt insgesamt 509.000 Infizierte, davon 94.000 in den letzten sieben Tagen.


 

 

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Getupfte Bluse


Diese Bluse ist nach einer Bluse genäht, die ich vor acht Jahren in den USA gekauft habe. Es ist meiner absolute Lieblingssommerbluse. Deshalb habe ich in diesem Jahr endlich mal den Schnitt abgemacht und versucht, das Teil nachzunähen. 

Das Ergebnis ist handwerklich vielleicht noch nicht perfekt, aber ich bin zufrieden. Der Stoff ist ein sehr leichter bedruckter Baumwollstoff, die Konstruktion hat Raglan-Ärmel und ist an der Schulter mithilfe von Gummifaden gesmokt und anschließend der Ausschnitt inklusive Fältchen mit Schrägband eingefasst.

Mehr selbstgenähte Mode findet sich hier.

Sonntag, 6. September 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Samstag 5. September 2020

Es ist wieder der fünfte eines Monats und bloggende Menschen versammeln sich im Blog von Frau Brüllen.

Irgendwann nach vier klingelt der Wecker des Liebsten. Er steht auf und ich bin auch überraschend wach. Ich schalte das Radio ein. Da läuft noch der letzte Teil der Sendung die früher "Liederbestenliste" und jetzt "Radionacht - Lied & Chanson" heißt. Die Moderatorin liest die Website von Element of Crime vor, die dieses Jahr nur ein einziges Konzert - in Neuhardenberg - geben werden und auf der Website darüber sinnieren, wie sich das irgendwann aus dem Rückblick anfühlen wird. Ich dämmere immer wieder halb weg und höre nur Fetzen. "Wenn Berlin eine Uhr wäre, wäre Neuhardenberg halb drei". Ich versuche, die Berlin-Uhr zu visualisieren und die nordöstliche Richtung damit in Übereinklang zu bringen, dass ich seit Wochen im Oranienburger Generalanzeiger über das diesjährige Programm in Neuhardenberg lese. Ich dachte deshalb das liegt eher so auf halb zwölf. Egal. Als ich wieder aufwache läuft ein Chanson mit Popette Betancor, das ist irgendwas ganz bekanntes, aber mit deutschem Text, ich komme nicht richtig mit. Dann sowas ähnliches aber auf italienisch. Klingt lustigerweise wie Francesco Wilking, kann ja aber eigentlich nicht sein, der singt ja auf deutsch. 

Ich gehe ins Bad und weiter in die Küche, wo mich der Liebste empfängt: "Jetzt hast du gerade einen Lörracher im Radio verpasst!" "Francesco? Ach, echt?". Der Liebste kennt sogar das dazugehörige Album: "Patate in Wunderland". Der Liebste bricht auf zur Arbeit, ich gehe zurück ins Bett und schlafe nochmal bis kurz vor acht. Angenehmerweise kein Muskelkater. Ich ziehe Sportsachen an. Dann erstmal gemütliches Frühstück mit dem üblichen Roggenvollkornbrot, Rotwurst, Salami, Ziegenkäse, Honig und Sauerkirschmarmelade, dazu Kaffee mit Haferliebe-Hafermilch, die der Liebste extra für mich gekauft hat. Nebenbei lese ich im Kochbuch und beschließe spontan, die Reste der Beetroot&Bramley-Soup einzufrieren und stattdessen heue eine fake Bouillabaisse zu kochen. Der Liebste ruft kurz an und ist auch dafür. Mit der letzten Tasse Kaffee lese ich mich durch die verschiedenen Tagebuchblogs und werde dabei an meine Griechenlandschulreise in der 11. Klasse und an die Bitterorangen auf den Athener Verkehrsinseln erinnert. Schön war das. Eigentlich die beste von allen Schulreisen überhaupt.

Kurz vor zehn ziehe ich ins Wohnzimmer um und logge mich in die Meditation von I. via Zoom ein. Ich schweife oft ab, genieße es aber sehr. Da ich eh schon auf der Matte sitze, mache ich gleich mit Yoga weiter, Day 2 von "Revolution - 31 Days of yoga". Ich bleibe noch am Rechner für ein paar Lektionen Duolingo und schicke meiner Mutter das Rezept für die Beetroot&Bramley-Soup, weil ich vermute, dass es ihr auch gefallen könnte. Ich entschließe mich, doch kein Schnittmuster zum Ausdrucken im Copyshop zu kaufen, sondern den Schnitt von meinem weißen Leinenshirt abzumachen. Nach dem Duschen breche ich auf zu Lidl und besorge die Zutaten für die Fischsuppe. Ich treffe schon wieder J. Sie war gestern abend im Pinelli und ist sehr angetan. Wir stehen noch eine ganze Weile im Lidl im Weg und quatschen, bis sich eine Frau aufregt. Sie hat im Grunde ja recht. Ich gehe weiter an die Kasse und hole auf dem Heimweg bei Istanbul noch frische Feigen, Safran und Petersilie.

Zuhause mache ich mir einen Salat mit Tomaten, türkischem Weißkäse und zwei Rühreiern und empfange den Liebsten mit frischem Kaffee. Wir legen uns zu einer kurzen Siesta hin, der Liebste schläft sofort ein und ich lese "Daughter of Radium", das in Oranienburg spielt. Kurz nach halb vier stehe ich auf und verwandele das Leinenshirt in einen Zeitungspapierschnitt. Dabei fällt mir auf, dass ich für dieses Modell Bündchenstoff brauche. Der Stoffladen schließt um vier. Ich google etwas herum und lade schließlich eine gute Anleitung für einen V-Ausschnitt mit Jerseyeinfassung herunter. Stoff kann ich auch nächste Woche noch kaufen. Es bleibt noch Zeit und ich schneide noch eine Bluse nach meinem anderen Schnitt zu, aus einem weißen Baumwollstoff mit aufgedrucktem Paisleymuster in grün und blau. 

Ich räume die ganzen Nähutensilien wieder weg und mache mich an die Bouillabaisse. Ich hätte bessere Tomaten kaufen sollen, die Lidl-Dosentomaten wirken irgendwie lahm. Als endlich der aufgetaute Fisch und die Garnelen dazukommen, bekommt die Suppe aber doch Geschmack. Für ein Schnellrezept ist es ziemlich gut. Wir essen. Als Nachtisch gibt es nochmal Joghurt von glücklichen Kühen und dazu Zwetschgenkompott. Der Liebste geht nochmal an den Rechner um weiter an seinem HPI-Kurs über die Geschichte des Internets teilzunehmen. Ich gehe mit Tee ins Wohnzimmer und fange die Jacke für K. an, für die ich noch vor Corona Wolle gekauft und seither abgelagert habe. Diesmal komme ich deutlich besser mit der Anleitung klar und verstricke mich nur ein bisschen, weil ich die Blockstreifen zu schmal ansetze. Das fällt aber bei einer Kinderjacke vermutlich nicht ins Gewicht und ich wechsele dann einfach als ich es merke zur richtigen Streifenbreite. Daneben schaue ich mit halbem Auge "The Great Gardening Challenge". Gegen elf bin ich dann doch müde und ziehe ins Bett um, der Liebste schläft schon.

Auf Zeit.de jetzt 250.000 Infizierte insgesamt, davon 8.200 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Tagebuchblogbeiträge befinden sich hier.

Mittwoch, 2. September 2020

Kurzes Kleid

 

 

An diesem Kleid habe ich drei Jahre gestrickt - dazwischen diverse Kindersachen zum Verschenken. Es ist das erste Mal seit irgendwann Anfang der Neunziger, dass ich etwas für mich selbst gestrickt habe. Die Anleitung stammt aus der Landlust Juli/August 2017.

Im Nachhinein finde ich die Anleitung etwas uninspiriert und altmodisch - die ganzen Nähte hätten sich mit einem Top-Down-Modell definitiv vermeiden lassen! Andererseits ist das Kleid beim Stricken schon wie eine warme Decke auf meinen Beinen gelegen - da wäre die doppelte Menge vermutlich unerträglich. 

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Mittwoch, 5. August 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - 5. August 2020

Es ist mal wieder der 5. des Monats...

Während der Liebste aufsteht, werde ich halb wach, schlafe aber nochmal ein als er geht. Mein Wecker klingelt um viertel vor Sieben, ich bleibe liegen bis nach der Presseschau im Deutschlandfunk und stehe dann auf und gehe ins Bad. Irgendwie bin ich langsam und verbringe 45 Minuten im Bad und mit dem Kaffeekannencheck. Ich ziehe mich an (schwarze Hose, schwarz-weiß-blockgestreiftes Kurzarmshirt) und frühstücke (mein übliches selbstgebackenes Roggenvollkornbrot, dazu Tomatenleberwurst, Käse und Hagebuttenmarmelade - auch selbstgemacht, und Kaffee mit Hafermilch). Für die Mittagspause richte ich einen Kohlrabi, ein Stück Gurke und eine Gelberübe und fülle die Sigg-Flasche mit Brennesseltee. Ich lese noch ein wenig in Zeitung und Internet und breche gegen viertel vor Neun auf.

Draußen ist es schon jetzt deutlich wärmer als gestern, ich packe den lila Pullunder in die Fahrradtasche, radle nach Neukölln und bin viertel nach Neun an der Schule. Ich lese noch ein bisschen und gehe dann kurz vor halb ins Gebäude. T. ist auch schon da und will wissen, was sie gestern verpasst hat. Ich erzähle von den Gnocchi alla Romana. Weil T. traurig ist, dass sie das verpasst hat, spielt M. uns das Video nochmal vor. Ich könnte schwören, dass das diese Website und genau das Rezept war, finde aber hier keinen Videolink? Der Unterricht ist wieder einmal abwechslungsreich und vollgepackt, ich bin auch heute begeistert von der super Vorbereitung. Das Gerundio ist eigentlich sehr praktisch, aber mit Deutsch im Kopf dann doch nicht so leicht spontan einzubauen. Wir staunen über die Misere, in der sich der italienische Journalismus offensichtlich befindet, eine positive Ausnahme, und wie für uns gemacht, sind die Nachrichtenseite in einfacher Sprache und die italienische Nachrichtenzusammenfassung des WDR.

Ungefähr beim dritten Hören verstehen wir, dass Italien gerade darüber diskutiert, alle Schüler mit einer Art Bürostuhl auf Rollen mit einem kleinen Klapptischchen auszustatten, um die Abstandsregeln besser umzusetzen. Erstaunlich. Die armen Lehrer!

Die Mittagspause verbringe ich mit meinem costudianti im türkischen Cafe gegenüber. Auch heute wieder sehr nett und so preisgünstig, dass ich wieder zweimal nachfrage, ob sich die Verkäuferin nicht verrechnet hat (2,60 für einen Milchkaffee und ein Hefe-Spinat-Teilchen).

Nach Kursende telefoniere ich kurz mit dem Liebsten, er ist schon zuhause und hat auch schon eingekauft. Ich radle also auch direkt nach hause und stelle fest, dass ich den Weg inzwischen in einem höheren Gang nehme als Anfang der Woche. Zuhause angekommen verpacke ich die aufgetaute Rinderzunge in doppelten Tiefkühlbeuteln (note to self: wir brauchen mal neue große TK-Beutel aus dem Migros). und fülle den Pökelsud dazu. Das passt wie abgemessen und ich verfrachte alles zurück in den Kühlschrank. Dann lege ich mich mit einer Tasse Kaffee eine Runde zum Liebsten, der bereits mittagschläft, und lese in dem Kochbuch, das in der Post war. Klingt ganz gut. Viele pochierte Eier, darauf habe ich auch mal wieder Lust.

Nach der Sieste wässere ich die Küchenorchideen und räume den Wohnzimmertisch frei. Ich schneide die Bluse zu und bastele ein wenig Schrägband. Das geht leichter als gedacht, auch wenn der im Internet empfohlene Papp-Schrägbandformer nicht funktioniert. Die ersten Nähte laufen auch prima, leider weigert sich die Maschine dann, zick-zack zu nähen. Nach etwas Internetrecherche nehme ich Spule und Nadel raus, puste überall ein wenig rein und baue alles wieder ein - funktioniert. Dann geht es überraschend schnell, ich nähe die Teile zusammen, säume Ärmel und untere Kante. Die Smok-Gummis an der Schulter lassen sich nicht ganz so leicht einziehen, da muss ich morgen nochmal neu überlegen. Danach fehlt eigentlich nur noch die Einfassung am Ausschnitt. Währenddessen hat der Liebste Hummus, Ofengemüse und Salat hergestellt. Wir essen, danach gibt es  noch etwas Melone. Ich bügele noch einmal über die Bluse und gebe das Projekt dann für heute auf. Ich rufe L. an und schicke ihm als ich ihn nicht erreiche eine Sprachnachricht.

Ich ziehe mein Turnzeug an und gehe noch für ein paar Minuten auf die Yogamatte, inzwischen bin ich bei day 22 von Adriene's Yoga Camp angekommen. Danach setze ich mich in den Sessel und schreibe diese Zeilen, der Liebst hat sich schon schlafen gelegt.

Auf zeit.de jetzt 212.000 Infizierte insgesamt, davon 5.200 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Tagebuchblogbeiträge finden sich hier.

Montag, 6. Juli 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Sonntag 5. Juli 2020

Wie immer am 5. eines Monats findet versammeltes Tagebuchbloggen statt, Treffpunkt ist das Blog von Frau Brüllen, wo auch alle anderen Beiträge verlinkt sind.

Gegen halb sieben wache ich das erste Mal auf, gehe kurz auf die Terasse. Es ist windig und grau. Ich lege mich wieder hin und höre etwas Radio, Information und Musik im Deutschlandfunk. Irgendwann nach sieben schlafe ich wieder ein und wache kurz vor zehn wieder auf. Der Liebste hat Kaffee gekocht und bringt zwei Becher ans Bett. Ich werde langsam richtig wach. Wir hören ein bisschen DLF-Sonntagsgottesdienst. Der Liebste bäckt zwei Tiefkühlbrezeln auf und richtet Frühstück auf der Terasse. Es ist sehr sehr windig. Ich lese trotzem nach dem Frühstück noch ein bisschen Zeitung.

Dann bringe ich L. den Schlüssel zurück, treffe sie auf halber Strecke auf der Straße. Wir schwätzen kurz, dann drehe ich um. Auf dem Rückweg treffe ich U. mit nur einem Hund. Der andere ist krank. Klingt gar nicht so gut. Ich gebe der neu gepflanzten Platane, die nur zögerlich asutreibt, nochmal fünf Kannen Wasser und kehre dann zurück in den eigenen Garten. Der Liebste sitzt mit Buch unter dem Apfelbaum. Ich setze mich einen Moment dazu und genieße den Gartenanblick. Schließlich raffe ich mich auf für das Putzprogramm. Der Staubsauger will nicht. Der Filter scheint zugesetzt. Ich versuche es mit Ausklopfen, das hilft nur bedingt. Im warmen Wasser löst sich eine Menge Dreck aus dem Filter, aber mit nassem Filter saugt es sich auch schlecht. Ich lasse den Filter erstmal weg, das funktioniert prima und wird sauber wie selten. Vielleicht brauchen wir gar keinen neuen Staubsauger sondern einfach einen neuen Filter.

Wo ich schon dabei bin, kümmere ich mich nochmal um den Abfluss der Dusche. Vielleicht bekomme ich ihn jetzt endlich mal richtig frei. Dann wische ich noch alles nass auf und setzt mich wieder unter den Apfelbaum. Ich spreche mit meinen Eltern, die ebenfalls Siesta im Garten machen. Als es anfängt zu regnen, ziehe ich erst unter den Dachüberstand am Haus, dann ganz ins Haus um. Der Liebste grillt Gemüse, Käse und Würste. Nach dem Telefonat bereite ich Salat vor und vernähe dann die letzten übersehenen Fäden an meinem Strickkleid. Nach drei Jahren endlich fertig.

S. ruft an. Seit wir uns zuletzt gesehen haben, sind sie Eltern geworden. Und suchen jetzt eine bezahlbare 3-Zimmerwohnung in Berlin. Die Ausstellung wird ab September in Berlin bei der Stiftung Berliner Mauer und ab Oktober im Haus der Geschichte in Stuttgart gezeigt. Mein Zeitzeugeninterview wird voraussichtlich auch gezeigt, bzw. Teile davon. Vielleicht werde ich auch noch von der Uni Konstanz für eine Studie angefragt werden. Ich freue mich, dass die Ausstellung realisiert werden kann und bin mal gespannt. Ich erzähle S. im Gegenzug, dass ich für meine Ausbildung gerade nach Mediationsfällen suche und außerdem Webinare zur Wikipedia anbiete. Wir vereinbaren gegeseitiges Weiterleiten und Verbreiten.

Draußen regnet es weiter, wir essen drinnen. Danach packen wir zusammen und fahren zurück nach Berlin. Zuhause setze ich ein Brot an, mit 630er Dinkelmehl, denn das ist das einzige Mehl im Schrank, noch aus Coronamehlmangelzeiten. Gegen zehn mache ich mich bettfertig und lese noch ein bisschen in den ersten Tagebuchbeiträgen, die schon im Brüllen-Blog eingetrudelt sind. Gegen elf kommt der Liebste dazu und wir machen das Licht aus. Ich schlafe kurz vor Mitternacht.

Jetzt auf zeit.de 197.000 Infizierte, davon 2.700 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Beiträge finden sich hier.

Dienstag, 23. Juni 2020

Montag 22. Juni 2020

Ich wache um viertel vor sieben auf, weil mein Handy Geräusche macht. Warum auch immer habe ich es heute über Nacht auf das kleine Regalbrett über dem Bett gelegt. Es ist eine Behördenmail. Die Behörde zweifelt meinen Studienabschluss an und möchte weitere Dokumente. Die Dokumente, die die Behörde sich vorstellt, gibt es nicht - mein Studienabschluss ist ein englischer und dort gelten teilweise andere Regeln als hier, beispielsweise ist ein Master entweder bestanden oder nicht, eine Abschlussnote wird nicht in die Urkunde aufgenommen. Ich tausche Emails mit dem Sachbearbeiter der Behörde, erkläre, frage nach. Der Tag startet genervt.

Der Liebste kocht Kaffee und bäckt Brötchen auf. Ich bin hibbelig und genervt. Wir frühstücken auf der Terasse, danach fahre ich im Gartenoffice den Rechner hoch, während der der Liebste anfängt den Garten rasenarchäologisch zu bearbeiten, denn der ist im Panama-Modus.

Ich bringe einen Vermerk zuende und sende ihn ab. Das ist immerhin schonmal eine Sache die ich abhaken kann. Dann recherchiere ich dem Master-Zeugnis-Mysterium hinterher. Dunkel erinnere ich mich an eine Notenübersicht, die ich ausgehändigt bekam. Die ist natürlich in Berlin.

Für den Vortrag am Dienstag starte ich schließlich Powerpoint und lese die Rahmenbedingungen nochmal genau durch. Die Powerpoint hätte ich gestern bis 24 Uhr per Email übersenden sollen. OK. Dann ohne Powerpoint. Ich entscheide mich also doch spontan für die Variante Flipchart und teile mit, dass ich ein Flipchart benötigen werde. Die Entwürfe für zwei Flipchartbögen stehen nach kurzer Zeit in meinem Block. In einem Blog lese ich, dass Flipchartpapier bei McPaper und Karstadt zu bekommen ist, wenn man es wie ich sofort braucht und nicht von einem Büromaterialversand mit der monatlichen Bestellung mitliefern lassen kann.

Ich mache mich auf der Suche nach dem Liebsten, denn offensichtlich müssen wir jetzt sofort nach O. fahren, wo sich der nächste Mcpaper befindet. Der Liebste ist verschwunden. Ich suche in Haus, Garten und Nachbarschaft. Vermutlich sitzt er in einem der Nachbarhäuser und rettet jemandes Computer. Ich gehe zurück ins Garten Office und bastele weiter an meinem Entwurf. Als der Liebste wieder auftaucht (er war im Schatten unter dem Apfelbaum gesessen) erkläre ich ihm meine Misere. Wir packen schnell alles zusammen und fahren nach O. Die Damen bei McPaper sind nett und zuvorkommend, leider gibt es kein Flipchartpapier. Ich kaufe stattdessen zwei weiße Fotokartons und einen Schreibtischunterlage-Block, der geht zur Not auch.

Zurück im Auto ergoogle ich einen weiteren Schreibwarenhändler in H. Wir fahren nach H. Dort gibt es eine kleine Fußgänerzone, die wir bisher nicht kannten und eine Skribo-Filiale. Auch hier sehr nette Menschen, die bis morgen alles bestellen könnten, aber vor Ort kein Flipchartpapier. Nicht mal ein großer Zeichenblock. Ich google weiter nach Büromaterial. Schließlich finde ich einen Händler, schon auf Berliner Stadtgebiet, der Präsentationszubehör auf seiner Website auflistet. Ich rufe an. Eine freundliche Dame fragt sofort zurück: kariert oder blanko oder eine Seite kariert, die andere blanko? Wie viele Blöcke brauchen Sie? Sie legt mir einen sowohl-als-auch-Block zurück und wir fahren weiter nach Berlin.

Mein Flipchartblock liegt schon zusammengerollt am Tresen, ich nehme noch einen Pack Druckerpapier mit, bezahle und steige dann gegen drei mit mission accomplished wieder ins Auto. Wir fahren zurück Richtung Garten. Ich merke, dass ich ziemlich hungrig bin. Vor die Wahl zwischen irgendwas vom Bäcker und Burger King gestellt, steuert der Liebste den Burger King an der Autobahnabfahrt an. Wir essen jeder einen Burger im Außenbereich und brechen dann gestärkt wieder auf. Zuhause brauche ich nach dieser Aktion erstmal einen Kaffee und mache damit die offizielle Garten-Kaffee-Runde.

Gegen halb fünf rolle ich dann das Flipchartpapier aus und fange an, meine Blätter zu gestalten. Im zweiten Versuch wird das gemessen an der knappen Vorbereitungszeit ganz ordentlich. Praktischerweise hatte ich ja im Auto genug Zeit, mir über die Gestaltung Gedanken zu machen. Als alles fertig ist, rolle ich es zusammen und lege es gleich wieder ins Auto. Dann überarbeite ich nochmal meine Vortragskarten.

Der Liebste kocht derweil grünen Spargel mit Pesto. Wir essen auf der Terasse, waschen ab und fahren um neun zurück nach Berlin. Unterwegs ruft M. an. Er hat den Traktorfilm schon gesehen und scheint sehr angetan. Was er erzählt, macht mich auch sehr neugierig auf den Film. Wir reden bis wir zuhause ankommen und noch eine Weile weiter. Nebenbei durchforste ich meinen Uni-Ordner, bis ich einen zwanzig Jahre alten Brief meiner Uni finde, dem tatsächlich sowas wie eine Notenübersicht beigefügt ist. Wir beenden das Telefonat, ich scanne den Brief ein, leite ihn an die Behörde weiter. Kurz nach elf liegen wir im Bett.

Auf zeit.de jetzt 192.000 Infizierte, davon 4.000 in den letzten sieben Tagen.

Freitag, 5. Juni 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Freitag 5. Mai 2020

Es ist wieder der 5. des Monats und viele Tagebuchblogger verlinken ihre Beiträge im Blog von Frau Brüllen.

Ich wache gegen sechs Uhr auf und habe eine Art Formel im Kopf. Mein Unterbewusstsein hat daran wohl über Nacht gearbeitet und ist jetzt fertig. Ich versuche nochmal einzuschlafen und stehe stattdessen um fünf vor sechs auf und fahre den Rechner hoch. Ich formuliere ein paar Thesen für mein Rechenmodell und eine Gleichung mit diversen Variablen und dem Prozentsatz x, die sich sogar recht elegant nach x auflösen lässt. Jetzt muss ich nur noch passende Zahlen für die Variablen finden. Ich formuliere eine entsprechende Mail um die fehlenden Werte zu erfragen und bastele danach weiter an meinen Thesen. Gegen halb acht speichere ich alles ab und gehe nach der Kaffeemaschine schauen, die läuft schon, denn H. ist auch schon wach und hat sie gestartet. Wir reden ein bisschen, bis der Kaffee durch ist, dann gehe ich mit zwei Bechern Kaffee zurück ins Bett und wärme mich auf. Draußen wechseln Sturzregen und Sonne. Ich lese gemütlich ein paar Blogs und Nachrichten, bis auch der Liebste aufwacht. Gegen neun stehen wir auf, ich verzichte tapfer auf Haarewaschen weil wir später noch schwimmen wollen und gehe zum Bäcker.

Unterwegs grüßt mich ein Handwerker, der gerade aus seinem Pritschenwagen steigt, leicht vorwurfsvoll mit "Moin" - ich bin schon halb vorbei grüße dann aber brav zurück. Scheints habe ich inzwischen den local style soweit adaptiert, dass ich nicht mehr für einen Touri gehalten werde. Beim Bäcker stehen einige Leute draußen Schlange, alle brav mit Maske, auch die Verkäufer. Ich krame meine Maske heraus, die aus dem orange-bunten Krabbenmusterstoff der Tischsets besteht, die ich mal für H. gequiltet habe. Spätestens jetzt würde ich mich ja selbst für einen Touri halten. (Neues Sommersouvenir Stoffmaske?) Ich kehre mit den noch heißen Brötchen zurück und wir frühstücken fürstlich, mit Erdbeeren, Sahnejoghurt und Krabben. Danach richtet der Liebste H.s Rechner ein, das geht schnell und sie findet sich glücklicherweise sofort mit allem zurecht. Ich setzte mich auch ein meinen Rechner und spiele ein wenig Coraline. Ich google die aktuelle Tide. Im Google-Kasten erscheint: Hochwasser heute Dienstag 2. Juni...... Google ist auch nicht mehr das, was es mal war, finde dann aber raus: heute um 13:06.

Da es gerade nicht regnet, brechen wir kurz vor eins auf und fahren zur Badestelle. Im Radio erfahren wir, dass der lange totgeglaubte Freizeitpark "Land & Leute" nicht, wie wir gestern anhand der Plakatierung dachten, den fatalen Versuch unternommen hat, ausgerechnet in diesem Frühjahr wieder zu eröffnen und dann sofort pleite gegangen sein muss. Es ist genau umgekehrt: Der totgeglaubte Freizeitpark ist wegen Corona  auferstanden. Die lokale Schaustellerfamilie Rasch musste nämlich alle ihre Auftritte auf Jahrmärkten in diesem Jahr komplett streichen und hat dann spontan beschlossen, die Fahrgeschäfte im Land & Leute-Park zwischenzulagern und diesen innerhalb von drei Wochen soweit wiedergestellt, dass sie ihn inzwischen als Freizeitpark wiedereröffnen konnten. Vermutlich war Land& Leute noch nie so spektakulär wie jetzt.

An der Badestelle ist überraschend viel Betrieb. Neben den üblichen Schafen treffen wir mehrere Paare und Familien, die auch tatsächlich baden. 15 Grad Wassertemperatur sind wie immer erstmal doch recht kalt, dann gewöhne ich mich dran und plansche etwas herum und dann wird es doch plötzlich wieder richtig kalt und ich schwimme zügig zurück zur Treppe. Nach dem kalten Meer ist die ungeheizte Stranddusche auch ganz ok. Ich lege mich mit meinem großen Badehandtuch auf eine Bank und trockne in der Sonne bis der Liebste auch aus den Fluten steigt. Wir ziehen uns wieder an und streben erfrischt und gut gelaunt zurück zum Auto. Das war seit Januar das erste Mal, dass ich Schwimmen war und so langsam hat es mir doch sehr gefehlt mal im Wasser zu sein.

Zuhause angekommen gönne ich mir eine ausgiebige heiße Dusche. Endlich!  Danach brechen wir auf nach Büsum und essen Scholle bei Möller. Unser erster Restaurantbesuch seit Corona. Sehr sehr lecker und schön. Der Liebste und H. fahren noch ein paar Runden mit Deutschlands nördlichstem Riesenrad (gehört auch Familie Rasch und steht normalerweise auf Sylt, kam aber dieses Jahr wegen Corona nur bis Büsum). Ich gehe derweil eine Runde spazieren.

Zuhause appliziere ich bei H. die Fußbehandlungssocken. Das Latschenkiefermodell ist deutlich komplizierter anzubringen als das von dm. Wir trinken noch etwas Kaffee, dann logge ich mich in eine Videokonferenz zum Thema Onlinekommunikationskultur in der Wikipedia ein. Am Ende wird es aber keine inhaltliche Diskussion, sondern eher der Versuch der Teilnehmer, die Projektbeschreibung so umzumodeln, dass es nicht demnächst in einen großen Fettnapf springt. Die Projektverantwortliche wirkt am Ende etwas geknickt. Vielleicht kam nicht so richtig raus, dass wir uns vor allem deshalb Sorgen machen, weil wir das Projekt eigentlich so vielversprechend finden und nicht möchten, dass es aus blöden Gründen scheitert. Die formulierten todos klingen aber sinnvoll.

Während des Calls friere ich fast ein. Ich koche nochmal Kaffee und bastele dem Liebsten und mir ein kleines Abendessen aus Frühstücksresten zusammen. Wir sehen ein bisschen fern, dann gehe ich zurück an den Rechner, um noch einen Screencast aufzunehmen und etwas an meinem Webinar weiterzubasteln. Während das Videoprogramm rendert, setze ich mich zum Liebsten und teste das Fußmassagegerät von H. Das ist ganz lustig, aber ich glaube, für mich eher nicht das richtige, immerhin habe ich danach wieder warme Füße. Während das Video konvertiert und hochlädt, schreibe ich diesen Post.

Auf zeit.de jetzt 185.000 Infizierte insgesamt, davon 2.400 in den letzten sieben Tagen.

Die übrigen Beiträge finden sich wie immer hier.


Montag, 1. Juni 2020

sonntag 31. mai 2020

der liebste steht gegen vier auf. ich wache auch kurz auf, weil es nach frischen aufbackbrötchen duftet. ich stehe auf, verabschiede den liebsten, schließe die tür ab und lege mich wieder hin. nach einiger zeit schlafe ich dann weiter und wache gegen neun wieder auf.

ich backe mir die restlichen brötchen auf, hole die sonntagszeitung und frühstücke. kurz nach zehn heize ich den grill an. das scheint soweit alles ganz gut zu funktionieren. ich nehme die lammkeule aus dem kühlschrank und salze sie rundum ordentlich ein. die mirabelle bekommt noch einmal ein stündchen gartendusche gegen die blattläuse. dann bastele ich aus dem rhabarberkompott ein crumble und schiebe es zum backen in den ofen. gegen halb zwölf hat der grill dann die gewünschte hitze erreicht. ich schrubbe den rost, stelle einen gastronormbehälter mit wasser auf den unteren rost, lege die keule auf und installiere das grillthermometer.

inzwischen ist es warm und sonnig geworden. ich installiere sonnenschirm, tisch und stühle neben dem apfelbaum und setze mich dann mit kaffee und zeitung nochmal etwas auf die terasse, bis l. mit e. und l. eintrifft. die kinder sind ziemlich warm angezogen. wir installieren planschbecken und gartendusche während sich die kinder nach und nach entblättern. l. und ich quatschen gemütlich mit kaffee während die kinder planschen.

der rhabarbercrumble kommt bei den kindern nicht ganz so gut an - jedenfalls der rhabarberanteil darin. wir retten die kinder mit spaghetti vor dem hungertod und genießen danach die lammkeule mit gemischtem salat. als die stimmung sich etwas einzutrüben droht, packen wir alles ein und fahren ins dorf zum spielplatz. der spielplatz bewährt sich wieder mal sehr. ich mag, dass alles so gut in schuss ist und es auch für größere kinder interessante geräte gibt. l. und l. spielen fußball, während ich e. auf der schaukel anschiebe, die dazu kleines einmaleins aufsagt.

als bei l. die laune vor müdigkeit endgültig kippt, steigen wir schnell wieder ins auto, die drei setzen mich zuhause ab und winken noch kurz dem liebsten zu, der inzwischen zurückgekehrt ist. während der liebste ein ründchen im liegestuhl schläft, telefoniere ich mit meinen eltern. danach verzehren wir den restlichen crumble und duschen dann beide noch gemütlich, denn in berlin ist mal wieder das warme wasser ausgefallen. ich entbeine die lammkeule. gegen acht packen wir alles ein und fahren nach berlin.

der liebste beschwert sich bei der bahn und ich krame in der wohnung herum. dann schneiden wir noch ein bisschen lammkeule auf. dazu gibt es die restlichen spaghetti und mango chutney, als nachtisch teilen wir uns eine orange.

im bett schaue ich noch ein paar minuten des let's dance profi challenge - das ist mir aber zu viel show und zu wenig klassische figuren. gegen elf machen wir das licht aus.

jetzt auf zeit.de 184.000 fälle insgesamt, davon 3.100 in den letzten 7 tagen.

Dienstag, 19. Mai 2020

montag 18. mai 2020

wir frühstücken kurz vor sieben zusammen, dann radelt der liebste zur arbeit, ich räume die küche auf, lese noch ein paar nachrichten und fahre dann um halb neun zu ikea. es ist wieder sehr sehr leer. ich nehme alle möglichen abkürzungen um schnell in die lagerhalle zu kommen. ikea hat diverse lücken zwischen regalen der markthalle geöffnet, so dass ich wirklich schnell vorankomme, das darf meientwegen gerne so bleiben!

an einem terminal schaue ich nochmal nach, dass der lieblingsbürostuhl wirklich nicht lieferbar und nicht vorrätig ist und hole dann das zweitliebste modell aus dem regal. ich hatte eigentlich erwartet, dass der stuhl vielleicht in einer folie fix fertig im regal stehen würde, es war dann aber doch eher ein großer überraschend flacher karton. ich bezahle an einer sb-kasse, lade den karton auf die rückbank und fahre nach hause. viertel nach neun an einem montagmorgen und ich war schon bei ikea. erstaunlich.

ich lasse den karton erst einmal im auto und schwinge ein wenig den staubsauger. weil wir letzte woche überwiegend im garten waren, reicht ein wenig saugen und abstauben und ich bin schnell mit dem putzprogramm durch. kurz nach zehn setze ich mich an den schreibtisch und widme mich dem webinar sowie diversen mails.

der liebste kehrt kurz nach eins zurück, ich richte salat aus babyspinat, minitomaten, ziegenfrischkäse und salzmandeln, danach gibt es für jeden einen apfel und ein stück dunkle schoki.

wir machen "sieste" und schauen die erste hälfte der letzten let's dance folge. danach kehre ich zurück an den schreibtisch und kaum sitze ich da ist es plötzlich schon kurz vor sechs. ich rüste das schlafzimmer zum meditationszentrum um und logge mich per zoom in den jahreskurs ein. der kurs tut wie immer sehr gut. inzwischen sind wir auch alle schon so zoom-wise, dass der kurs fast emotional aufgeladener ausfällt, als wenn wir uns im großen seminarraum treffen. vielleicht sehen wir sonst nie so unmittelbar nur die gesichter.

während ich meditiere kocht der liebste "aufgeräumter schrank". es gibt spaghettireste mit einer sauce aus brokkoli, ölsardinen, ein paar rosinen, etwas nusskrokant, knoblauch und joghurt. das schmeckt sehr fein und sieht chic aus.

beim abräumen sehe ich eine nachricht von meinen eltern, die gerade mein paket aus der packstation geholt haben. während wir gefühlt gerade eher das leben der späten siebziger wiederaufleben lassen (keine öffis, dafür viel zu fuß oder mit dem auto unterwegs, wocheneinkauf, großer vorrat an dosen und trockensortiment, wenig mediterranes gemüse, was aber eher an der jahreszeit liegt, am wochenende mal einen brief schreiben), haben sich meine eltern speedy ins digitalzeitalter katapultiert und hantieren mit krankenkassen-app, dhl-packstation, lebensmittel-lieferdienst, whatsapp, zoom, sprachnachrichten und warten auf das nächste apple-update, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. es ist alles gut angekommen und wir reden noch ein bisschen über die kosten für post and packaging und was da eigentlich angemessen ist und was nicht.

der liebste ist schon im halbschlaf, ich schaue noch let's dance zuende und wir schlafen gegen elf.

jetzt auf zeit.de 174.000 infizierte insgesamt, 4.600 in den letzten sieben tagen.

Donnerstag, 14. Mai 2020

mittwoch, 13. mai 2020

ich raffe mich auf, mit dem liebsten um kurz vor sieben zu frühstücken. es hat fünf grad und regnet. ich smse an s. ob wir unser eis-date nicht lieber ausfallen lassen sollten? danach lese ich ein bisschen im netz, schreibe ein artikel-review über die jersualemer altstadt und mache anschließend yoga, tag 21 des prgramms. dann kurz unter die dusche und aufs rad, denn ich bin mit j. verabredet. inzwischen ist es sonnig und wir sitzen mit der gebührenden distanz auf einer bank am park. j. überreicht mir geliehene bücher und eine wurst-und-honig-lieferung von j. - stilvollerweise hat er diese in eine papiertüte der firma stihl verpackt ;)

ich lasse mich über die neusten corona-umgangsregularien der alten firma updaten. schon ganz gut, dass ich das nicht mitmachen muss. es ist schön, mal wieder gemütlich mit j. zu reden. gegen zwölf verabschieden wir uns, ich radele zum auto, lade dort die tüte ab und fahre weiter zu dm um milchersatz und putzmittel- und kosmetiknachschub zu kaufen, lade auch das in den kofferraum um und fahre dann zu ikea. dort sind mit bändern und paletten gatter zum schlangestehen installiert. es ist aber wenig los und ich kann ohne warten direkt in den laden (anders als bei tk maxx, wo eine schlange bis zur nächsten querstraße stand). ich sitze ausgiebig die bürostühle probe. leider ist das gewählte modell dann gar nicht bestellbar und muss erst wieder ins lager geliefert werden.

ich radele zurück, trage den kram aus dem auto nach oben und mache mir einen kleinen salat, dazu gibt es einen der frischen wildschweinknacker und danach ein paar englische kekse aus london. ich lese nochmal etwas in den scrumunterlagen und telefoniere dann mit g., die zertifizierter scrum master ist und tatsächlich im unternehmen mit scrum teams arbeitet. das ist sehr spannend. g. ist einerseits von der methode überzeugt, sieht aber auch klar, die schwierigkeiten im täglichen einsatz und generell bei einer einführung/umstellung von einem traditionellen modell zu scrum.

kurz nach vier packe ich dann die orchesternoten für a. ein, melde mich bei s. und mache mich auf den weg. s. kommt mit entgegen. wir gehen zusammen um die ecke zu a., ich werde die noten los, dann ziehen wir weiter zur eisdiele und setzen uns auf eine distanzbank im lassen-park. ich berichte s. von meinen neusten beruflichen überlegungen und wir tauschen uns aus. als uns dann doch etwas kühler wird, drehen wir noch eine runde durch den volkspark.

zurück zuhause ist der liebste schon da. er ist leicht zu überzeugen, sich zu einer fußpflegeeinheit in den sessel zu setzen, während ich ihm die hornhautentfernungsgelsocken appliziere. während der liebste sesselt, widme ich mich den krautwickeln, die dann kurz nach ende der einwirkungszeit fertig sind. wir essen. danach setze ich mich noch für eine stunde an den schreibtisch und ziehe dann zum liebsten ins bett um.

auf zeit.de jetzt 174.000 infizierte insgesamt. in den letzten sieben tagen 5.900 neu-infektionen.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Dienstag 5. Mai 2020


Wir stehen gegen acht auf. Obwohl die Nacht kalt war, frühstücken wir draußen, für jeden ein Aufbackbrötchen mit Marmelade, Honig, Käse, Wurst und ein Apfel. Gartenrunde. Wir schrieben den Einkaufszettel für den Corona-Wocheneinkauf und brechen auf ins Städtchen. Bei Metzger, Lidl und dem Hofladen des Spargelhofs decken wir uns erfolgreich ein. 

Mittlerweile ist es grau geworden und regnerisch. Wir trinken einen Kaffee auf dem Sofa und genießen die Nougat-Croissants, die ich bei Lidl aus dem Brötchenknast geangelt habe, als die Autowerkstatt anruft, wir können das Auto abholen, bitte mit Maske.

Wir trinken weiter Kaffee, bis ich M. erreiche um zu erfahren, wohin wir das geliehene Auto liefern sollen. Wir richten ein kleines ländliches Dankeschön zusammen. Dann fahren wir zur Autowerkstatt, der Liebste löst unser Auto aus, ich fahre mit unserem Auto und er mit dem geliehenen zu M. Ich setze brav die Maske auf, bevor ich die Werkstatt betrete und noch eine Weile mit M. quatsche, bis der Liebste ebenfalls eintrifft. Ich erfahre von M. dass ihm die selbstgenäöhte Maske super passt, das freut mich sehr. Wir übergeben die Schlüssel für den Passat und machen uns wieder auf den Weg. Im Kofferraum unseres Autos steht eine Schachtel. Wie sich jetzt herausstellt, handelt es sich nicht um Gruscht des Liebsten, sondern um einen Opelscheinwerfer, den die Autowerkstatt versehentlich in unseren Kofferraum gelegt hat. Wir fahren also noch einmal zurück dorthin und danach nach Hause ins Gartenhaus. 

Trotz des grauen Wetters gönnen wir uns einen Gin Tonic und freuen uns über das zurückgekehrte Auto. Dann mache ich mich an die Spargeln – die ersten weißen Spargeln für uns in diesem Jahr. Dazu gibt es Chratzete mit Kräutern. Ich wende die Kaiserschmarrnwendetechnik aus Kitchen Impossible an, die bewährt sich auch hier. Nach einer Spazierrunde durch die Siedlung werfen wir die Heizung an, kochen Tee und lesen noch etwas. Gegen zehn ziehen wir ins Schlafzimmer um und hören noch einen Podcast.

Die Texte der anderen Tagebuchblogger finden sich bei Frau Brüllen.

Donnerstag, 30. April 2020

donnerstag 30. april 2020

ich stehe viertel vor sieben auf, gehe kurz ins bad und frühstücke mit dem liebsten. im fas-feuilleton finden sich noch ungelesene artikel. mit schläppchen und turnhose übe ich eine runde ballett, und absolviere day 19 meines momentanen yoga-programms. dann springe ich schnell in ordentliche kleidung, mache die betten und starte das entkalkungsprogramm der kaffeemaschine, um ab 10 am webinar der bitkom akademie zur dsgvo teilzunehmen. obwohl ich sketchnote, bin ich nicht ganz bei der sache und das bild leider etwas unvollständig.

mit frischem kaffee nehme ich das mock exam von mikhail lapshin für das scrum master exam in angriff. 80 fragen in 30 minuten, leider nicht bestanden, nur im bereich scrum theory erreiche ich 90%. ich muss wohl doch noch ein bisschen was lesen, bevor ich mich anmelde.

ich gehe zu fuß zu dm, besorge drogeriekramnachschub und in der pflanzenresterampe noch zwei geranien und anderen balkonkleinkram sowie ein steppensalbei. zurück zuhause gibt es einen schnellen salat, dazu caprese und zwei kiwis.

als ich die wohnung verlassen will, stehen zwei pakete vor der tür. das whiteboard ist endlich da und der restliche bürokram auch. s. kommt mir schon entgegen. wir haben uns tatsächlich seit dem vor-kontaktsperren-inder-besuch nicht mehr gesehen, genauer gesagt, hatte ich seither auch keinen einzigen face-to-face sozialkontakt mehr, der nicht entweder zufällig beim einkaufen, mit nachbarn über den zaun oder eben aufgrund von notwendigkeit (kaputtes auto) stattfand. wir drehen die ganz große parkrunde und enden bei der eisdiele, bzw. auf einer bank im lassen-park, bis es doch anfängt zu regnen. kurz nach drei bin ich wieder zuhause, wo der liebste mich schon erwartet. wir kochen kaffee und schauen noch die letzte let's dance folge, denn die ist ja ab morgen abend nicht mehr frei verfügbar. danach schreibtisch. ich entdecke einen längeren artikel über adriene aus dem yoga-programm. kurz nach sechs bricht ein heftiges unwetter los, gewitterregen, gleichzeitig sonne, ein merkwürdiges dunkelgelbes licht. wir schauen vom balkon und beschließen, die nacht in berlin zu verbringen.

danach nochmal schreibtisch und parallel kochen. es gibt die reste des mischsalats aus der marktschwärmerei und brokkoli tonnato. nachtisch orange.

ich setze mich nochmal an den schreibtisch, lese aber nur in diversen blogs herum und schreibe diese zeilen.

auf zeit.de jetzt 162.000.




Dienstag, 28. April 2020

montag 27. april 2020

wir stehen mittelfrüh auf und frühstücken. danach lese ich ein wenig in den zeitungen des wochenendes und fange an die küche aufzuräumen, höre nebenbei den letzten drosten-podcast. um neun online-rehasport, angeleitet von s. danach bin ich recht platt und muss mich aufraffen, mein putzprogramm fortzusetzen. zwischendurch pausiere ich am rechner und schreibe ein review zu einem zeitschriftenartikel.

als der liebste heimkommt, bereite ich salat aus babyspinat mit zitronendressing vor, dazu gibt es red cabbage slaw vom wochenende und für jeden drei riesenfischstäbchen. danach legen wir uns mit einer tasse kaffee und einem schoggistängel für einen moment hin und schauen portrait artist, ich schlafe allerdings ziemlich sofort ein und wache erst eine stunde später wieder auf. der liebste beendet mein putzprogramm und saugt flur und wohnzimmer, während ich den müll und das ganze altpapier runterbringe.

dann arbeiten wir beide eine weile am rechner im wohnzimmer weiter, nebenbei tauen käsekuchen und rote johannisbeeren auf, unser abendessen. wir videotelefonieren mit a. das ist sehr schön und angenehm und wir hören mal was zum thema e-learning aus uni-sicht.

danach hängen wir weiter im wohnzimmer am rechner bei einem glas rotwein. ich nehme spontan an einem open scrum master assessment teil und erreiche ohne weitere vorkenntnisse immerhin 56%. vielleicht lese ich mir doch mal den scrum guide durch und mache das zertifikat.

wir ziehen ins schlafzimmer um und schauen noch pottery throw down, wobei ich mittendrin einschlafe.

jetzt bei zeit.de 159.000.

Mittwoch, 22. April 2020

dienstag 22. april 2020

wir stehen erträglich früh auf und frühstücken zusammen. danach lese ich erstmal noch eine weile in den zeitungen des letzten wochenendes. print rulz. ein schönes interview in der fas mit daniel hartwich. nach dem yoga (day 13) sitze ich ab 8:30 am schreibtisch.

mittags kehrt der liebste zurück, wir trinken noch eine tasse kaffee und fahren dann einkaufen. zur abwechslung diesmal biocompany und lidl. es gibt wieder mehl, jedenfalls einzelne sorten, aber sehr viel besser als kein mehl. sonst wirken beide läden recht gut sortiert.

wir fahren zu dolce pizza, wo der liebste telefonisch vom lidlparkplatz eine pizza geordert hat. als wir ankommen, ist unsere pizza allerdings noch in arbeit, bzw. wird gerade erst begonnen. macht nix, es ist angenehm sonnig, nicht zu warm und die anderen pizzakunden stehen im braven abstand und lassen sich von meiner leuchtend roten krabbenmustermaske beeindrucken.

zuhause verstauen wir die einkäufe und schlagen uns dann die bäuche voll. danach kaffee, schoggistängeli und ein bisschen fernsehen: der liebste hat eine neue staffel von "the great pottery throw down" entdeckt und ich entdecke noch "portrait artist of the year". es ist traurig, dass ein land, in dem solche großartigen und kultivierten fernsehshows produziert werden, an quasi allen anderen stellen gerade so einen epic fail hinlegt und sich in die tasche lügt.

vom pizzakoma erholt wurschteln wir etwas in der wohnung herum, beschließen dass wir abendessen auf jeder einen apfel beschränken können, da beide noch sehr satt, dann gehe ich los zum abendlichen telefoniergang. mit s. tausche ich mich über vor- und nachteile des onlinestudiums aus. eigentlich irgendwie irr, dass die deutschen unis die onlinezugänge zu ihren vorlesungen beschränken, als würde irgendjemand jemals am eingang zu einer sachenrechtsvorlesung die studentenausweise kontrollieren. es könnte so bereichernd sein, gerade jetzt auch vorlesungen von ein paar anderen unis zu hören. in durchstrukturierten massenfächern mit klarem mainstreaminhalt wie jura sollte das kein problem sein und eher befruchtend wirken. tutorien und übungen und alles was interaktiv ist, kann ja gerne zugangsbeschränkt sein.

ich hole mein gemüse in der marktschwärmerei ab und treffe dabei g. aus dem chor, die gegenüber wohnt und sich gerade die beine vertritt. ich freue mich sehr sie zu sehen und wir quatschen ein wenig über homeoffice, jobvor- und nachteile und die weiteren aussichten fürs chorsingen.

danach spaziertelefoniere ich nach hause, mit zwischenrast auf einem friedhofsbänkchen und spreche mit meiner mutter. sie ist weiterhin emsig dabei sich zu organisieren und das beste aus der situation zu machen. wir sprechen darüber, wie gerade trauernde jetzt vollkommen isoliert sind, wenn kinder und enkel nicht anreisen können und das sozialleben brachliegt.

zuhause schreibe ich noch ein review zu einem loriot-artikel, dann ruft s. an. die feier ist abgesagt, bzw. verschoben. das ist schade, aber ich kann es gut verstehen - die art von feier lässt sich derzeit unmöglich realisieren und alles andere wäre dann nur eine traurige notversion, dann lieber neu planen. wir tauschen uns noch ein wenig über unterschiedliche wochen- und tagesrhythmen aus.

danach noch eine folge pottery und portrait artist und wir schlafen irgendwann gegen 23 uhr.

jetzt 149.000 infizierte auf zeit.de

Samstag, 18. April 2020

freitag 17. april 2020

wir schlafen mehr oder weniger aus und frühstücken gemütlich mit den restlichen aufbackbrötchen. ich mache rückenübungen und später tag 11 des yogaprogramms. unsere wechselseitigen osterpäckchen sind angekommen, wir freuen uns über schweizer rochelino-hasen und exquisito-kaffee, bei meinen eltern ist auch alles noch ganz und genießbar. ich tausche mich mit meiner mutter über maskenschnitte aus, sie geht in größere produktion.

mittagessen endiviensalat mit gurke.

wir spazieren zum bayerischen platz und zurück und kaufen unterwegs paniermehl. wo es gerade welches gibt, nehmen wir auch noch dinkelmehl mit. im stadtpark kurvt ein polizieauto zwischen den picknickenden und den spaziergängern - viele aber alle brav auf diestanz. der liebste beschließt, demnächst kartoffelklöße zu machen. zuhause baut mir der liebste die nähmaschine auf und ich nähe nochmal ein paar masken, diesmal aus dem federstoff meiner sommergartenhose und den roten krabben, aus denen ich für h. tischsets genäht hatte. ich bin selbst überrascht wie schnell das geht.

dann ruft die werkstatt an. für das auto müssen teile bestellt werden. wir melden uns bei m. um dort ein auto auszuleihen und machen uns auf den weg zu m. unterwegs sind wirklich viele leute auf der straße und auf den plätzen unterwegs, schon mit abstand, aber insgesamt doch auch einiges gewimmel. ich hoffe, das rächt sich nicht. so kommen wir fast auf die 10.000 avisierten schritte, ich nutze die gelegenheit, das kleidchen für l. weiterzureichen, irgendwie wird es dort ankommen.

zurück zuhause mache ich mich an die schnitzel. sie werden nicht ganz so imposant wie hier, eher die klassische badische variante, ausserdem waren einige details meiner zubereitung einfach nicht wie im rezept (nicht ganz so dünn geklopft, weil mir das irgendwie widerstrebt, zu wenig fett, weil wir nicht mehr so viel rapsöl und gar kein butterschmalz hatten, zum mehlieren vollkornmehl ist vermutlich auch nicht ideal). aber davon abgesehen war das sehr sehr gut! dazu gurke-radieschen salat. danach orange und später ein glas rotwein. ich lese noch ein wenig im bett und schlafe dann schnell ein.

jetzt 141.000.