Donnerstag, 30. April 2020

donnerstag 30. april 2020

ich stehe viertel vor sieben auf, gehe kurz ins bad und frühstücke mit dem liebsten. im fas-feuilleton finden sich noch ungelesene artikel. mit schläppchen und turnhose übe ich eine runde ballett, und absolviere day 19 meines momentanen yoga-programms. dann springe ich schnell in ordentliche kleidung, mache die betten und starte das entkalkungsprogramm der kaffeemaschine, um ab 10 am webinar der bitkom akademie zur dsgvo teilzunehmen. obwohl ich sketchnote, bin ich nicht ganz bei der sache und das bild leider etwas unvollständig.

mit frischem kaffee nehme ich das mock exam von mikhail lapshin für das scrum master exam in angriff. 80 fragen in 30 minuten, leider nicht bestanden, nur im bereich scrum theory erreiche ich 90%. ich muss wohl doch noch ein bisschen was lesen, bevor ich mich anmelde.

ich gehe zu fuß zu dm, besorge drogeriekramnachschub und in der pflanzenresterampe noch zwei geranien und anderen balkonkleinkram sowie ein steppensalbei. zurück zuhause gibt es einen schnellen salat, dazu caprese und zwei kiwis.

als ich die wohnung verlassen will, stehen zwei pakete vor der tür. das whiteboard ist endlich da und der restliche bürokram auch. s. kommt mir schon entgegen. wir haben uns tatsächlich seit dem vor-kontaktsperren-inder-besuch nicht mehr gesehen, genauer gesagt, hatte ich seither auch keinen einzigen face-to-face sozialkontakt mehr, der nicht entweder zufällig beim einkaufen, mit nachbarn über den zaun oder eben aufgrund von notwendigkeit (kaputtes auto) stattfand. wir drehen die ganz große parkrunde und enden bei der eisdiele, bzw. auf einer bank im lassen-park, bis es doch anfängt zu regnen. kurz nach drei bin ich wieder zuhause, wo der liebste mich schon erwartet. wir kochen kaffee und schauen noch die letzte let's dance folge, denn die ist ja ab morgen abend nicht mehr frei verfügbar. danach schreibtisch. ich entdecke einen längeren artikel über adriene aus dem yoga-programm. kurz nach sechs bricht ein heftiges unwetter los, gewitterregen, gleichzeitig sonne, ein merkwürdiges dunkelgelbes licht. wir schauen vom balkon und beschließen, die nacht in berlin zu verbringen.

danach nochmal schreibtisch und parallel kochen. es gibt die reste des mischsalats aus der marktschwärmerei und brokkoli tonnato. nachtisch orange.

ich setze mich nochmal an den schreibtisch, lese aber nur in diversen blogs herum und schreibe diese zeilen.

auf zeit.de jetzt 162.000.




Dienstag, 28. April 2020

montag 27. april 2020

wir stehen mittelfrüh auf und frühstücken. danach lese ich ein wenig in den zeitungen des wochenendes und fange an die küche aufzuräumen, höre nebenbei den letzten drosten-podcast. um neun online-rehasport, angeleitet von s. danach bin ich recht platt und muss mich aufraffen, mein putzprogramm fortzusetzen. zwischendurch pausiere ich am rechner und schreibe ein review zu einem zeitschriftenartikel.

als der liebste heimkommt, bereite ich salat aus babyspinat mit zitronendressing vor, dazu gibt es red cabbage slaw vom wochenende und für jeden drei riesenfischstäbchen. danach legen wir uns mit einer tasse kaffee und einem schoggistängel für einen moment hin und schauen portrait artist, ich schlafe allerdings ziemlich sofort ein und wache erst eine stunde später wieder auf. der liebste beendet mein putzprogramm und saugt flur und wohnzimmer, während ich den müll und das ganze altpapier runterbringe.

dann arbeiten wir beide eine weile am rechner im wohnzimmer weiter, nebenbei tauen käsekuchen und rote johannisbeeren auf, unser abendessen. wir videotelefonieren mit a. das ist sehr schön und angenehm und wir hören mal was zum thema e-learning aus uni-sicht.

danach hängen wir weiter im wohnzimmer am rechner bei einem glas rotwein. ich nehme spontan an einem open scrum master assessment teil und erreiche ohne weitere vorkenntnisse immerhin 56%. vielleicht lese ich mir doch mal den scrum guide durch und mache das zertifikat.

wir ziehen ins schlafzimmer um und schauen noch pottery throw down, wobei ich mittendrin einschlafe.

jetzt bei zeit.de 159.000.

Mittwoch, 22. April 2020

dienstag 22. april 2020

wir stehen erträglich früh auf und frühstücken zusammen. danach lese ich erstmal noch eine weile in den zeitungen des letzten wochenendes. print rulz. ein schönes interview in der fas mit daniel hartwich. nach dem yoga (day 13) sitze ich ab 8:30 am schreibtisch.

mittags kehrt der liebste zurück, wir trinken noch eine tasse kaffee und fahren dann einkaufen. zur abwechslung diesmal biocompany und lidl. es gibt wieder mehl, jedenfalls einzelne sorten, aber sehr viel besser als kein mehl. sonst wirken beide läden recht gut sortiert.

wir fahren zu dolce pizza, wo der liebste telefonisch vom lidlparkplatz eine pizza geordert hat. als wir ankommen, ist unsere pizza allerdings noch in arbeit, bzw. wird gerade erst begonnen. macht nix, es ist angenehm sonnig, nicht zu warm und die anderen pizzakunden stehen im braven abstand und lassen sich von meiner leuchtend roten krabbenmustermaske beeindrucken.

zuhause verstauen wir die einkäufe und schlagen uns dann die bäuche voll. danach kaffee, schoggistängeli und ein bisschen fernsehen: der liebste hat eine neue staffel von "the great pottery throw down" entdeckt und ich entdecke noch "portrait artist of the year". es ist traurig, dass ein land, in dem solche großartigen und kultivierten fernsehshows produziert werden, an quasi allen anderen stellen gerade so einen epic fail hinlegt und sich in die tasche lügt.

vom pizzakoma erholt wurschteln wir etwas in der wohnung herum, beschließen dass wir abendessen auf jeder einen apfel beschränken können, da beide noch sehr satt, dann gehe ich los zum abendlichen telefoniergang. mit s. tausche ich mich über vor- und nachteile des onlinestudiums aus. eigentlich irgendwie irr, dass die deutschen unis die onlinezugänge zu ihren vorlesungen beschränken, als würde irgendjemand jemals am eingang zu einer sachenrechtsvorlesung die studentenausweise kontrollieren. es könnte so bereichernd sein, gerade jetzt auch vorlesungen von ein paar anderen unis zu hören. in durchstrukturierten massenfächern mit klarem mainstreaminhalt wie jura sollte das kein problem sein und eher befruchtend wirken. tutorien und übungen und alles was interaktiv ist, kann ja gerne zugangsbeschränkt sein.

ich hole mein gemüse in der marktschwärmerei ab und treffe dabei g. aus dem chor, die gegenüber wohnt und sich gerade die beine vertritt. ich freue mich sehr sie zu sehen und wir quatschen ein wenig über homeoffice, jobvor- und nachteile und die weiteren aussichten fürs chorsingen.

danach spaziertelefoniere ich nach hause, mit zwischenrast auf einem friedhofsbänkchen und spreche mit meiner mutter. sie ist weiterhin emsig dabei sich zu organisieren und das beste aus der situation zu machen. wir sprechen darüber, wie gerade trauernde jetzt vollkommen isoliert sind, wenn kinder und enkel nicht anreisen können und das sozialleben brachliegt.

zuhause schreibe ich noch ein review zu einem loriot-artikel, dann ruft s. an. die feier ist abgesagt, bzw. verschoben. das ist schade, aber ich kann es gut verstehen - die art von feier lässt sich derzeit unmöglich realisieren und alles andere wäre dann nur eine traurige notversion, dann lieber neu planen. wir tauschen uns noch ein wenig über unterschiedliche wochen- und tagesrhythmen aus.

danach noch eine folge pottery und portrait artist und wir schlafen irgendwann gegen 23 uhr.

jetzt 149.000 infizierte auf zeit.de

Samstag, 18. April 2020

freitag 17. april 2020

wir schlafen mehr oder weniger aus und frühstücken gemütlich mit den restlichen aufbackbrötchen. ich mache rückenübungen und später tag 11 des yogaprogramms. unsere wechselseitigen osterpäckchen sind angekommen, wir freuen uns über schweizer rochelino-hasen und exquisito-kaffee, bei meinen eltern ist auch alles noch ganz und genießbar. ich tausche mich mit meiner mutter über maskenschnitte aus, sie geht in größere produktion.

mittagessen endiviensalat mit gurke.

wir spazieren zum bayerischen platz und zurück und kaufen unterwegs paniermehl. wo es gerade welches gibt, nehmen wir auch noch dinkelmehl mit. im stadtpark kurvt ein polizieauto zwischen den picknickenden und den spaziergängern - viele aber alle brav auf diestanz. der liebste beschließt, demnächst kartoffelklöße zu machen. zuhause baut mir der liebste die nähmaschine auf und ich nähe nochmal ein paar masken, diesmal aus dem federstoff meiner sommergartenhose und den roten krabben, aus denen ich für h. tischsets genäht hatte. ich bin selbst überrascht wie schnell das geht.

dann ruft die werkstatt an. für das auto müssen teile bestellt werden. wir melden uns bei m. um dort ein auto auszuleihen und machen uns auf den weg zu m. unterwegs sind wirklich viele leute auf der straße und auf den plätzen unterwegs, schon mit abstand, aber insgesamt doch auch einiges gewimmel. ich hoffe, das rächt sich nicht. so kommen wir fast auf die 10.000 avisierten schritte, ich nutze die gelegenheit, das kleidchen für l. weiterzureichen, irgendwie wird es dort ankommen.

zurück zuhause mache ich mich an die schnitzel. sie werden nicht ganz so imposant wie hier, eher die klassische badische variante, ausserdem waren einige details meiner zubereitung einfach nicht wie im rezept (nicht ganz so dünn geklopft, weil mir das irgendwie widerstrebt, zu wenig fett, weil wir nicht mehr so viel rapsöl und gar kein butterschmalz hatten, zum mehlieren vollkornmehl ist vermutlich auch nicht ideal). aber davon abgesehen war das sehr sehr gut! dazu gurke-radieschen salat. danach orange und später ein glas rotwein. ich lese noch ein wenig im bett und schlafe dann schnell ein.

jetzt 141.000.

Montag, 13. April 2020

ostermontag 13. april 2020

wir schlafen aus bis halb sieben und holen unser gemeinsames osterfrühstück nach. das ist sehr schön. nachdem der liebste aufgebrochen ist, wässere ich einige orchideen und lese noch ein wenig. dann yoga tag 10. das dauert nur 10 minuten und besteht aus dem sonnengruß, der mehrfach wiederholt wird. danach schaue ich mir den livestream des pessach-gottesdienstes aus frankfurt im hr an. das ist schön, aber weniger interaktiv als ich gedacht hatte.

um noch etwas mehr bewegung zu bekommen, absolviere ich das Low Impact FULL BODY HIIT Workout (No Equipment + No Jumping)  von MadFit. anstrengend aber gut! ein paar übungen sind doch nicht apartmentfriendly, jedenfalls nicht in meinem fall, die lasse ich halt weg. ich studiere nochmal die anleitung für das ginger chicken aus kitchen impossible und stelle fest, dass ich das erst abends kochen kann, quasi à la minute und es im grunde ausreicht wenn ich gegen halb sechs alles abwiege, kleinschneide und bereitstelle (mise en place!). angesichts dieser aussichten rühre ich schnell noch einen teig für einen hefezopf an. brot backen muss ich eh, da kann ich den backofen gleich noch zweitnutzen. gedankenlos rühre ich das bestreich-ei mit in den teig und bestreiche den zopf deshalb vor dem backen mit eierlikör, denn davon sind noch reichlich reste im kühlschrank, mal sehen, ob sich das geschmacklich bemerkbar macht.

ich setze mich gemütlich in den sessel und lese in tommy banks' kochbuch "roots". very inspiring! danach zoom-konferenz mit meinen eltern. wir tauschen uns über corona-frisuren und, allgegenwärtiges thema, brotbacken aus. ich biete an, via zoom bei einer langhaarschneiderbedieung zu assistieren.

ich lese weiter und fange ein neues buch an: "ruth tannenbaum" von miljenko jergovic. dann ist es schon zeit für das mise en place. als der liebste nach hause kommt, steht alles bereit. wir trinken erstmal noch tee, dann mache ich mich ans kochen. es sieht tatsächlich überzeugend so aus, als wäre die soße auf erdnussbasis - das muss am joghurt liegen.

wir essen, zum curry gibt es reis. herrlich. zum nachtisch für jeden noch ein stückchen tarte tatin mit creme double. schmeckt auch heute noch köstlich. wir räumen die küche auf und ich flöte noch ein bisschen aus dem fenster, diesmal in den innenhof, da ist es doch bedeutend ruhiger.

wir setzen uns mit dem tee ins wohnzimmer. der liebste rezitiert brotbackartikel und videkonferenz-haaraschneide-artikel aus der new york times. es scheint wir sind am puls der zeit.

129.000.




zum wiederfinden: zopf etc.


Zopfhasen, Weizen 550, über Nacht im Kühlschrank

Sonntag, 12. April 2020

ostersonntag 12. april 2020

der liebste bricht um kurz nach fünf zur arbeit auf, ich schlafe weiter bis kurz nach sieben und stehe dann auf. während ich auf die aufbackbrötchen warte, gehe ich auf den balkon. es ist unfassbar still. auch die sicht ist so klar, dass ich in der ferne schornsteine und kirchtürme sehe, die ich noch nie gesehen habe.

ich frühstücke: brötchen, honig, marmelade, osterei, dabei lese ich in 1843 und landlust. danach ist das yogaprogramm dran. ich komme gerade eben noch rechtzeitig zum ostergottesdienst im zdf, den ich wegen des musikflshmobs anschauen wollte. der gottesdienst ist nicht schlecht, aber ich werde nicht so richtig warm damit und bin immer wieder abgelenkt. zum flashmob begebe ich mich samt flöte auf den balkon. der klang trägt gar nicht so schlecht, aber mittlerweile ist doch einiges an verkehr und es fahren busse vorbei, wer weiss ob das jemand hört.

noch in den sportklamotten brate ich speck und zwiebeln für das boeuf burguignon an. ich habe mich für eine synthese der rezepte der slowcooker-expertin und der kitchen-impossible-expertin entschieden. ich werfe beides in den crock und gehe erstmal unter die dusche. danach gemütliches internet-lesen, gegen 12 rufe ich meine eltern an. die sind gerade auf gartenrunde und wirken vergnügt.

nach dem telefonat muss ich mich dann direkt beeilen, die restlichen zutaten zu schneiden und den crock zu starten. ich koche nochmal kaffee, setze den mürbteig für die tarte an und recherchiere weiter zur dornenkrone. das lexikon der christlichen ikonographie fällt in den entscheidenden bänden auseinander, ist aber hilfreich, der en-artikel auch. ich fange zumindest mal an, eine einleitung zu schreiben und bilder einzubinden. dann kann der teig auch schon ausgerollt und die tarte gebacken werden. aus dem übrigen teig schneide ich spontan mit dem küchenmesser zwei hasen aus und backe sie danach auch.

hasen aus vollkornmürbteigresten


während tarte und hasen backen, mache ich ein wenig gehirnjogging und lese dann weiter zu den passionsreliquien. der liebste kehrt zurück und wir genießen osterkaffee mit den mürbteighasen. das boeuf ist nach vier stunden noch relativ fest. da ich die zutaten verdoppelt habe, dauert es wohl auch länger, ich gebe noch einmal zwei stunden zu.

der liebste schläft, ich lerse "permanent record" von edward snowden zuende. ein wirklich beeindruckendes buch, einerseits weil e.s. etwas zu sagen hat, andererseits ist es einfach sehr gut geschrieben. ich koche nudeln, decke den tisch und wecke den liebsten. wir schlemmen: breite nudeln mit knusperle, boeuf burguignon, danach tarte tatin mit creme double, dazu einen badischen spätburgunder aus haltingen.

die tarte tatin sieht verbrannt aus, schmeckt aber nicht so
danach bin ich einfach nur sehr sehr satt. um nicht nur ins bett zu kippen, nehme ich noch einmal die flöte und spiele vom balkon ein paar abendlieder. wenigstens das dritte lied schaffe ich ohne krankenwagen-konkurrenz zweimal durchzuspielen. auf der straße ist weniger verkehr als normal, aber schon deutlich mehr verkehr als auch schon in den letzten wochen. bei der letzten strophe von die sonne in ihrem glanz wird es dann schon dunkel, ich erkenne die noten nicht mehr und höre auf.

jetzt noch ein wenig zur ruhe kommen. 127.000.