wir stehen wir immer diese woche früh auf, frühstücken und der liebste verlässt um halb sieben das haus. ich lese, lese, lese die neusten corona-nachrichten und die üblichen blogs. dann yoga-programm tag 21. wäsche waschen, wäsche zusammenlegen.
ich durchforste die vhs-kursdatenbank und markiere viele kurse. dann mache ich mich nochmal schlau, was für einen webspace-tarif ich buchen könnte. schließlich chatte ich mit einem ionos-mitarbeiter, der mir erklärt, dass ich bereits einen webspace-tarif habe. achso. hm. als ich die domain vor 20 jahren registriert habe, gehörte zu meinem tarif nur eine weiterleitung, die ging damals zu geocities. inzwischen gehört ein bisschen webspace dazu. cool.
der liebste hatte mir einen link zu schulungsunterlagen von perun geschickt. dort kann man sich ein kostenloses skript zu wordpress herunterladen. ich lese die ersten seiten und unterbreche dann, um mit dem rad zur GLS-abholstation (ein späi am kleistpark) zu radeln. anschließend versuche ich noch einmal mein glück bei dm und erlege endlich eine packung spülmaschinentabs. dann schiebe ich mein rad durch die fast menschenleere hauptstraße zu aspendos und lasse mir einen döner durch die scheibe reichen. mit knoblauch, scharf und salat alles, das ist gerade sowie komplett egal. zam-zam und 7-gün-döner sind geschlossen. mal sehen, wer nach der auszeit wieder eröffnen wird.
ich radle zurück, verzehre zuhause am küchentisch den döner, danach muss ich mich mit etwas joghurt und einer birne von der scharfen sauce erholen.
in der küche sind zwei kleine raupen:
ich sammle die raupen mit einem papier ein und befördere sie nach draußen.
mit neuem kaffee nehme ich einen neuen anlauf mit wordpress, installiere filezilla und bin stolz wie bolle, dass es mir nach dem überwinden zahlreicher kleiner detailhindernisse doch gelingt, wordpress zu installieren. juhu ich habe eine website, die mich mit "hallo welt" begrüsst. fehlen noch die inhalte, die gibt es dann an einem anderen tag.
ich telefoniere mit meiner mutter. der sauerteig ist angesetzt. in lörrach und freiburg feiern jugendliche fröhliche corona-partys. auch hier lauert die ausgangssperre. wir sprechen nochmal über unvermeidbare kontakte (zahnarzt bei zahnschmerzen) und vermeidbare, die genauso jemand anders erledigen kann. glücklicherweise sind wir uns sehr einig.
zurück am schreibtisch fällt mir das paket wieder ein: die neuen visitenkarten sehen sehr viel besser aus als ich es erwartet hatte. erfreulich, das ist mal ein tag, an dem ich das gefühl habe, es geht alles voran.
der liebste kehrt zurück. ich schreibtische weiter und erledige anstehende schreiben an hausverwaltung und finanzamt.
irgendwann nach sieben nehme ich das restliche red slaw aus dem kühlschrank, richte salat mit nüssle, radieschen und gurke, dazu gibt es für jeden drei riesen-fischstäbchen.
wir streamen noch ein wenig und schlafen kurz nach zehn. auf zeit online gut 14.000 infizierte.
Freitag, 20. März 2020
was machst du eigentlich den ganzen tag - 18. märz 2020
wie jeden tag stehen wir früh auf, wir frühstücken, der liebste steigt gegen 6:30 aufs rad und fährt zur arbeit. ich trinke noch etwas kaffee und lese in der sonntagszeitung. dann tag 20 des yoga-programms. noch im yogadress auf der matte sitzend lese ich im internet und schaue nach den aktuellen zahlen. mein favorit ist mittlerweile der seit 4. märz immer wieder, oft stündlich, aktualisierte artikel "alle bestätigten fälle auf einer karte" in der zeit. ich bin zum corona-newsjunkie geworden, auch wenn das für mich persönlich natürlich eigentlich nichts bringt. mir kommen bilder aus filmen in den sinn, in denen kinder mit spielzeugsoldaten den frontverlauf im krieg nachstellen und immer wieder aktualisieren. irgendwie will man wohl selbst miterleben, was global passiert.
ich sitze noch auf der turnmatte als j. anruft. wir tauschen uns über den aktuellen stand seines home office, prepper, sinnvollere und relevantere berufe und jobs und darüber aus, ob jetzt nicht mal eine ansprache der kanzlerin an die bevölkerung dran wäre (er: ja, dringend, die leute müssen aufgerüttelt und informiert werden ich: die infos sind doch überall, wer will, kann alles wissen, rüttelrede bringt nichts).
als ich aus der dusche komme, wird im radio eine abendliche ansprache der kanzlerin angekündigt. j. hat entweder hellseherische fähigkeiten oder einfach ein gutes bauchgefühl (ja, hat er definitiv).
ich wurschtele in der wohnung herum und bin eine weile am schreibtisch. gegen halb eins gehe ich los zu s. um meinen vorerst letzten leibhaftigen sozialkontakt just for pleasure wahrzunehmen. wir sind schon ewig zum inder verabredet und haben beschlossen, das nun noch durchzuziehen - der inder hat tische draußen mit viel abstand und wir gönnen den netten wirtsleuten auch einfach noch den umsatz. als wir ankommen, sind alle tische vor dem haus frei, innen ist es auch leer. während wir essen, füllen sich weitere tische. wir sitzen im schachbrett, jeder zweite tisch bleibt frei. es ist so herrlich in der sonne, dass wir bis halb vier sitzen bleiben und tee trinken. s. erzählt mir, dass die kursdatenbank der vhs wieder online ist. wir schmieden pläne für fortbildungen und andere kurse, die wir gerne besuchen würden, glauben aber nicht dran, dass die in nächster zeit so stattfinden werden.
den rückweg nehmen wir durch den volkspark, vorbei an den blühenden mandelbäumen auf der wilmersdorfer seite. im park ist viel los. mit luftigem gesprächsabstand flanierende zweiergruppen wie wir, mütter mit kinderwagen, einzelne jogger, aber auch sehr viele jugendliche auf picknickdecken im engen kontakt. wenn das so bleibt, ist die ausgangssperre in der nächsten woche absehbar. unterwegs treffe ich h. er ist trotz offensichtlicher risikogruppe draußen unterwegs und will gerne mit mir kaffeetrinken gehen. das hatten wir eigentlich für diese woche ausgemacht. ich bin unentschlossen, weil ich weiß, wie sehr er nach kontakt lechzt und wie wenig optimistisch er generell auf sein längerfristiges überleben blickt, gleichzeitig wäre es fatal, wenn er sich ausgerechnet jetzt infizieren würde. ich wiegele erstmal ab und gehe nach hause.
ich bereite ein red cabbage slaw nach einem rezept von nigel slater (aus "tender", s. 107) vor, der liebste kehrt zurück und ich gehe in den hof, wasche mein fahrrad und mache das schloss wieder gängig. dann wäsche zusammenlegen, hier türmt es sich, und nochmal eine weile schreibtisch. später rolle ich burger aus dem hackfleisch der stolzen kühe, dazu gibt es den slaw (sehr leckeres rezept, das wird ins repertoire aufgenommen).
ich schaue mir die rede der kanzlerin an, während der liebste pomeranziert. es erinnert mich an the queens speech an weihnachten. vermutlich sind sich beide letztlich ähnlicher als man so denken könnte. die rede ist gut gemacht, unaufgeregt, passt zu ihr. einen emotionalen auftritt und kriegsmetaphern hätte ich ihr nicht abgenommen. ob es was bringt? vielleicht bei den uneinsichtigen unter den senioren. die corona-party-generation erreicht das wohl eher nicht.
sehr satt und müde fallen wir kurz nach zehn ins bett.
ich sitze noch auf der turnmatte als j. anruft. wir tauschen uns über den aktuellen stand seines home office, prepper, sinnvollere und relevantere berufe und jobs und darüber aus, ob jetzt nicht mal eine ansprache der kanzlerin an die bevölkerung dran wäre (er: ja, dringend, die leute müssen aufgerüttelt und informiert werden ich: die infos sind doch überall, wer will, kann alles wissen, rüttelrede bringt nichts).
als ich aus der dusche komme, wird im radio eine abendliche ansprache der kanzlerin angekündigt. j. hat entweder hellseherische fähigkeiten oder einfach ein gutes bauchgefühl (ja, hat er definitiv).
ich wurschtele in der wohnung herum und bin eine weile am schreibtisch. gegen halb eins gehe ich los zu s. um meinen vorerst letzten leibhaftigen sozialkontakt just for pleasure wahrzunehmen. wir sind schon ewig zum inder verabredet und haben beschlossen, das nun noch durchzuziehen - der inder hat tische draußen mit viel abstand und wir gönnen den netten wirtsleuten auch einfach noch den umsatz. als wir ankommen, sind alle tische vor dem haus frei, innen ist es auch leer. während wir essen, füllen sich weitere tische. wir sitzen im schachbrett, jeder zweite tisch bleibt frei. es ist so herrlich in der sonne, dass wir bis halb vier sitzen bleiben und tee trinken. s. erzählt mir, dass die kursdatenbank der vhs wieder online ist. wir schmieden pläne für fortbildungen und andere kurse, die wir gerne besuchen würden, glauben aber nicht dran, dass die in nächster zeit so stattfinden werden.
den rückweg nehmen wir durch den volkspark, vorbei an den blühenden mandelbäumen auf der wilmersdorfer seite. im park ist viel los. mit luftigem gesprächsabstand flanierende zweiergruppen wie wir, mütter mit kinderwagen, einzelne jogger, aber auch sehr viele jugendliche auf picknickdecken im engen kontakt. wenn das so bleibt, ist die ausgangssperre in der nächsten woche absehbar. unterwegs treffe ich h. er ist trotz offensichtlicher risikogruppe draußen unterwegs und will gerne mit mir kaffeetrinken gehen. das hatten wir eigentlich für diese woche ausgemacht. ich bin unentschlossen, weil ich weiß, wie sehr er nach kontakt lechzt und wie wenig optimistisch er generell auf sein längerfristiges überleben blickt, gleichzeitig wäre es fatal, wenn er sich ausgerechnet jetzt infizieren würde. ich wiegele erstmal ab und gehe nach hause.
ich bereite ein red cabbage slaw nach einem rezept von nigel slater (aus "tender", s. 107) vor, der liebste kehrt zurück und ich gehe in den hof, wasche mein fahrrad und mache das schloss wieder gängig. dann wäsche zusammenlegen, hier türmt es sich, und nochmal eine weile schreibtisch. später rolle ich burger aus dem hackfleisch der stolzen kühe, dazu gibt es den slaw (sehr leckeres rezept, das wird ins repertoire aufgenommen).
ich schaue mir die rede der kanzlerin an, während der liebste pomeranziert. es erinnert mich an the queens speech an weihnachten. vermutlich sind sich beide letztlich ähnlicher als man so denken könnte. die rede ist gut gemacht, unaufgeregt, passt zu ihr. einen emotionalen auftritt und kriegsmetaphern hätte ich ihr nicht abgenommen. ob es was bringt? vielleicht bei den uneinsichtigen unter den senioren. die corona-party-generation erreicht das wohl eher nicht.
sehr satt und müde fallen wir kurz nach zehn ins bett.
Donnerstag, 19. März 2020
was machst du eigentlich den ganzen tag - 17. märz 2020
wir stehen früh auf, frühstücken, der liebste fährt kurz nach sechs zur arbeit. ich lese im internet die neusten zahlen, dann kommt tag 19 des yogaprogramms an die reihe. danach lese ich auf der turnmatte sitzend weiter im netz.
ich rufe w. an und erreiche ihn nicht, schreibe schließlich eine mail um unsere flötentermine für die nächste zeit abzusagen und einkaufshilfe anzubieten.
ich dusche, ziehe mich an und gehe zu fuß mal wieder zu dm. die regale sind sehr viel voller als am montag. leider weiter keine spülmaschinentabs, aber sonst diverses von meiner liste. danach zur biocompany. auch dort volle regale mit nur einzelnen lücken. ich stocke frische milch und salat auf und kaufe bei rewe noch zwei heiße gegrillte hühnerbeine. das ist der letzte tag für den hühnerstand, erklärt mir der verkäufer.
zurück zuhause mal wieder wäsche. es ist so warm und sonnig, dass alles schnell trocknet. dann schreibtisch.
der liebste kommt zum mittagessen nach hause, es gibt salat und hühnerbeine.
anschließend führe ich zwei telefonate, schreibe einen vermerk und erledige weitere schreibtischdinge. als ich mich vom schreibtisch losreiße und gelbe bete für ein abendessen in einen topf lege, fällt mir ein, dass heute abholtermin der marktschwärmerei ist. ich instruiere den liebsten zu den gelben beten und mache mich fahrradfertig.
das rad will erstmal noch ordentlich aufgepumpt werden und ist nachwinterlich dreckig. das schloss klemmt. an der marktschwärmerei angekommen, hat sich eine kleine warteschlange auf der straße gebildet. zwei ältere damen steuern an der schlange vorbei zum eingang und entrüsten sich dabei laut über die leute "die hier auf der straße herumstehen". ich merke an, wass wir hier anstehen und das wohl das gebot der stunde ist. die beiden stellen sich wiederwillig hinter mir in die schlange und zetern vor sich hin. nach einen weilchen rücke ich auf, bekomme mein fleisch, joghurt und gemüse. im rausgehen treffe ich j., die ebenfalls in der schlange ansteht. sie erzählt mir ein bisschen aus dem leben im home office. wir verabschieden uns und verabreden, bald zu telefonieren.
ich radele zurück. im treppenhaus treffe ich z., der gerade a. vom flughafen abholen will, die mit dem letzten flug israel in richtung berlin verlassen konnte. z. zweifelt am sinn der angeordneten maßnahmen. ich erzähle im von der corona-simulation in der washington post, in der für mich der sinn von social distancing leicht nachvollziehbar wird. z. beteuert, ein guter staatsbürger zu sein und sich an alles halten zu wollen, selbst wenn er nicht an den effekt glaubt. er erzählt mir, dass in israel mittlerweile genau getrackt wird, wer sich wie durch das land bewegt und der datenschutz quasi aufgehoben ist. davon scheinen wir hier noch entfernt.
während wir im treppenhaus reden, kommt der liebste die treppe herunter. die radwerkstatt hat angerufen, sein rad ist wieder einsatzbereit und er geht es abholen. ich gehe schnell rauf und koche die beten zuende und verwandele sie dann mit einem kimchi-rest in einen salat, dazu wiener würstchen. zum nachtisch gibt es frischen joghurt von glücklichen kühen mit nüssen und ein bisschen trockenobst.
wir streamen noch etwas let's dance weiter und fallen ins bett.
ich rufe w. an und erreiche ihn nicht, schreibe schließlich eine mail um unsere flötentermine für die nächste zeit abzusagen und einkaufshilfe anzubieten.
ich dusche, ziehe mich an und gehe zu fuß mal wieder zu dm. die regale sind sehr viel voller als am montag. leider weiter keine spülmaschinentabs, aber sonst diverses von meiner liste. danach zur biocompany. auch dort volle regale mit nur einzelnen lücken. ich stocke frische milch und salat auf und kaufe bei rewe noch zwei heiße gegrillte hühnerbeine. das ist der letzte tag für den hühnerstand, erklärt mir der verkäufer.
zurück zuhause mal wieder wäsche. es ist so warm und sonnig, dass alles schnell trocknet. dann schreibtisch.
der liebste kommt zum mittagessen nach hause, es gibt salat und hühnerbeine.
anschließend führe ich zwei telefonate, schreibe einen vermerk und erledige weitere schreibtischdinge. als ich mich vom schreibtisch losreiße und gelbe bete für ein abendessen in einen topf lege, fällt mir ein, dass heute abholtermin der marktschwärmerei ist. ich instruiere den liebsten zu den gelben beten und mache mich fahrradfertig.
das rad will erstmal noch ordentlich aufgepumpt werden und ist nachwinterlich dreckig. das schloss klemmt. an der marktschwärmerei angekommen, hat sich eine kleine warteschlange auf der straße gebildet. zwei ältere damen steuern an der schlange vorbei zum eingang und entrüsten sich dabei laut über die leute "die hier auf der straße herumstehen". ich merke an, wass wir hier anstehen und das wohl das gebot der stunde ist. die beiden stellen sich wiederwillig hinter mir in die schlange und zetern vor sich hin. nach einen weilchen rücke ich auf, bekomme mein fleisch, joghurt und gemüse. im rausgehen treffe ich j., die ebenfalls in der schlange ansteht. sie erzählt mir ein bisschen aus dem leben im home office. wir verabschieden uns und verabreden, bald zu telefonieren.
ich radele zurück. im treppenhaus treffe ich z., der gerade a. vom flughafen abholen will, die mit dem letzten flug israel in richtung berlin verlassen konnte. z. zweifelt am sinn der angeordneten maßnahmen. ich erzähle im von der corona-simulation in der washington post, in der für mich der sinn von social distancing leicht nachvollziehbar wird. z. beteuert, ein guter staatsbürger zu sein und sich an alles halten zu wollen, selbst wenn er nicht an den effekt glaubt. er erzählt mir, dass in israel mittlerweile genau getrackt wird, wer sich wie durch das land bewegt und der datenschutz quasi aufgehoben ist. davon scheinen wir hier noch entfernt.
während wir im treppenhaus reden, kommt der liebste die treppe herunter. die radwerkstatt hat angerufen, sein rad ist wieder einsatzbereit und er geht es abholen. ich gehe schnell rauf und koche die beten zuende und verwandele sie dann mit einem kimchi-rest in einen salat, dazu wiener würstchen. zum nachtisch gibt es frischen joghurt von glücklichen kühen mit nüssen und ein bisschen trockenobst.
wir streamen noch etwas let's dance weiter und fallen ins bett.
was machst du eigentlich den ganzen tag - 16. märz 2020
auch ohne frau brüllen habe ich mich zu einer art corona-ausgabe von wmdedgt entschlossen. gerade in absurden zeiten wie diesen freue ich mich über die texte von leuten, die täglich bloggen, wie kittykoma, frau brüllen oder die kaltmamsell. herzlichen dank an euch! irgendwie macht es die sache leichter, wenn ich sehe, wie andere so damit umgehen, die in ganz anderen zusammenhängen unterwegs sind.
wir stehen früh auf, der liebste macht aufbackbrötchen. wir frühstücken mit schinken, wildknacker und käse. kurz nach sechs bricht der liebste auf. ich lese noch etwas herum und trinke kaffee, dann absolviere ich tag 18 des yogaproramms und setze eine wäsche auf.
ich telefoniere mit einem leibnitz-institut, das mich für juni für einen vortrag angefragt hatte. dort sind alle veranstaltungen bis ende juli abgesagt. wir besprechen trotzdem die details und planen für den herbst um. oder ein webinar, aber das scheint mir für diesen zweck eine schlechte lösung. ich muss mir dazu mal noch mehr gedanken machen.
die infektionszahlen liegen irgendwo bei 5.000 für deutschland, bei 300 in berlin.
die garten-mv wird abgesagt. der subbotnik auch.
ich gehe zu fuß zu dm. dort gibt es quasi nichts von den dingen auf meiner liste. auf dem rückweg zu istanbul, auch dort leere regale beim trockensortiment, aber frische sachen in fülle.
der liebste hat auch keinen erfolg bei dm und kommt am frühen nachmittag nach hause. wir essen salat und rührei. nachmittags setze ich mich an den schreibtisch und erledige büro- und schreibkram und lese.
längeres telefonat mit meiner mutter, die einen sauerteig ansetzen möchte und dazu chilenische heidelbeeren erworben hat. wir diskutieren nochmal die grenzen von zu viel und zu wenig vorsicht in bezug auf salat vom markt und andere einkäufe.
parallel backe ich ein brot.
abends ein bisschen let's dance streamen und früh schlafen.
wir stehen früh auf, der liebste macht aufbackbrötchen. wir frühstücken mit schinken, wildknacker und käse. kurz nach sechs bricht der liebste auf. ich lese noch etwas herum und trinke kaffee, dann absolviere ich tag 18 des yogaproramms und setze eine wäsche auf.
ich telefoniere mit einem leibnitz-institut, das mich für juni für einen vortrag angefragt hatte. dort sind alle veranstaltungen bis ende juli abgesagt. wir besprechen trotzdem die details und planen für den herbst um. oder ein webinar, aber das scheint mir für diesen zweck eine schlechte lösung. ich muss mir dazu mal noch mehr gedanken machen.
die infektionszahlen liegen irgendwo bei 5.000 für deutschland, bei 300 in berlin.
die garten-mv wird abgesagt. der subbotnik auch.
ich gehe zu fuß zu dm. dort gibt es quasi nichts von den dingen auf meiner liste. auf dem rückweg zu istanbul, auch dort leere regale beim trockensortiment, aber frische sachen in fülle.
der liebste hat auch keinen erfolg bei dm und kommt am frühen nachmittag nach hause. wir essen salat und rührei. nachmittags setze ich mich an den schreibtisch und erledige büro- und schreibkram und lese.
längeres telefonat mit meiner mutter, die einen sauerteig ansetzen möchte und dazu chilenische heidelbeeren erworben hat. wir diskutieren nochmal die grenzen von zu viel und zu wenig vorsicht in bezug auf salat vom markt und andere einkäufe.
parallel backe ich ein brot.
abends ein bisschen let's dance streamen und früh schlafen.
Freitag, 6. März 2020
was machst du eigentlich den ganzen tag? 5. märz 2020
wie jeden 5. eines monats fragt frau brüllen, was wir eigentlich alle den ganzen tag so machen.
kurz vor dem wecker wache ich von selbst gegen 5:45 auf. gestern abend hatten wir uns nicht so fit gefühlt und waren früh schlafen gegangen, heute ist es deutlich besser. der liebste schaltet das radio ein und geht irgendwann ins bad. gegen 6:30 stehe ich auch auf, gehe kurz ins bad, ziehe eine strickjacke über und setze mich dann zum frühstück mit dem liebsten in die küche. es gibt roggenvollkornbrot, käse, wurst, kaffee und milch. wir lesen in der zeitung vom letzten sonntag.
um sieben startet der liebste richtung arbeit. ich starte eine waschmaschine, räume die frühstückssachen ab und trinke noch etwas kaffee. dann rolle ich die turnmatte im wohnzimmer aus und mache eine runde yoga. unfassbarerweise bin ich jetzt schon bei tag 13 des 30-tage programms von adriene angelangt. die einheit ist überraschend schnell beendet und ich kann kaum glauben, wie wenig es mich diesmal angestrengt hat, obwohl ich gefühlt eine halbe stunde im downwardfacing dog stand.
danach erledige ich im schlafanzug auf der turnmatte sitzend die erste runde internetkram und emails. s. sagt das für nachmittags geplante telefonat ab. auch gut. ich suche eine busverbindung zu w. raus. der bus fährt im 20-minuten-takt und fährt gerade ab. das heißt, jetzt bleiben mir noch genau 40 minuten, um zu duschen, die wäsche aufzuhängen, mich anzuziehen und meine sachen zu packen.
ich erreiche den bus und klingele um 9:45 bei w. ich höre, dass sie übt. sie öffnet nicht, vermutlich rechnet sie noch nicht mit mir und hört die klingel nicht. ich stelle mich in die frühlingssonne und lese ein bisschen auf dem handy. um fünf vor zehn ein neuer versuch, w. hört mich und macht auf.
angekommen packe ich sofort meine bratsche aus und wir legen los. die messe von vasks hat für mich zwei schwierige stellen und geht sonst ganz gut vom blatt. aber das orgelkonzert von poulenc bringt mich absolut an meine grenzen. dazu hab ich einfach zu lange gar nicht gespielt. zu schnell, rhythmisch komplex, zu viele lagenwechsel, töne, die auf der a-seite knapp vor dem steg zu liegen scheinen, ausserdem hat meine bogenhand verlernt triolen zu spielen, ich kann nur geradzahlige gruppen. ich teile w. mit, dass wir das gerne komplett durchgehen können, dass ich das aber nicht schaffen kann, auch nicht mit üben. wir spielen noch ein paar duette von michel corette, die ich vor ewigen zeiten schonmal auf der flöte gespielt hatte, das kriege ich gerade so vom blatt hin.
wir beschließen, dass das genug geübt ist und trinken noch einen kaffee. w. erzählt mir ihr leben. ich rege an, dass sie sich für mehr kontakt mit kindern und enkeln ein smartphone anschaffen könnte. w.s haltung dazu ist ungefähr wie die des captain: tüdelkram, den sie nicht braucht. wer was von ihr will kann sie ja anrufen. wir diskutieren eine weile über ansprüche an sich selbst, darüber wie ehrenrührig es ist, auch mal zu sagen, das schaffe ich nicht oder das wird mir zu viel. schließlich schreibe ich noch von w.s wohnzimmer aus an s. und sage für den poulenc ab.
kurz nach eins verlasse ich w. und setze mich wieder in den bus. kaum sitze ich dort, ruft s. an und will details wissen, hat dann aber gleich verständnis für meine absage und geht entspannt damit um. zuhause werfe ich salat ins wasser und rufe mal meine eltern an, um zu hören wie es ihnen in der freiwilligen quarantäne geht. sie wirken vergnügt und haben noch keinen zuhause-koller.
danach richte ich mir salat aus feldsalat, rotem chicoree und radieschen von der marktschwärmerei, avocado und sardinen. alles sehr lecker. ich trinke noch einen kaffee und sehe dabei den teil von kitchen impossible an, bei dem ich gestern eingeschlafen war. irre sequenz voller kommunikativer missverständnisse zwischen tim mälzer und einem kebab-koch in der jerusalemer altstadt.
w. ruft noch einmal an. ich erzähle ihr, dass ich mit s. gesprochen habe. sie hat sich noch nicht entschieden und wägt immer noch diverse optionen ab.
anne meldet sich, sie kommt heute abend doch nicht zum übernachten. also brauche ich auch kein frühstücksgemüse einzukaufen. gegen halb vier fahre ich trotzdem los und hole das neue festnetztelefon ab. nach einigem hin und her, weil nicht ich, sondern der liebste das telefon bestellt hat, wird mir das gerät angesichts von gleichem nachnamen und gleicher adresse doch ausgehändigt. ich laufe zur kaisereiche und steige dort in den bus nach hause. zurück zuhause setze ich noch eine wäsche auf, drucke ich die unterlagen für das nächste modul aus und zeichne das organigramm. das gelingt erst im dritten anlauf einigermaßen. das amt meldet sich und ist mit meinen diversen fortbildungsplänen einverstanden.
ich erfahre, dass ich tatsächlich als schlichterin in einem konflikt nominiert wurde. spannend. aufregend. ich rufe j. an, höre, wie es ihr im zwangs-home-office so ergeht und lasse mir den ausgang des dramas mit p. erzählen. ich erfahre, dass israel eine corona-einreisesperre verhängt hat und j.s reise damit wohl ins wasser fällt. so schade. ausserdem hat k. gekündigt. hm. wundert mich nur bedingt. währenddessen kommt der liebste nach hause.
ich richte die kammer für r. her und fange an zu kochen (backofen-kürbis und spitzkohl in tomatensauce), als s. vorbeikommt um mir meinen briefkastenschlüssel zurückzubringen und ihren tee abzuholen. sie hat blöde post bekommen. wir unterhalten uns, während ich den spitzkohl in der pfanne rühre. als sie weg ist, essen wir, ich helfe dem liebsten die waschladung über und fahre um 20 vor sieben zu meiner fortbildung. es ist das fünfte modul und es geht diesmal um verhandeln und interkulturelle konflikte. eigentlich genau meine themen, aber vielleicht gerade deshalb erstmal gar nicht so spannend für mich. ankündigung, dass wir am freitag die konflikte innerhalb unserer gruppe mediieren sollen. das sorgt für einige irritation und etwas beklemmung.
r. und ich fahren nach hause und trinken mit dem liebsten noch einen früchtetee. die angekündigte mediation beschäftigt uns weiter. gegen 23 uhr liegen wir im bett und ich schlafe zur tageszusammenfassung des deutschlandfunks ein.
die anderen texte findet ihr wie immer hier
kurz vor dem wecker wache ich von selbst gegen 5:45 auf. gestern abend hatten wir uns nicht so fit gefühlt und waren früh schlafen gegangen, heute ist es deutlich besser. der liebste schaltet das radio ein und geht irgendwann ins bad. gegen 6:30 stehe ich auch auf, gehe kurz ins bad, ziehe eine strickjacke über und setze mich dann zum frühstück mit dem liebsten in die küche. es gibt roggenvollkornbrot, käse, wurst, kaffee und milch. wir lesen in der zeitung vom letzten sonntag.
um sieben startet der liebste richtung arbeit. ich starte eine waschmaschine, räume die frühstückssachen ab und trinke noch etwas kaffee. dann rolle ich die turnmatte im wohnzimmer aus und mache eine runde yoga. unfassbarerweise bin ich jetzt schon bei tag 13 des 30-tage programms von adriene angelangt. die einheit ist überraschend schnell beendet und ich kann kaum glauben, wie wenig es mich diesmal angestrengt hat, obwohl ich gefühlt eine halbe stunde im downwardfacing dog stand.
danach erledige ich im schlafanzug auf der turnmatte sitzend die erste runde internetkram und emails. s. sagt das für nachmittags geplante telefonat ab. auch gut. ich suche eine busverbindung zu w. raus. der bus fährt im 20-minuten-takt und fährt gerade ab. das heißt, jetzt bleiben mir noch genau 40 minuten, um zu duschen, die wäsche aufzuhängen, mich anzuziehen und meine sachen zu packen.
ich erreiche den bus und klingele um 9:45 bei w. ich höre, dass sie übt. sie öffnet nicht, vermutlich rechnet sie noch nicht mit mir und hört die klingel nicht. ich stelle mich in die frühlingssonne und lese ein bisschen auf dem handy. um fünf vor zehn ein neuer versuch, w. hört mich und macht auf.
angekommen packe ich sofort meine bratsche aus und wir legen los. die messe von vasks hat für mich zwei schwierige stellen und geht sonst ganz gut vom blatt. aber das orgelkonzert von poulenc bringt mich absolut an meine grenzen. dazu hab ich einfach zu lange gar nicht gespielt. zu schnell, rhythmisch komplex, zu viele lagenwechsel, töne, die auf der a-seite knapp vor dem steg zu liegen scheinen, ausserdem hat meine bogenhand verlernt triolen zu spielen, ich kann nur geradzahlige gruppen. ich teile w. mit, dass wir das gerne komplett durchgehen können, dass ich das aber nicht schaffen kann, auch nicht mit üben. wir spielen noch ein paar duette von michel corette, die ich vor ewigen zeiten schonmal auf der flöte gespielt hatte, das kriege ich gerade so vom blatt hin.
wir beschließen, dass das genug geübt ist und trinken noch einen kaffee. w. erzählt mir ihr leben. ich rege an, dass sie sich für mehr kontakt mit kindern und enkeln ein smartphone anschaffen könnte. w.s haltung dazu ist ungefähr wie die des captain: tüdelkram, den sie nicht braucht. wer was von ihr will kann sie ja anrufen. wir diskutieren eine weile über ansprüche an sich selbst, darüber wie ehrenrührig es ist, auch mal zu sagen, das schaffe ich nicht oder das wird mir zu viel. schließlich schreibe ich noch von w.s wohnzimmer aus an s. und sage für den poulenc ab.
kurz nach eins verlasse ich w. und setze mich wieder in den bus. kaum sitze ich dort, ruft s. an und will details wissen, hat dann aber gleich verständnis für meine absage und geht entspannt damit um. zuhause werfe ich salat ins wasser und rufe mal meine eltern an, um zu hören wie es ihnen in der freiwilligen quarantäne geht. sie wirken vergnügt und haben noch keinen zuhause-koller.
danach richte ich mir salat aus feldsalat, rotem chicoree und radieschen von der marktschwärmerei, avocado und sardinen. alles sehr lecker. ich trinke noch einen kaffee und sehe dabei den teil von kitchen impossible an, bei dem ich gestern eingeschlafen war. irre sequenz voller kommunikativer missverständnisse zwischen tim mälzer und einem kebab-koch in der jerusalemer altstadt.
w. ruft noch einmal an. ich erzähle ihr, dass ich mit s. gesprochen habe. sie hat sich noch nicht entschieden und wägt immer noch diverse optionen ab.
anne meldet sich, sie kommt heute abend doch nicht zum übernachten. also brauche ich auch kein frühstücksgemüse einzukaufen. gegen halb vier fahre ich trotzdem los und hole das neue festnetztelefon ab. nach einigem hin und her, weil nicht ich, sondern der liebste das telefon bestellt hat, wird mir das gerät angesichts von gleichem nachnamen und gleicher adresse doch ausgehändigt. ich laufe zur kaisereiche und steige dort in den bus nach hause. zurück zuhause setze ich noch eine wäsche auf, drucke ich die unterlagen für das nächste modul aus und zeichne das organigramm. das gelingt erst im dritten anlauf einigermaßen. das amt meldet sich und ist mit meinen diversen fortbildungsplänen einverstanden.
ich erfahre, dass ich tatsächlich als schlichterin in einem konflikt nominiert wurde. spannend. aufregend. ich rufe j. an, höre, wie es ihr im zwangs-home-office so ergeht und lasse mir den ausgang des dramas mit p. erzählen. ich erfahre, dass israel eine corona-einreisesperre verhängt hat und j.s reise damit wohl ins wasser fällt. so schade. ausserdem hat k. gekündigt. hm. wundert mich nur bedingt. währenddessen kommt der liebste nach hause.
ich richte die kammer für r. her und fange an zu kochen (backofen-kürbis und spitzkohl in tomatensauce), als s. vorbeikommt um mir meinen briefkastenschlüssel zurückzubringen und ihren tee abzuholen. sie hat blöde post bekommen. wir unterhalten uns, während ich den spitzkohl in der pfanne rühre. als sie weg ist, essen wir, ich helfe dem liebsten die waschladung über und fahre um 20 vor sieben zu meiner fortbildung. es ist das fünfte modul und es geht diesmal um verhandeln und interkulturelle konflikte. eigentlich genau meine themen, aber vielleicht gerade deshalb erstmal gar nicht so spannend für mich. ankündigung, dass wir am freitag die konflikte innerhalb unserer gruppe mediieren sollen. das sorgt für einige irritation und etwas beklemmung.
r. und ich fahren nach hause und trinken mit dem liebsten noch einen früchtetee. die angekündigte mediation beschäftigt uns weiter. gegen 23 uhr liegen wir im bett und ich schlafe zur tageszusammenfassung des deutschlandfunks ein.
die anderen texte findet ihr wie immer hier
Sonntag, 5. Januar 2020
was machst du eigentlich den ganzen tag? 5. januar 2020
wie jeden 5. eines monats fragt frau brüllen, was wir eigentlich alle den ganzen tag so machen.
gegen sechs wache ich auf und bin wach. der liebste schaltet mir das radio an. ich höre eine weile zu und stehe dann auf. im großen raum sind elf grad. ich öffne die terassentür, die terasse glitzert vor frost, es ist noch stockdunkel und sternklar. ich setze kaffee auf und heize den ofen an. als der kaffee halb durch ist, zweige ich zwei becher ab. die milchflasche ist auf der terasse angefroren, innerlich aber noch flüssig. mit den beiden kaffeebechern kehre ich zurück ins mollig warme schlafzimmer.
ich lese ein kapitel in bartetzkos illusionen in stein. stimmungsarchitektur im nationalsozialismus danach schlafe ich noch einmal bis gegen halb zehn.
die sonne scheint hell in den flur als ich aufstehe. die vereisten pflanzen glitzern in der sonne. ich gehe im nachthemd mit dem iphone zum fotografieren raus, das telefon mag aber keine kälte und geht nach ein paar bildern von selbst aus. also begebe ich mich unter die warme dusche. der liebste richtet das frühstück (roggenvollkornbrot, teewurst, cheddar, butter, honig, marmelade).
wir frühstücken und hören dabei einen katholischen gottesdienst im deutschlandfunk. ich suche für den liebsten den artikel aus der sonntagszeitung vom oktober, die ich gestern abend gelesen habe und in der ein direktvermarktungskonzept aus frankreich beschrieben wird, das so ziemlich genau das ist, wonach ich schon lange suche, und das es - natürlich - auch in berlin gibt (marktschwärmerei). nach dem frühstück lese ich den rest der oktober-zeitung.
mittags ziehe ich gartensachen an und ziehe mit schubkarre, werkzeugtasche und spaten richtung himbeeren. ich schneide die himbeersträucher ab und mache mich dann an den kompost. vier schubkarren kompost kriege ich zusammen, es reicht für die ganzen beerensträucher. auf dem kompostwall sind die beiden trockenen jahre deutlich zu merken. die oberen 40cm sind komplett unvergangenes, trockenes unkraut- und staudenstroh. ich schichte einiges davon um, um an die kompostschichten drunter zu kommen. zwischendrin eine kleine kaffeepause auf der terasse, der liebste reicht mir den kaffee heraus. aus neugier hebe ich mal das kompostsilo hoch. auch darin eine trockenkonserve unserer unkraut- und küchenabfälle. ich stülpe das silo wieder drüber und hole einige kannen wasser um den kompost etwas anzufeuchten. in der regentonne schwimmen kleine eisscheiben herum. ich fülle das silo mit halbvergangem vom kompostwall auf und schließe den deckel. dann ein neuer versuch mit fotos - in unserem klimaverwirrten garten zeigt sich nämlich schon die erste narzissenknopse und auch der flieder hat schon blütenknospen - dabei ist noch nicht mal von den schneeglöckchen etwas zu sehen. dem iphone ist es aber weiter zu kalt und es streikt nach zwei fotos, als ich gerade die ersten krokustriebe und knospen an der grasnelke entdecke.
wieder drinnen wärme ich mich am ofen bei kaffee und original wiener sachertorte auf - ein abschiedsgeschenk aus wien, sehr edel und fein. ich lese weiter in leonhards überfordertem frieden. das buch wird mich noch länger beschäftigen, seit dem sommer habe ich gerade mal 280 von 1280 seiten geschafft, aber es ist einfach zu dicht, um das schnell wegzulesen. danach nehme ich mir noch den mantelteil der sonntagszeitung von anfang november vor. alles es zu dämmern beginnt, packen wir zusammen und fahren gegen fünf ab.
zuhause angekommen ist überraschend die papiertonne geleert - ich nutze die gunst der stunde und entsorge größere mengen altpapier, schachteln und geschenkpapier, bevor unser büchertrödelnder nachbar die tonne wieder mit seinen restbeständen füllt. dann koche ich einen asiatischen fischtopf auf basis der gemüsebrühe, die noch im kühlschrank steht, mit kokosmilch, gelberüben, lauch, spitzkohl, champignons, ingwer, kurkuma, koriander, laksa-paste, ramen und kabeljau. lecker und nahrhaft.
nach dem essen bin ich überraschend platt. ich merke die ungewohnt viele frische luft und die kompostaktion. eigentlich wollte ich noch bügeln, aber ich mache mir klar, dass ich ja momentan nicht alles am sonntag erledigen muss, sondern genauso montags bügeln kann.
ich sinke in den sessel und gebe meine erste testbestellung bei der marktschwärmerei auf, eine schöne gemüsemischung von einem biohof in teltow, die ich dann übermorgen abend in der barbarossastraße abholen kann. bin schon gespannt, wie das da alles so ist. bis jetzt bin ich aber von der plattform und der auswahl dort, sowie von der unkomplizierten abwicklung sehr begeistert. jetzt werde ich noch ein wenig the crown streamen und vielleicht dabei stricken.
die anderen texte findet ihr wie immer hier
gegen sechs wache ich auf und bin wach. der liebste schaltet mir das radio an. ich höre eine weile zu und stehe dann auf. im großen raum sind elf grad. ich öffne die terassentür, die terasse glitzert vor frost, es ist noch stockdunkel und sternklar. ich setze kaffee auf und heize den ofen an. als der kaffee halb durch ist, zweige ich zwei becher ab. die milchflasche ist auf der terasse angefroren, innerlich aber noch flüssig. mit den beiden kaffeebechern kehre ich zurück ins mollig warme schlafzimmer.
ich lese ein kapitel in bartetzkos illusionen in stein. stimmungsarchitektur im nationalsozialismus danach schlafe ich noch einmal bis gegen halb zehn.
die sonne scheint hell in den flur als ich aufstehe. die vereisten pflanzen glitzern in der sonne. ich gehe im nachthemd mit dem iphone zum fotografieren raus, das telefon mag aber keine kälte und geht nach ein paar bildern von selbst aus. also begebe ich mich unter die warme dusche. der liebste richtet das frühstück (roggenvollkornbrot, teewurst, cheddar, butter, honig, marmelade).
wir frühstücken und hören dabei einen katholischen gottesdienst im deutschlandfunk. ich suche für den liebsten den artikel aus der sonntagszeitung vom oktober, die ich gestern abend gelesen habe und in der ein direktvermarktungskonzept aus frankreich beschrieben wird, das so ziemlich genau das ist, wonach ich schon lange suche, und das es - natürlich - auch in berlin gibt (marktschwärmerei). nach dem frühstück lese ich den rest der oktober-zeitung.
mittags ziehe ich gartensachen an und ziehe mit schubkarre, werkzeugtasche und spaten richtung himbeeren. ich schneide die himbeersträucher ab und mache mich dann an den kompost. vier schubkarren kompost kriege ich zusammen, es reicht für die ganzen beerensträucher. auf dem kompostwall sind die beiden trockenen jahre deutlich zu merken. die oberen 40cm sind komplett unvergangenes, trockenes unkraut- und staudenstroh. ich schichte einiges davon um, um an die kompostschichten drunter zu kommen. zwischendrin eine kleine kaffeepause auf der terasse, der liebste reicht mir den kaffee heraus. aus neugier hebe ich mal das kompostsilo hoch. auch darin eine trockenkonserve unserer unkraut- und küchenabfälle. ich stülpe das silo wieder drüber und hole einige kannen wasser um den kompost etwas anzufeuchten. in der regentonne schwimmen kleine eisscheiben herum. ich fülle das silo mit halbvergangem vom kompostwall auf und schließe den deckel. dann ein neuer versuch mit fotos - in unserem klimaverwirrten garten zeigt sich nämlich schon die erste narzissenknopse und auch der flieder hat schon blütenknospen - dabei ist noch nicht mal von den schneeglöckchen etwas zu sehen. dem iphone ist es aber weiter zu kalt und es streikt nach zwei fotos, als ich gerade die ersten krokustriebe und knospen an der grasnelke entdecke.
wieder drinnen wärme ich mich am ofen bei kaffee und original wiener sachertorte auf - ein abschiedsgeschenk aus wien, sehr edel und fein. ich lese weiter in leonhards überfordertem frieden. das buch wird mich noch länger beschäftigen, seit dem sommer habe ich gerade mal 280 von 1280 seiten geschafft, aber es ist einfach zu dicht, um das schnell wegzulesen. danach nehme ich mir noch den mantelteil der sonntagszeitung von anfang november vor. alles es zu dämmern beginnt, packen wir zusammen und fahren gegen fünf ab.
zuhause angekommen ist überraschend die papiertonne geleert - ich nutze die gunst der stunde und entsorge größere mengen altpapier, schachteln und geschenkpapier, bevor unser büchertrödelnder nachbar die tonne wieder mit seinen restbeständen füllt. dann koche ich einen asiatischen fischtopf auf basis der gemüsebrühe, die noch im kühlschrank steht, mit kokosmilch, gelberüben, lauch, spitzkohl, champignons, ingwer, kurkuma, koriander, laksa-paste, ramen und kabeljau. lecker und nahrhaft.
nach dem essen bin ich überraschend platt. ich merke die ungewohnt viele frische luft und die kompostaktion. eigentlich wollte ich noch bügeln, aber ich mache mir klar, dass ich ja momentan nicht alles am sonntag erledigen muss, sondern genauso montags bügeln kann.
ich sinke in den sessel und gebe meine erste testbestellung bei der marktschwärmerei auf, eine schöne gemüsemischung von einem biohof in teltow, die ich dann übermorgen abend in der barbarossastraße abholen kann. bin schon gespannt, wie das da alles so ist. bis jetzt bin ich aber von der plattform und der auswahl dort, sowie von der unkomplizierten abwicklung sehr begeistert. jetzt werde ich noch ein wenig the crown streamen und vielleicht dabei stricken.
die anderen texte findet ihr wie immer hier
Freitag, 6. Dezember 2019
was machst du eigentlich den ganzen tag? 5. dezember 2019
wie jeden 5. eines monats fragt frau brüllen, was wir eigentlich alle den ganzen tag so machen.
der wecker klingelt kurz vor sechs und kurz danach geht die tageslichtlampe an. als der liebste aus dem bad zurückkehrt stehe ich auch auf, gehe ins bad und ziehe mich an (das rote strickkleid und graue wollstrumpfhose). wir frühstücken (roggenbrot, schinken, käse, marmelade, honig, dazu kaffee). in meinem adventskalender sind zwei sterne aus marzipan. der liebste verlässt kurz nach sieben das haus. ich räume noch den tisch ab, entscheide mich nach zwei verunglückten firsurversuchen für offene haare und breche dann gegen halb ach ebenfalls auf. der bus ist angenehm leer und kommt ganz gut durch. ich habe wiedermal vergessen die zeitung im wlan runterzuladen und lese stattdessen www.kittykoma.de und den blog von frau brüllen. um zehn vor acht bin ich am potsdamer platz. vor dem bürohaus halte ich nach dem nachfolger ausschau, um ihn gleich mitzunehmen, denn er hat ja noch keinen schlüssel. er ist noch nicht zu sehen, ich gehe also rein und ans werk - übergabe an den nachfolger. punkt 5 uhr nachmittags sind wir mit meinem für diesen tag geplanten teil des übergabeprogramms durch. zwei kollegen haben glögg gekocht und schenken im konfi an die kollegen aus. die stimmung ist tatsächlich zauberhaft mit kerzen und einem sensationell schönen adventskranz.
nach einer tasse glögg verlasse ich das büro und steige in den M41 richtung Xberg und am halleschen tor in die U6 zur luftbrücke. kurz vor sechs treffe ich in der tanzschule ein. der glögg verbessert leider meine raumorientierung nicht, insbesondere nach figuren mit richtungswechsel. das programm ist abwechslungsreich, alle tänze kommen dran: ballvorbereitung. wir wiederholen den samba-maibaum und lernen einen neuen platzsparenden "auf-der-stelle"-schritt im langsamen walzer. sehr praktisch.
nach dem kurs sind wir beide k.o. und hungrig. der liebste kann sich jetzt doch dafür erwärmen, das geld, das uns eventim für das ausgefallene konzert erstatten muss, im dolden mädel für ein abendessen zu investieren. wir spazieren zum dolden mädel, das aber komplett voll und ausreserviert ist. an der bar wollen wir nicht essen. der liebste schliesst sein rad wieder auf und will jetzt eigentlich nach hause, ich bin aber von der essen gehen idee noch weiter angetan und will zumindest noch einen versuch machen. wir spazieren die bergmannstraße runter, in der es weniger kneipen/restaurants gibt, als ich es in errinerung habe. in einem ramen-laden haben wir glück und ergattern einen zweiertisch. wir essen dumplings und danach sehr feine brühe mit ramen, schweinebauch, bzw. schweinehack und gemüse. lecker und angenehm wärmend.
gegen neun begleitet mich der liebste zur U7 am mehringdamm. weil es so kalt ist, fahre ich u-bahn nach hause und steige am bayerischen platz in die U4. durch die haustür sehe ich einen seltsamen schatten und fürchte, dass sich ein obdachloser in unserem hausflur einen warmen platz gesucht hat. ich bewaffne mich mit schlüssel und handy um notfalls die tür schnell wieder zuzumachen und den liebsten anzurufen. tatsächlich steht hinter der tür der liebste mit seinem ganzen fahrradkram und wartet auf mich. erholt vom schreck steige ich die vier stockwerke nach oben und koche noch einen tee. der liebste arbeitet noch eine stunde am rechner, also setze ich mich auch noch ins wohnzimmer und lese ein wenig in der wikipedia herum, bin aber eigentlich viel zu müde. gegen halb elf ziehe ich ins bett um und schlafe ziemlich schnell ein.
die anderen texte findet ihr wie immer hier
der wecker klingelt kurz vor sechs und kurz danach geht die tageslichtlampe an. als der liebste aus dem bad zurückkehrt stehe ich auch auf, gehe ins bad und ziehe mich an (das rote strickkleid und graue wollstrumpfhose). wir frühstücken (roggenbrot, schinken, käse, marmelade, honig, dazu kaffee). in meinem adventskalender sind zwei sterne aus marzipan. der liebste verlässt kurz nach sieben das haus. ich räume noch den tisch ab, entscheide mich nach zwei verunglückten firsurversuchen für offene haare und breche dann gegen halb ach ebenfalls auf. der bus ist angenehm leer und kommt ganz gut durch. ich habe wiedermal vergessen die zeitung im wlan runterzuladen und lese stattdessen www.kittykoma.de und den blog von frau brüllen. um zehn vor acht bin ich am potsdamer platz. vor dem bürohaus halte ich nach dem nachfolger ausschau, um ihn gleich mitzunehmen, denn er hat ja noch keinen schlüssel. er ist noch nicht zu sehen, ich gehe also rein und ans werk - übergabe an den nachfolger. punkt 5 uhr nachmittags sind wir mit meinem für diesen tag geplanten teil des übergabeprogramms durch. zwei kollegen haben glögg gekocht und schenken im konfi an die kollegen aus. die stimmung ist tatsächlich zauberhaft mit kerzen und einem sensationell schönen adventskranz.
nach einer tasse glögg verlasse ich das büro und steige in den M41 richtung Xberg und am halleschen tor in die U6 zur luftbrücke. kurz vor sechs treffe ich in der tanzschule ein. der glögg verbessert leider meine raumorientierung nicht, insbesondere nach figuren mit richtungswechsel. das programm ist abwechslungsreich, alle tänze kommen dran: ballvorbereitung. wir wiederholen den samba-maibaum und lernen einen neuen platzsparenden "auf-der-stelle"-schritt im langsamen walzer. sehr praktisch.
nach dem kurs sind wir beide k.o. und hungrig. der liebste kann sich jetzt doch dafür erwärmen, das geld, das uns eventim für das ausgefallene konzert erstatten muss, im dolden mädel für ein abendessen zu investieren. wir spazieren zum dolden mädel, das aber komplett voll und ausreserviert ist. an der bar wollen wir nicht essen. der liebste schliesst sein rad wieder auf und will jetzt eigentlich nach hause, ich bin aber von der essen gehen idee noch weiter angetan und will zumindest noch einen versuch machen. wir spazieren die bergmannstraße runter, in der es weniger kneipen/restaurants gibt, als ich es in errinerung habe. in einem ramen-laden haben wir glück und ergattern einen zweiertisch. wir essen dumplings und danach sehr feine brühe mit ramen, schweinebauch, bzw. schweinehack und gemüse. lecker und angenehm wärmend.
gegen neun begleitet mich der liebste zur U7 am mehringdamm. weil es so kalt ist, fahre ich u-bahn nach hause und steige am bayerischen platz in die U4. durch die haustür sehe ich einen seltsamen schatten und fürchte, dass sich ein obdachloser in unserem hausflur einen warmen platz gesucht hat. ich bewaffne mich mit schlüssel und handy um notfalls die tür schnell wieder zuzumachen und den liebsten anzurufen. tatsächlich steht hinter der tür der liebste mit seinem ganzen fahrradkram und wartet auf mich. erholt vom schreck steige ich die vier stockwerke nach oben und koche noch einen tee. der liebste arbeitet noch eine stunde am rechner, also setze ich mich auch noch ins wohnzimmer und lese ein wenig in der wikipedia herum, bin aber eigentlich viel zu müde. gegen halb elf ziehe ich ins bett um und schlafe ziemlich schnell ein.
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