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Mittwoch, 22. Februar 2023

Neue Nationalgalerie, Berlin: Monica Bonvicini. I do You.

* einen besuch wert

im detail:

**einführung:
ich stehe erstmal ein wenig herum, rechts hinter der eingangstür ist eine öffentliche wärmestube des berliner wärmenetzwerks eingerichtet. es gibt theoretisch kostenlosen tee. vermutlich weil gerade erst eröffnet, gibt es allerdings jetzt noch keinen tee. ich gehe weiter in den raum und muss unterwegs meine karte vorzeigen. dann entdecke ich auf einem tresen saalzettel auf einem abreissblock - das a3-blatt beginnt mit einer knappen einführung. 

**benutzerführung:
im raum: keine. besucher*innen können sich in der glashalle bewegen wie fische im aquarium oder wie billardkugeln, mal hierhin angezogen und dann wieder dorthin irrend. der saalzettel hilft auch hier: abbildungen und erläuterungen zu allen gezeigten installationen. 

**aufstellung/hängung:
sehr clever. die installation "Upper Floor", bestehend u.a. aus einer fast raumbreiten nahtlosen spiegelwand teilt die fläche etwa mittig. für mich war das erstmal gar nicht sichtbar, so ebenmäßig spiegelte die wand die eingangsfensterfront wieder. zwei damen, die meine mutter hätten sein können, fotografierten selfies von der wand. nur dadurch fiel mir der spiegeleffekt überhaupt auf. die spiegelwand ist die langsseite eines podestes, um das herum und auf dem sich die einzelnen werke befinden. spontan erinnert mich das alles an marina abramovic, allerdings mit stärkerem fokus auf architektur und deren vergänglichkeit (2 Tonnen Alte Nationalgalerie, matte scheiben aus der alten neuen nationalgalerie auf der rückseite des podests). mindestens 30 minuten lang angekettete museumsbesucher sind leider nur dreimal pro woche hinter den neuen scheiben zu sehen. 

**umfang:
glashalle der neuen nationalgalerie. in 30-45 minuten zu erleben. 

**inhalte:
arhitektur und mensch, architektur und frau, beschränkung und freiheit, hommage an das museumsgebäude von mies van der rohe. 

**hintergründe:
einzelausstellung einer berliner künstlerin in der frisch renovierten neuen nationalgalerie. 

**architektur:
ja. sehr. 

**extras:
saalzettel in xl 

**website: https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/monica-bonvicini/

**fazit: sehr schöne feier der architektur der neuen nationalgalerie, überraschende aussichten aus dem gebäude heraus. das thema mann-frau fand ich eher aufgesetzt. trotzdem schöner prolog um dann ins untergeschoss einzutauchen.

Montag, 22. August 2016

Museo del Rubinetto, San Maurizio d'Opaglio, Piemont, Italien

* einen besuch wert

im detail:
**einführung:Zur Einführung startet eine freundliche Studentin eine Art Tonbildschau und zieht sich dann zu ihren Deutschvokabeln zurück. Es folgt eine Reihe alter Fotos, die das in der Gegend traditionelle Zinngießerhandwerk zeigen. Ein Foto eines Handwerkers, der stolz eine Zinnkanne präsentiert, geht in eine Animation über, die mit etwas Augenzwinkern erläutert, warum die moderne Mode, warmes Wasser im Haus nutzen zu wollen völlig abwegig und sicherlich nur ein kurzlebiger Trend ist, der sich keinesfalls durchsetzen wird...
**benutzerführung:
Nach dem Einführungsfilm erläutert uns die Studentin die beiden weiteren Museumsräume sowie das aus ihrer Sicht einzig interessante Exponat (ein Stück barocke Wasserleitung aus Versailles, tatsächlich erstaunlich, aber leider ohne Wasserhahn). Als wir nach einer guten Dreiviertelstunde den zweiten Raum betreten, ist sie sehr überrascht, dass wir immernoch da sind (so lange war noch nie jemand hier) und vertieft sich dann wieder in ihr Vokabelheft.
**aufstellung/hängung:
State of the art-Glasvitrinen, Wandtafeln und Touchscreens.
**umfang:
Klein - das ganze Museum hat vielleicht 100 Quadratmeter auf zwei Stockwerken, kann man in 20 Minuten oder in 2 Stunden anschauen.
**inhalte:
Grob gesagt, drei Themen: "Der Mensch und das Wasser im Haus", "Technik der Wassermischung seit der Antike", "Wirtschafts-, Sozial- und Designgeschichte der lokalen und weltberühmten Wasserhahnindustrie". Dabei ist die lokale Geschichte grundsätzlich am reizvollsten und bietet auch die meisten Anschauungsobjekte. Die Ausstellungsmacher hatten aber offensichtlich das Bedürfnis, dieses Spezialthema in einen größeren Zusammenhang einzuordnen, diese Zusammenhänge werden allerdings bestenfalls angerissen und vor allem über Texttafeln und Abildungen vermittelt.
**hintergründe:
Das Museo del Rubinetto - Museum des Wasserhahnes, ist das einzige seiner Art und schon deshalb eine Besonderheit. Die lokale Industrielandschaft, die sich generell mit Ventilen (z.B. für Musikinstrumente, Kaffeemaschinen aber auch Dampfmaschinen) befasst, konzentriert sich in Maurizio d'Opaglio seit dem 19. Jahhrundert auf Wasserhähne und ist heute ein Zentrum für Luxusbadearmaturen italienischen Designs. Das Museum ist Teil eines losen Zusammenschlusses von Industriemuseen in der Gegend um den Lago d'Orta (Ecomuseo Cusius).
**architektur:
Das Wasserhahnmuseum befindet sich in einem sanierten denkmalgeschützten Gebäude im Ortszentrum.
**extras:
keine
**homepage: www.museodelrubinetto.it/
**fazit: Kurios, aber lohnend!

Samstag, 1. Januar 2011

republication: Itzehoe: Wenzel-Hablik-Museum

* einen besuch wert

im detail:
**einführung: aufgefallen war uns schon vor längerem die braune hinweistafel an der autobahn, die auf ein museum in itzehoe hinwies, dessen namen wir beim fünften vorbeifahren schließlich entziffert hatten: wenzel hablik, ein name der mir so unbekannt war, wie die strichzeichnung auf der hinweistafel undechiffrierbar - was ist das für ein museum?? mittelalterlicher heiliger, dessen gebeine in itzehoe verwahrt werden? wikipedia hätte uns weiterhelfen können, wir entschieden uns, einfach mal hinzufahren. das navi kannte das wenzel-hablik-museum nicht, also ließen wir uns zum kreismuseum lotsen, in der hoffnung, dort werde man uns schon weiterhelfen können. ein kleiner stadtrundgang räumte mit unseren klischees vom 60er jahre betonklotz auf: itzehoe ist ganz nett. auch wenn man unbegreiflicherweise in den 70er jahren die störschleife, die die innenstadt umgab, mit vielen tonnen sand zugeschüttet hat. allerdings fand sich nirgends ein hinweis auf das museum. ein hilfsbereiter buchhändler riet uns, zum alten rathaus zu gehen, da sei das museum gegenüber. allerdings konnten wir auch das rathaus nicht finden. schließlich gaben wir klein bei und fragten in der städtischen touristeninformation nach. die freundliche dame wusste auf anhieb, dass es das museum gibt, mit nachschlagen in einer broschüre konnte sie uns dann auch sagen, wo es sich befindet (immerhin handelt es sich ja um eines von zwei museen in itzehoe).
*benutzerführung: die freundliche mitarbeiterin an der kasse entschuldigte sich zunächst, dass das erdgeschoss wegen der hängung einer sonderausstellung gerade nicht zu besichtigen sei, schickte uns dann eine treppe hinauf und merkte an, die dvd werde gleich noch neu gestartet. im obergeschoss konnten wir dann in aller ruhe unbewacht und als einzige besucher durch die räume stromern, eine festgelegte reihenfolge gibt es nicht.
**aufstellung/hängung: die ausstellung umfasst interieurs, gemälde und vitrinen. die anordnung vermittelt eine intime, fast wohnzimmerhafte atmosphäre. beeindruckend sind die nach alten mustern angefertigten teppichböden.
**umfang: die ausstellung selbst ist in 45 minuten leicht zu besichtigen, die sehr lohnende dvd dauert noch einmal etwa 25 minuten.
**inhalte: gezeigt werden kleinformatige zeichnungen futuristischer architektur, großformatige ölgemälde kosmischer konstellationen, die an 80er-jahre airbrush-technik erinnern, aber tatsächlich in grellem gelb und blau mit dem pinsel auf die leinwand gebracht wurden. kristalle, steine, schmetterlinge und käfer, die hablik sich für seine arbeit sammelte stehen auf und in dem stark von werkbund und spätem jugenstil beeinflussten mobiliar. vieles ist aussergewöhlich, aber zugleich schlicht und würde sich auch heute noch gut im eigenen wohnzimmer machen. portraitgemälde, silberschmuck, wandbehänge, fotos von den starkfarbigen an kandinsky erinnernden innenraumausmalungen, eigens entworfene kleidungssstücke zeigen die vielseitigkeit habliks. die von hablik entworfenen notgeldscheine zeugen von humor auch im angesicht einer ernsten lage. (und zeigen in abstrahierter form die wunderschöne, leider verlorene lage der stadt an der stör).
**hintergründe: wenzel hablik (1881-1934) war vordenker einer expressionistischen architektur. als handwerker und künstler war er bestrebt, seinem gesamten umfeld eine von kunst durchdrungene prägung zu geben, wie dies auch der deutsche werkbund seit 1907 propagierte. für hablik, der vor seiner ausbildung als künstler eine tischlerlehre absolviert hatte, stand neben der künstlerischen form gerade die handwerkliche qualität im vordergrund. er arbeitete eng mit seiner ehefrau elisabeth lindemann zusammen, die in ihrer handweberei viele seiner entwürfe umsetzte. die eigene künstlerische leistung von elisabeth lindemann, die mit der weberei wohl auch die familie ernährte, tritt dabei leider etwas in den hintergrund - auch sie war auf den ausstellungen des werkbundes mit ihrer weberei präsent.
**architektur: das wenzel-hablik-museum residiert in einem zurückhaltend sanierten alten bürgerhaus.
**extras: es gibt ein kleines museumscafe - für uns gab es dort aber (um 16 uhr nachmittags) leider keinen kaffee mehr - die maschine war schon gereinigt worden und sollte nicht mehr gestartet werden. schade. hier könnten sich die sonst sehr zuvorkommenden mitarbeiter noch besser absprechen: die kaffeemaschine bleibt an, solange noch besucher durch das obergeschoss wandeln!!
**homepage: www.wenzel-hablik.de
**fazit:es ist beeindruckend zu sehen, wie in einer kleinen provinzstadt das talent eines derart eigenständigen künstlers von aufgeschlossenen und mutigen bürgern erkannt und gefördert wurde. derselben haltung ist es zu verdanken, dass heute das museum existiert, das den nachlass habliks verwahrt, der von seinen töchtern in eine stiftung eingebracht worden war. die stadt itzehoe erscheint zwar auf der liste der sponsoren des museums - es gäbe jedoch noch die eine oder andere möglichkeit, wie stadt und museum von diesem kleinen juwel profitieren könnten. das braune schild an der autobahn kann nur ein anfang sein.


ursprünglich hier veröffentlicht im märz 2008.


Sonntag, 26. September 2010

republication: Frankfurt, Museum für Moderne Kunst (MMK) – An American Index of the Hidden and Unfamiliar

* grandios

im detail:
**einführung:sehr nobel. einführende worte von salman rushdie. wandfüllend und weiß auf schwarz im ersten raum der ausstellung.
**benutzerführung:elaboriert. nicht nur saalzettel, sondern eine ganze zeitung für jeden besucher. darin sind auf vier großformatigen doppelseiten die erklärungstexte zu den gezeigten photographien abgedruckt. cleverer weise wurden die bilder dazu durchnummeriert - eine reihenfolge, an die sich die hängung allerdings nicht hält. der offensichtlich gewünschte effekt: vor das bild treten - sehen - denken - dann den sehr klein gedruckten text an der wand daneben lesen, funktioniert also auch mit der zeitung in der hand: bild sehen - rätseln - katalognummer entziffern - in der zeitung nach dem text suchen. die ästhetik und oft fast abstrakte inszenierung der photos wird damit nicht vom erstaunen über das sujet, von vorgeprägtem, angelesenem, überlagert.
**aufstellung/hängung:überlegt. offensichtlich fein austarierte und der raumfolge angepasste mischung. dass einige motive dadurch in den bilderkisten bleiben mussten ist schade aber nachvollziehbar (und wird durch den feinen katalog ausgeglichen)
**umfang:2 bis 3 stunden kann man gut verbringen, wenn man sich die mühe macht, die texte gründlich zu lesen, was aber keine mühe macht, denn die texte sind spannend, erhellend und gut formuliert.
**inhalte:von der kunstsammlung der CIA, über schwarzbären im winterschlaf bis zur zentrale des ku-klux-klan. photos von orten, menschen und situationen, die man normalerweise nicht oder nicht so sieht. wobei das versteckte manchmal auch das übersehene ist.
**hintergründe: die photographin taryn simon photographierte über vier jahre an orten des modernen amerika, die der gesellschaft zwar hintergründig bewusst, aber normalerweise unzugänglich sind. großformatige abzüge zeigen die sorgfältig aber minimalistisch in szene gesetzten motive. jede photographie wird von einem von der künsterlin verfassten, in sprödem ton gehaltenen text begleitet.
**architektur: die sehr präsente architektur des MMK beherrschte die ausstellung auf angenehme weise gar nicht. weiße wände.
**extras: saalzettel ("zeitung"), sorgfältig gestalteter, leinengebundener katalog.
**homepage: www.mmk-frankfurt.de
**fazit: must see. wiederkommen nicht ausgeschlossen.


zuerst veröffentlicht hier am 14.10.2007

republication: Hamburg, Kunsthalle. Mahjong

* grandios

im detail:
**einführung:inclusiver adioguide vergriffen, minikatalog (kleines rotes maobible-artiges büchlein) sagt nur was zu den einzelnen sälen, leicht verstörende installation in der eingangshalle und video im lift dienen aber als passende einführung
**benutzerführung: exzellent. der benutzer wird kompetent in den dritten stock verfrachtet, von wo man, im uhrzeigersinn gehend, die ausstellung über drei stockerke in einer planvollen abfolge erlebt. die mahjong-bibel erweist sich dabei als sehr nützlich - ohne den audioguide (wie so oft *seufz*) keine weiteren erklärungen in den sälen.
**aufstellung/hängung: sehr sehr gut. am anfang die üblichen roten wände, die in einer china ausstellung endlich mal wirklich eine berechtigung haben, später abgewandelt zu lila und orange, später, je moderner desto white cube. geschickte platzierung von skulpturen und videokunst. sogwirkung.
**umfang: 2,5 bis 3 stunden
**inhalte: von mao bis heute. differenzierte darstellung der chinesichen kunstrichtungen seit den 1970ern bis heute. zu fremd um kompetente worte darüber verlieren zu können. beeindruckend, verstörend, schön.
**hintergründe:sammlung chinesischer gegenwartskunst des ringier-vizes uli sigg.
**architektur: n.a.
**extras: mahjong-bibel.
**homepage: www.hamburger-kunsthalle.de
**fazit: oh wow.


zuerst hier veröffentlicht am 20.02.2007


Montag, 9. August 2010

republication: Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum. Resopal.

* wenn man sowieso in der nähe ist

im detail:
**einführung:
schwer zu finden, wenn man das falsche treppenhaus benutzt hat und am anderen ende der ausstellung den saal betritt. wenn mans gefunden hat, bringt es einem aber auch nur so mittelviel.
**benutzerführung: eher keine
**aufstellung/hängung: ambitioniert, aber etwas überladen, viele eher funktionslose resopalschnipsel, dafür die texttafeln schlecht zu finden und nicht besonders gut zu lesen
**umfang: 45 min maximal
**inhalte: resopal als werkstoff, in verschiedenen funktionen, oberflächlichkeit versus authentizität. fragen der trans-sensualität.
**hintergründe:firmengeschichte der resopalproduzenten
**architektur: n.a.
**extras: n. a.
**homepage: www.dam-online.de
**fazit: interessanter als gar keine resopal-ausstellung. aber man hätte für den gewöhnlichen besucher so viel mehr daraus machen können.

ursprünglich hier veröffentlicht im feburar 2007

republication: Frankfurt, Museum für Kommunikation. Pong Mythos

* wenn man sowieso in der nähe ist

im detail:
**einführung: kurz aber ok, nicht besonders leserlich.
**benutzerführung: schlecht. alles stand mehr oder weniger einfach irgendwie herum, es ergab sich keine gewollte oder irgendwie aussagekräftige abfolge. die wenigen texttafeln wirkten ebenso willkürlich verteilt.
**aufstellung/hängung: hätte sehr viel besser sein können. man merkte deutlich die "wanderausstellung". die verschiedenen objekte und stationen schienen weder zueinander noch zum raum in irgendeinem bezug zu stehen.
**umfang:klein. 45 minuten mit ausgiebigem spielen.
**inhalte:das erste computer- bzw. videospiel und seine (direkten und indirekten) folgen bis heute. entsprechend des titels "mythos" war relativ viel kunst oder künstlerische auseinandersetzung mit pong dabei, manchmal mehr, manchmal weniger gelungen. die historische entwicklung kam daneben ein wenig kurz. aber viel kurioses wie z.b. pong mit kakerlaken oder ein rein mechanisches pong...
**hintergründe: pong wird dieses jahr 25.
**architektur:n.a.
**extras: spielen!!! bis auf die "painstation", die ich leider kaputt gemacht habe, bevor sie jemand ausprobieren konnte, durfte jeder überall selbst den balken schieben und den ball schlagen. sehr vergnüglich...
**homepage: www.pong-mythos.net
**fazit: viel pong, wenig ausstellung.


zuerst hier veröffentlicht im januar 2007

Sonntag, 1. August 2010

Kunstbastion, Zitadelle Spandau. Entdeckungen. Schwaan und die Landschaftsmaler


franz bunke: schwaan

* einen besuch wert

im detail:
**einführung: erstmals ausserhalb mecklenburgs wird in der kunstbastion der spandauer zitadelle eine werkauswahl der schwaaner künstlerkolonie gezeigt.
**benutzerführung: zu jedem künstler bietet die ausstellung einen biographischen abriss und eine knappe stilistische einordnung seines werkes. der ort schwaan wird ebenfalls vorgestellt.
**aufstellung/hängung: die zeichnungen, aquarelle und gemälde hängen in loser folge, vage thematisch, jedoch nicht nach künstlern oder chronologisch geordnet, vor den unverputzten backsteinwänden in den gewölben der bastion. der grobe hintergrund lässt die werke feiner und zarter wirken als dies vor der klassischen weissen museumswand der fall wäre.
**umfang: die ausstellung umfasst schätzungsweise 70 werke, die man in 45 minuten gut würdigen kann
**inhalte: gezeigt werden werke von franz bunke, rudolf bartels, peter paul draewing und alfred heinsohn. die werke von bunke, der die kolonie ins leben gerufen hatte, beanspruchen den größten raum, sind jedoch am wenigsten interessant: handwerklich gekonnt, im übrigen aber wenig originelle, fast maniriert wirkende genre und landschaftsszenen, gerne auch im großen format. eine offenbarung sind die gemälde von bartels und heinsohn. beide nahe an der klassischen moderne und auf dem weg zur abstraktion, bartels dabei noch konsequenter mit krass farbigen, flächig wirkenden landschaften und stillleben. diese gemälde könnte man fast mit ausgeschnittenem tonpapier nachbilden. von beiden hätte ich gerne mehr gesehen. heinsohn hat es eher mit kleineren formaten, die einzelnen pinselstriche rollen sich zu bergen, bäumen und wolken zusammen.
**hintergründe: um 1880 entstand in dem kleinen mecklenburgischen ort schwaan eine künsterkolonie, gegründet von einer gruppe von künstlern, die zumeist aus dem ort oder seiner unmittelbaren umgebung stammten und in weimar studiert hatten. die künsterkolonie hatte bis zum 1. weltkrieg bestand und ermöglichte gemeinsame ausflüge in die natur, den austausch vor ort und gemeinsame ausstellungen. zu künstlerischen manifesten der gruppe kam es jedoch nicht.
**architektur: neben der durch die räume der bastion vorgegebene räumliche struktur gibt es keine besondere ausstellungsarchitektur.
**extras: wieder draussen sonnnen wir uns auf dem innenhof der festung. eine gruppe sonnenbebrillter berliner schreitet auf die kunstbastion zu. "halt" ruft die frau "da ist die kunstausstellung drin". die gruppe dreht ab.
**homepage: http://www.zitadelle-spandau.de/Kunstausstellungen___/kunstausstellungen___.html
**fazit: überraschende feine ausstellung, die ich an diesem ort nicht erwartet hätte.

republication: Meldorf, Landwirtschaftsmuseum Schleswig-Holstein, Dauerausstellung

* einen besuch wert

im detail:
**einführung:jeweils zu den verschiedenen abteilungen
**benutzerführung: stark verbesserbar, aber nicht uncharmant: man wandelt weitgehend ungestört durch eine grosse halle, in der die dinge scheinbar einfach so herumstehen. erklärende tafeln sind knapp und im design dem eröffnungsjahr des museums (1986) stark verhaftet. für den wohlwollenden besucher ist das absolut ausreichend und selbst schon museal attraktiv. vieles ist in seiner funktionsweise heute kaum noch zu verstehen (warum pflügt man eigentlich, was passiert da, was bringt es...das scheint 1986 noch um einiges selbstverständlicher gewesen zu sein), einen konsumtrotteligeren museumsbesucher, der weniger aktiv als passiv nach unterhaltung strebt macht die gestaltung der ausstellung wohl nur an sehr verregneten hochsommertagen glücklich.
**aufstellung/hängung: siehe oben...erfreulicherweise kann man an alle gerätschaften dich dran, viele strahlen eine eigene monströse designschönheit in den zarten farben der 30er bos 50 er jahre aus, noch älteres hölzernes und schmiedeeisernes gerät wirkt geradezu ornamental. unschön sind jedoch vitrinen mit 20 jährigen landwirtschaftlichen produkten, die nicht nur inziwschen jede farbe verloren haben, sondern auch sonst vollkommen ununterscheidbar sind. gelungen dagegen die "eingebauten" werkstätten und wohnhäuser von handwerkern und bauern.
**umfang: gross. schätzungsweise zwei stunden bei gemütlichem schlendern ohne eingehende analyse jedes einzelnen pflugs.
**inhalte:geschichte der technik und der lebens- und arbeitsweise in der landwirtschaft in schleswig-holstein.
**architektur:grossgeratene scheune (im winter kalt!!)
**extras: modelle von pferdegebissen verschiedener lebensalter (gegen die rosstäuscher). southpark ist demzufolge, wäre er ein pferd, 2,5 jahre. museumsshop mit gestickten kissen etc. nettes personal, das die besucher wirklich bis zur schliessung in der ausstellung herumstromern lässt.
**homepage: leider ein wenig veraltet. www.landwirtschaftsmuseum-schleswig-holstein.de
**fazit:mähdrescher im dornröschenschlaf. als museumsmuseum ein juwel. im sinne grösstmöglicher vermittlungserfolge trotzdem mal behutsam updaten?


ursprünglich hier veröffentlicht im januar 2007

republication: Frankfurt, Städel. Gärten. Ordnung, Inspiration, Glück


* einen besuch wert

im detail:
**einführung:leider in textform bis auf nette, aber etwas zusammenhanglose zitate an den wänden, keine. immerhin gibt es eine extra angefertigte installation aus lackierten metallblumen an der decke, die auch bis in den vorraum wuchern, wo man durch eine grasgrüne museumsshop-dependence eingestimmt wird.
**benutzerführung: deutliche wegweiser zu den beiden ausstellungsteilen, das weitere ergibt sich durch die ausstellungsarchitektur. jeder besucher bekommt einen kostenlosen minikatalog, der zwar wenig als führer taugt, dafür einen besonders cleveren saalplan enthält.
**aufstellung/hängung: grandios. grasgrüne einbauten an eingang und treppenhaus. die ausstellung selbst ist durch seitliche zotten und raumhohe kuben in zahlreiche kleinräume, durchgänge und nischen gegliedert. sichtlininen von zentralen punkten aus ermöglichen die focussierung auf einzelne werke. grundfarbe der wände ist leberbwurstgrau, von dem sich gelbe, blaue und grüne nischen auffällig absetzen.
**umfang:die ausstellung umfasst über 200 werke, zwei stunden ist man mindestend unterwegs.
**inhalte:leider nicht ganz klar. thema ist der garten als motiv, wobei damit der garten als eher privater, eingeschlossener raum gemeint ist. parks werden nicht oder nur am rande thematisiert. die ausstellung ist vage chronologisch organisiert, mit einer deutlichen lücke in der renaissance und dem paradiesgärtlein als einzigem vertreter des mittelalters. genauso fehlen moderne nach 1920 und gegenwartskunst (bis auf eine sehr ansprechende diaprojektion von fischli/weiss und die eingangs erwähnte metallblumeninstallation). leider findet keine thematische untergliederung innerhalb der ausstellung statt, so hätte es nahegelegen, die alten drucke des eichstätter florilegiums mit den zeichnungen merians, goethes', vielleicht auch denen von klee und beuys, jedenfalls aber mit den cynographien, salzdrucken und "naturselbstdrucken" (nein, kartoffelstempel gehören nicht dazu) zusammenzubringen. ein andere gruppierung hätte das weibliche im garten zum thema nehmen können - intime szenen des lesens, handarbeitens oder lustwandelns im garten. eher morbide gartenthemen (friedhöfe, ein innenhof im stil einer "gothic novel", ein tod mit gieskanne im gärtchen, ein tierfriedhof als scherenschnitt) böten sich ebenfalls an. dies alles leistet möglicherweise der katalog (noch nicht gelesen) - in der ausstellung selbst muss sich der besucher diese bezüge allerdings im kopf zusammensuchen, die hängung ermöglicht kaum erkenntnisse über eine aussage, die hinter dieser ausstellung stehen könnte.
dennoch lohnt ein besuch, weil hier exzellente werke bedeutender künstler gleich reihenweise, sowie einige nur selten zu bewundernde seltsamkeiten zu bewundern sind. ob es aber gar so vieler klees, beuys und liebermanns bedurft hat, von denen nur einzelne werke im zusammenhang wirklich aussagekräftig scheinen, bleibt fraglich. und auch die frage, ob man es goethes ungelenken naturstudien nicht besser hätte ersparen sollen, mit grandiosen noldes, schieles, monets & co in einem schau gezeigt zu werden, drängt sich dem betrachter geradezu auf. wenn dann noch gedörrte goethesche palmwedel ohne weitere kommentierung in einer vitrine lagern, ist die frankfurter goethehudelei mit dem städel in einer weise durchgegangen, wie es weimar nicht besser könnte.
**hintergründe: bleiben leider unbeackert.
**architektur:die ausstellung wird auf zwei ebenen im neubau des städel gezeigt. treppenhaus und deckendurchbruch sind schön in die ausstellungsarchitektur einbezogen.
**extras:
***kostenloser minikatalog mit saalplan und etwas schwurbeligen, eher beschreibend-interpretierenden texten zu den meisten gezeigten werken, gelegentlich findet sich auch tatsächlich und ad hoc nützliche information.
***beim zweiten besuch ermäßigt sich der eintritt (karte aufheben!)
***ermäßigter eintritt auch im palmengarten (karte sehr gut aufheben!)
**homepage: www.staedelmuseum.de/index.php?id=1276
**fazit:lohnt einen besuch, aber keine reise. die qualität der bilder spielt über konzeptuelle mängel hinweg.

ursrünglich hier veröffentlicht im november 2006



republication: Fokus auf Johannes Verspronck. Sonderausstellung Städel, Frankfurt am Main

* grandios

im detail:
**einführung: keine. die begegnung mit dem fokussierten bild spricht für sich.
**benutzerführung: das ist wie wikipedia zum anfassen. die ikonographie des bildes, seine provenienz, sowie die geschichte der restaurierung, sogar die hintergründe für eine neue rahmung des bildes werden asuführlich und detailliert erläutert. die erläuterungen hängen als kalenderartig aufklappbare blattbündel an den wänden, jedes stichwort bekommt so sein din a4 an wandfläche. was sonst in einem buch hintereinandergeschaltet verflacht, ist hier in voller breite im überlick erfassbar. post-it notizen und handgeschriebene deckblätter vermitteln dem besucher das gefühl, in den arbeitsunterlagen des museums wühlen zu dürfen.
natürlich ist die insenzierung unübersehbar - trotzdem eine extrem zugängliche und zugleich detailverliebte darstellung, dieein wenig an die todo-listen in der kaisermacherausstellung im historischen museum erinnert.
**aufstellung/hängung: das portrait der frau im sessel sowie die beiden vergleichswerke befinden sich auf olivgrünem grund in einer intimen nische, die sich aus der kreuzung verschiedener raumfolgen ergibt.
**umfang: drei werke. also schnell zu sehen. bis man sich durch alle informationen geblättert hat, kann man aber gut eine halbe stunde dort verbringen.
**inhalte: nach der befreiung vom patina-firniss des 19. jahrhunderts und der neu-rahmung in einem nach historischen vorbild geformten dunklen holzrahmen wird das gemälde von verspronck der öffentlichkeit präsentiert. es sind details über funktion und material der abgebildeten kleidung zu erfahren wie auch über die provenienz, insbesondere die sammlerfamilie leisler. die dokumentation der restaurierung entspricht üblichen standards, inclusive der immer faszinierenden vorher-nachher-effekte. besonders reizvoll ist die erläuterung der neurahmnung mit fotomontagen der verschiedenen rahmungen.
**hintergründe:n.a.
**architektur:n.a.
**extras:n.a.
**homepage: http://www.staedelmuseum.de/index.php?id=1273
**fazit: klein und sehr fein. angenehm unarroganter versuch, den besucher sich selbst von information erschlagen zu lassen.


usprünglich hier veröffentlicht im november 2006


Samstag, 31. Juli 2010

republication: Von Tizian bis Tiepolo. Sonderausstellung Städel Frankfurt am Main

* exzellent

im detail:
**einführung: wie so viele präsentiert sich auch diese ausstellung klatschmohnrot. am eingang verdeckt eine zurückgesetzt freistehende wand (auch dies eine derzeit oftgewählte eingangssituation) zunächst den blick in den kleineren saal, der die graphiksammlung zeigt. ein großer einführungstext zu beginn beleuchtet vor allem auch die geschichte dieses sammlungsbestandes, zur rolle venedigs, gerade auch im vergleich zu florenz, woe die zeichnung noch eine weitaus bedeutsamere rolle spielt. weitere überblickstexte zur renaissance und zum rokoko.
**benutzerführung: das farbkonzept rot für renaissance und lila für rokoko erleichtert die orientierung, der renaissance-eingangstext weist den besucher in die richtige richtung. ausführliche texttafeln zu jeder zeichnung machen audioguide oder saalzettel überflüssig und erschließen die teils interpretationsbedürftigen werke auf kluge weise. manchmal ein bisschen zu klug.
**aufstellung/hängung: sehr gelungen, spiegelfrei, die klatschmohnwände sind ein bisschen 2004, das lila dagegen fast gewagt, glaubhaft rokokoesk, wenn auch zum farbklang der graubraunen werke manchmal unpassend.
**umfang: in einer dreiviertelstunde gut zu durchschreiten, nur ein saal mit einigen vitrinen u. stellwänden
**inhalte: zeichnungen hauptsächlich des 16. und 18. jahrhunderts, darunter zahlreiche kompositions- und detailstudien. einiges von geradezu erschreckend moderner anmutung, erinnert an den ersten stahlrohrsessel, der eigentlich ein polstersessel ohne polsterung war.
**hintergründe:funktion der zeichnung zwischen entwurfsskizze und autonomem kunstwerk, kürzliche erforschung des zeichnungsbestandes im städel
**architektur: n.a.
**extras: keine
**homepage: www.staedelmuseum.de/index.php?id=1268
**fazit: überraschend geglückte kabinettausstellung ohne muffige archivanmutung


ursprünglich hier veröffentlicht im november 2006

republication: Mainz, Gutenberg-Museum, Dauerausstellung

* einen besuch wert



im detail:
**einführung:die einführung besteht in einem etwa 15 minuten langen schwarz-weissen puppenfilm aus den 50ern - nach dem ersten schrecken über sprechduktus und anklingendes weltbild ist es ein niedlicher, detailverliebt nachgebauter film, immerhin mit zeitlich passender musik unterlegt. direkt anschliessend gibt es im untergeschoss eine vorführung einer druckerpresse, die recht disneymässig daherkommt, sich ganz offensichtlich an amerikaner richtet und genau genommen eigentlich auch ganz niedlich ist.

leider gibt es sonst keine einführung - aus der eingangshalle des museums steigt man eine treppe nach oben, der kleine raumplan an der wand ist nur schwer zu deuten, da zwei stockwerke in einem grundriss dargestellt werden und dann steht man schon mitten drin in der ausstellung - und das nicht unbedingt an dem punkt, an dem im nachhinein gesehen der logische anfang wäre.

**benutzerführung:
findet nicht statt, lediglich in der abteilung zu gutenbergs biographie gab es laminierte saalzettel, sonst nur sparsame (aber gute) beschriftung in den vitrinen, keine einführungstexte, keine audioguides kein plan o.ä.

**aufstellung/hängung:
drucke und handschriften in angenehm ausgeleuchteten vitrinen, die B42 im begehbaren tresor, druckerpressen und anderes mobiliar stehen frei, auf den vitrinen liegen zahlreiche nachbildungen der gezeigten technischen mittel zum anfassen, sehr schön!

**umfang:grösser und verwinkelter als es zunächst den anschein hat sollte man mindestens 1,5 stunden einplanen, wenn man den einen oder anderen text auch lesen will, kann man auch gut einen tag dort verbringen (gibt auch ein cafe...)

**inhalte:
vermittelt werden soll die geschichte des druckens, und zwar nicht nur die geschichte gutenbergs, sonder n aus einer globalen sicht. das ist sehr anschaulich mit vielen exponaten, gerade aus asien. leider findet man diesen historisch weit zurückreichenden teil der ausstellung erst am ende, genau wie auch viele technische details der farbherstellung etc erst im hinteren teil präsentiert werden, nachdem man schon voller unkenntnis an einigen zig folianten vorbeigeschlendert ist.

lobenswerter weise widmet sich das museum auch modernen phänomenen des druckens, wie z.b. dem zeitungsdruck

**architektur: das museum befindet sich in dem historischen (rekonstruierten) haus zum kaiser, sowie einem modernen anbau - von innen bemerkt man die historischen räume des kaisers kaum, allerdings ist die fassade prächtig. ansonsten funktional aber unauffällig.

**homepage: hässliche unübersichtliche homepage: www.gutenberg-museum.de

**fazit: für jeden grad des interesses interessant, je nachdem wird man sich eine stunde oder mehrere tage dort aufhalten.


urspünglich hier veröffentlicht im juli 2006

republication: Darmstadt, Museum Künstlerkolonie, Dauerausstellung

* einen besuch wert, wenn man sowieso in der nähe ist

im detail:
**einführung:eine chronologie der künstlerkolonie mathildenhöhe und der restauration des gebäudes dient im foyer als einführung, ist allerdings leicht zu übersehen. einen einführenden text gibts leider nicht.
**benutzerführung: eigentlich findet keine echte benutzerführung statt - man betritt das kleine museum im mittleren von drei räumen, zur linken sind dann die früheren, rechts die späteren ausstellungen der künstlerkolonie thematisiert. intuitiv würde man wohl nach rechts gehen, wird jedoch von der netten aufseherin dann in den linken raum geschickt.
**aufstellung/hängung: erfreulich viele exponate stehen auf flachen sockeln und podesten frei im raum. es wurde versucht, die räumlichen dimensionen der wohnräume, für die die ausgestellten möbel, keramiken und metallgegenstände konzipiert waren, nachzuempfinden. modelle bilden die siedlung in verschiedenen entwicklungsstufen ab.
**umfang:das museum ist eher klein und in 45 min kann man es gründlich betrachten. allerdings lohnt es nur im zusammenspiel mit den erhaltenen gebäuden ringsum, so dass man sich für einen besuch der mathildenhöhe insgesamt mind. 3 h zeit nehmen sollte.
**inhalte:die geschichte der künstlerkolonie mathildenhöhe, themen und bedingungen ihrer ausstellungen, aber auch das werk der beteiligten künstler sind thema dieses museums. ausgestellt werden vorwiegend einrichtungsgegenstände aus den künstlerhäusern und nach entwürfen der mathildenhöhen-künstlern produzierte gebrauchsgegenstände. jeder künstler wird kurz biographisch und mit seinem werk vorgestellt. leider wird die mathildenhöhe kaum im kontext ihrer zeit verankert. man würde auch gerne mehr über die nachnutzung der gebäude und die fortsetzung der bebauung nach dem ende der kolonie erfahren. so befindet sich am fusse des platanenhains ein wohnheimgebäude von ernst neufert aus den 50ern, das, vorbildlich restauriert, deutliche bauhauszitate aufweist (balkone, fensterrhythmus etc).
**hintergründe:leider geht die ausstellung an keine stelle wirklich in die tiefe. hier böten sich details zum stil, den verwendeten materialien, aber auch zu den politischen und wirtschaftlichen verhältnissen an
**architektur:das museum befindet sich in der rekonstruktion des atelier-gebäudes von joseph maria olbrich aus den 1980ern. obwohl schon damals die nutzung als museum feststand, wurde auch im innern des gebäudes die ursprüngliche kleinteilige raumfolge zumindest angedeutet.
**extras: die aufseher holen auf nachfrage handschuhe und öffnen schranktüren und schubladen. gleich nebenan im shop kann man zahlreiche der ausgestellten gebrauchsgegenstände erwerben (geschirrtücher, gläser, leuchter, haarspangen etc). ausserdem sehr schöne tüten!
**homepage: www.mathildenhoehe.info
**fazit:beim besuch der künstlerkolonie mathildenhöhe sollteman das museum nicht auslassen. gerade die modelle erleichtern das verständnis der gesamtanlage ungemein. kleines aber feines museum mit freundlichen mitarbeitern.


ursprünglich veröffentlicht im Mai 2006 hier