Montag, 6. Juli 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Sonntag 5. Juli 2020

Wie immer am 5. eines Monats findet versammeltes Tagebuchbloggen statt, Treffpunkt ist das Blog von Frau Brüllen, wo auch alle anderen Beiträge verlinkt sind.

Gegen halb sieben wache ich das erste Mal auf, gehe kurz auf die Terasse. Es ist windig und grau. Ich lege mich wieder hin und höre etwas Radio, Information und Musik im Deutschlandfunk. Irgendwann nach sieben schlafe ich wieder ein und wache kurz vor zehn wieder auf. Der Liebste hat Kaffee gekocht und bringt zwei Becher ans Bett. Ich werde langsam richtig wach. Wir hören ein bisschen DLF-Sonntagsgottesdienst. Der Liebste bäckt zwei Tiefkühlbrezeln auf und richtet Frühstück auf der Terasse. Es ist sehr sehr windig. Ich lese trotzem nach dem Frühstück noch ein bisschen Zeitung.

Dann bringe ich L. den Schlüssel zurück, treffe sie auf halber Strecke auf der Straße. Wir schwätzen kurz, dann drehe ich um. Auf dem Rückweg treffe ich U. mit nur einem Hund. Der andere ist krank. Klingt gar nicht so gut. Ich gebe der neu gepflanzten Platane, die nur zögerlich asutreibt, nochmal fünf Kannen Wasser und kehre dann zurück in den eigenen Garten. Der Liebste sitzt mit Buch unter dem Apfelbaum. Ich setze mich einen Moment dazu und genieße den Gartenanblick. Schließlich raffe ich mich auf für das Putzprogramm. Der Staubsauger will nicht. Der Filter scheint zugesetzt. Ich versuche es mit Ausklopfen, das hilft nur bedingt. Im warmen Wasser löst sich eine Menge Dreck aus dem Filter, aber mit nassem Filter saugt es sich auch schlecht. Ich lasse den Filter erstmal weg, das funktioniert prima und wird sauber wie selten. Vielleicht brauchen wir gar keinen neuen Staubsauger sondern einfach einen neuen Filter.

Wo ich schon dabei bin, kümmere ich mich nochmal um den Abfluss der Dusche. Vielleicht bekomme ich ihn jetzt endlich mal richtig frei. Dann wische ich noch alles nass auf und setzt mich wieder unter den Apfelbaum. Ich spreche mit meinen Eltern, die ebenfalls Siesta im Garten machen. Als es anfängt zu regnen, ziehe ich erst unter den Dachüberstand am Haus, dann ganz ins Haus um. Der Liebste grillt Gemüse, Käse und Würste. Nach dem Telefonat bereite ich Salat vor und vernähe dann die letzten übersehenen Fäden an meinem Strickkleid. Nach drei Jahren endlich fertig.

S. ruft an. Seit wir uns zuletzt gesehen haben, sind sie Eltern geworden. Und suchen jetzt eine bezahlbare 3-Zimmerwohnung in Berlin. Die Ausstellung wird ab September in Berlin bei der Stiftung Berliner Mauer und ab Oktober im Haus der Geschichte in Stuttgart gezeigt. Mein Zeitzeugeninterview wird voraussichtlich auch gezeigt, bzw. Teile davon. Vielleicht werde ich auch noch von der Uni Konstanz für eine Studie angefragt werden. Ich freue mich, dass die Ausstellung realisiert werden kann und bin mal gespannt. Ich erzähle S. im Gegenzug, dass ich für meine Ausbildung gerade nach Mediationsfällen suche und außerdem Webinare zur Wikipedia anbiete. Wir vereinbaren gegeseitiges Weiterleiten und Verbreiten.

Draußen regnet es weiter, wir essen drinnen. Danach packen wir zusammen und fahren zurück nach Berlin. Zuhause setze ich ein Brot an, mit 630er Dinkelmehl, denn das ist das einzige Mehl im Schrank, noch aus Coronamehlmangelzeiten. Gegen zehn mache ich mich bettfertig und lese noch ein bisschen in den ersten Tagebuchbeiträgen, die schon im Brüllen-Blog eingetrudelt sind. Gegen elf kommt der Liebste dazu und wir machen das Licht aus. Ich schlafe kurz vor Mitternacht.

Jetzt auf zeit.de 197.000 Infizierte, davon 2.700 in den letzten sieben Tagen.

Die anderen Beiträge finden sich hier.

Dienstag, 23. Juni 2020

Montag 22. Juni 2020

Ich wache um viertel vor sieben auf, weil mein Handy Geräusche macht. Warum auch immer habe ich es heute über Nacht auf das kleine Regalbrett über dem Bett gelegt. Es ist eine Behördenmail. Die Behörde zweifelt meinen Studienabschluss an und möchte weitere Dokumente. Die Dokumente, die die Behörde sich vorstellt, gibt es nicht - mein Studienabschluss ist ein englischer und dort gelten teilweise andere Regeln als hier, beispielsweise ist ein Master entweder bestanden oder nicht, eine Abschlussnote wird nicht in die Urkunde aufgenommen. Ich tausche Emails mit dem Sachbearbeiter der Behörde, erkläre, frage nach. Der Tag startet genervt.

Der Liebste kocht Kaffee und bäckt Brötchen auf. Ich bin hibbelig und genervt. Wir frühstücken auf der Terasse, danach fahre ich im Gartenoffice den Rechner hoch, während der der Liebste anfängt den Garten rasenarchäologisch zu bearbeiten, denn der ist im Panama-Modus.

Ich bringe einen Vermerk zuende und sende ihn ab. Das ist immerhin schonmal eine Sache die ich abhaken kann. Dann recherchiere ich dem Master-Zeugnis-Mysterium hinterher. Dunkel erinnere ich mich an eine Notenübersicht, die ich ausgehändigt bekam. Die ist natürlich in Berlin.

Für den Vortrag am Dienstag starte ich schließlich Powerpoint und lese die Rahmenbedingungen nochmal genau durch. Die Powerpoint hätte ich gestern bis 24 Uhr per Email übersenden sollen. OK. Dann ohne Powerpoint. Ich entscheide mich also doch spontan für die Variante Flipchart und teile mit, dass ich ein Flipchart benötigen werde. Die Entwürfe für zwei Flipchartbögen stehen nach kurzer Zeit in meinem Block. In einem Blog lese ich, dass Flipchartpapier bei McPaper und Karstadt zu bekommen ist, wenn man es wie ich sofort braucht und nicht von einem Büromaterialversand mit der monatlichen Bestellung mitliefern lassen kann.

Ich mache mich auf der Suche nach dem Liebsten, denn offensichtlich müssen wir jetzt sofort nach O. fahren, wo sich der nächste Mcpaper befindet. Der Liebste ist verschwunden. Ich suche in Haus, Garten und Nachbarschaft. Vermutlich sitzt er in einem der Nachbarhäuser und rettet jemandes Computer. Ich gehe zurück ins Garten Office und bastele weiter an meinem Entwurf. Als der Liebste wieder auftaucht (er war im Schatten unter dem Apfelbaum gesessen) erkläre ich ihm meine Misere. Wir packen schnell alles zusammen und fahren nach O. Die Damen bei McPaper sind nett und zuvorkommend, leider gibt es kein Flipchartpapier. Ich kaufe stattdessen zwei weiße Fotokartons und einen Schreibtischunterlage-Block, der geht zur Not auch.

Zurück im Auto ergoogle ich einen weiteren Schreibwarenhändler in H. Wir fahren nach H. Dort gibt es eine kleine Fußgänerzone, die wir bisher nicht kannten und eine Skribo-Filiale. Auch hier sehr nette Menschen, die bis morgen alles bestellen könnten, aber vor Ort kein Flipchartpapier. Nicht mal ein großer Zeichenblock. Ich google weiter nach Büromaterial. Schließlich finde ich einen Händler, schon auf Berliner Stadtgebiet, der Präsentationszubehör auf seiner Website auflistet. Ich rufe an. Eine freundliche Dame fragt sofort zurück: kariert oder blanko oder eine Seite kariert, die andere blanko? Wie viele Blöcke brauchen Sie? Sie legt mir einen sowohl-als-auch-Block zurück und wir fahren weiter nach Berlin.

Mein Flipchartblock liegt schon zusammengerollt am Tresen, ich nehme noch einen Pack Druckerpapier mit, bezahle und steige dann gegen drei mit mission accomplished wieder ins Auto. Wir fahren zurück Richtung Garten. Ich merke, dass ich ziemlich hungrig bin. Vor die Wahl zwischen irgendwas vom Bäcker und Burger King gestellt, steuert der Liebste den Burger King an der Autobahnabfahrt an. Wir essen jeder einen Burger im Außenbereich und brechen dann gestärkt wieder auf. Zuhause brauche ich nach dieser Aktion erstmal einen Kaffee und mache damit die offizielle Garten-Kaffee-Runde.

Gegen halb fünf rolle ich dann das Flipchartpapier aus und fange an, meine Blätter zu gestalten. Im zweiten Versuch wird das gemessen an der knappen Vorbereitungszeit ganz ordentlich. Praktischerweise hatte ich ja im Auto genug Zeit, mir über die Gestaltung Gedanken zu machen. Als alles fertig ist, rolle ich es zusammen und lege es gleich wieder ins Auto. Dann überarbeite ich nochmal meine Vortragskarten.

Der Liebste kocht derweil grünen Spargel mit Pesto. Wir essen auf der Terasse, waschen ab und fahren um neun zurück nach Berlin. Unterwegs ruft M. an. Er hat den Traktorfilm schon gesehen und scheint sehr angetan. Was er erzählt, macht mich auch sehr neugierig auf den Film. Wir reden bis wir zuhause ankommen und noch eine Weile weiter. Nebenbei durchforste ich meinen Uni-Ordner, bis ich einen zwanzig Jahre alten Brief meiner Uni finde, dem tatsächlich sowas wie eine Notenübersicht beigefügt ist. Wir beenden das Telefonat, ich scanne den Brief ein, leite ihn an die Behörde weiter. Kurz nach elf liegen wir im Bett.

Auf zeit.de jetzt 192.000 Infizierte, davon 4.000 in den letzten sieben Tagen.

Freitag, 5. Juni 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Freitag 5. Mai 2020

Es ist wieder der 5. des Monats und viele Tagebuchblogger verlinken ihre Beiträge im Blog von Frau Brüllen.

Ich wache gegen sechs Uhr auf und habe eine Art Formel im Kopf. Mein Unterbewusstsein hat daran wohl über Nacht gearbeitet und ist jetzt fertig. Ich versuche nochmal einzuschlafen und stehe stattdessen um fünf vor sechs auf und fahre den Rechner hoch. Ich formuliere ein paar Thesen für mein Rechenmodell und eine Gleichung mit diversen Variablen und dem Prozentsatz x, die sich sogar recht elegant nach x auflösen lässt. Jetzt muss ich nur noch passende Zahlen für die Variablen finden. Ich formuliere eine entsprechende Mail um die fehlenden Werte zu erfragen und bastele danach weiter an meinen Thesen. Gegen halb acht speichere ich alles ab und gehe nach der Kaffeemaschine schauen, die läuft schon, denn H. ist auch schon wach und hat sie gestartet. Wir reden ein bisschen, bis der Kaffee durch ist, dann gehe ich mit zwei Bechern Kaffee zurück ins Bett und wärme mich auf. Draußen wechseln Sturzregen und Sonne. Ich lese gemütlich ein paar Blogs und Nachrichten, bis auch der Liebste aufwacht. Gegen neun stehen wir auf, ich verzichte tapfer auf Haarewaschen weil wir später noch schwimmen wollen und gehe zum Bäcker.

Unterwegs grüßt mich ein Handwerker, der gerade aus seinem Pritschenwagen steigt, leicht vorwurfsvoll mit "Moin" - ich bin schon halb vorbei grüße dann aber brav zurück. Scheints habe ich inzwischen den local style soweit adaptiert, dass ich nicht mehr für einen Touri gehalten werde. Beim Bäcker stehen einige Leute draußen Schlange, alle brav mit Maske, auch die Verkäufer. Ich krame meine Maske heraus, die aus dem orange-bunten Krabbenmusterstoff der Tischsets besteht, die ich mal für H. gequiltet habe. Spätestens jetzt würde ich mich ja selbst für einen Touri halten. (Neues Sommersouvenir Stoffmaske?) Ich kehre mit den noch heißen Brötchen zurück und wir frühstücken fürstlich, mit Erdbeeren, Sahnejoghurt und Krabben. Danach richtet der Liebste H.s Rechner ein, das geht schnell und sie findet sich glücklicherweise sofort mit allem zurecht. Ich setzte mich auch ein meinen Rechner und spiele ein wenig Coraline. Ich google die aktuelle Tide. Im Google-Kasten erscheint: Hochwasser heute Dienstag 2. Juni...... Google ist auch nicht mehr das, was es mal war, finde dann aber raus: heute um 13:06.

Da es gerade nicht regnet, brechen wir kurz vor eins auf und fahren zur Badestelle. Im Radio erfahren wir, dass der lange totgeglaubte Freizeitpark "Land & Leute" nicht, wie wir gestern anhand der Plakatierung dachten, den fatalen Versuch unternommen hat, ausgerechnet in diesem Frühjahr wieder zu eröffnen und dann sofort pleite gegangen sein muss. Es ist genau umgekehrt: Der totgeglaubte Freizeitpark ist wegen Corona  auferstanden. Die lokale Schaustellerfamilie Rasch musste nämlich alle ihre Auftritte auf Jahrmärkten in diesem Jahr komplett streichen und hat dann spontan beschlossen, die Fahrgeschäfte im Land & Leute-Park zwischenzulagern und diesen innerhalb von drei Wochen soweit wiedergestellt, dass sie ihn inzwischen als Freizeitpark wiedereröffnen konnten. Vermutlich war Land& Leute noch nie so spektakulär wie jetzt.

An der Badestelle ist überraschend viel Betrieb. Neben den üblichen Schafen treffen wir mehrere Paare und Familien, die auch tatsächlich baden. 15 Grad Wassertemperatur sind wie immer erstmal doch recht kalt, dann gewöhne ich mich dran und plansche etwas herum und dann wird es doch plötzlich wieder richtig kalt und ich schwimme zügig zurück zur Treppe. Nach dem kalten Meer ist die ungeheizte Stranddusche auch ganz ok. Ich lege mich mit meinem großen Badehandtuch auf eine Bank und trockne in der Sonne bis der Liebste auch aus den Fluten steigt. Wir ziehen uns wieder an und streben erfrischt und gut gelaunt zurück zum Auto. Das war seit Januar das erste Mal, dass ich Schwimmen war und so langsam hat es mir doch sehr gefehlt mal im Wasser zu sein.

Zuhause angekommen gönne ich mir eine ausgiebige heiße Dusche. Endlich!  Danach brechen wir auf nach Büsum und essen Scholle bei Möller. Unser erster Restaurantbesuch seit Corona. Sehr sehr lecker und schön. Der Liebste und H. fahren noch ein paar Runden mit Deutschlands nördlichstem Riesenrad (gehört auch Familie Rasch und steht normalerweise auf Sylt, kam aber dieses Jahr wegen Corona nur bis Büsum). Ich gehe derweil eine Runde spazieren.

Zuhause appliziere ich bei H. die Fußbehandlungssocken. Das Latschenkiefermodell ist deutlich komplizierter anzubringen als das von dm. Wir trinken noch etwas Kaffee, dann logge ich mich in eine Videokonferenz zum Thema Onlinekommunikationskultur in der Wikipedia ein. Am Ende wird es aber keine inhaltliche Diskussion, sondern eher der Versuch der Teilnehmer, die Projektbeschreibung so umzumodeln, dass es nicht demnächst in einen großen Fettnapf springt. Die Projektverantwortliche wirkt am Ende etwas geknickt. Vielleicht kam nicht so richtig raus, dass wir uns vor allem deshalb Sorgen machen, weil wir das Projekt eigentlich so vielversprechend finden und nicht möchten, dass es aus blöden Gründen scheitert. Die formulierten todos klingen aber sinnvoll.

Während des Calls friere ich fast ein. Ich koche nochmal Kaffee und bastele dem Liebsten und mir ein kleines Abendessen aus Frühstücksresten zusammen. Wir sehen ein bisschen fern, dann gehe ich zurück an den Rechner, um noch einen Screencast aufzunehmen und etwas an meinem Webinar weiterzubasteln. Während das Videoprogramm rendert, setze ich mich zum Liebsten und teste das Fußmassagegerät von H. Das ist ganz lustig, aber ich glaube, für mich eher nicht das richtige, immerhin habe ich danach wieder warme Füße. Während das Video konvertiert und hochlädt, schreibe ich diesen Post.

Auf zeit.de jetzt 185.000 Infizierte insgesamt, davon 2.400 in den letzten sieben Tagen.

Die übrigen Beiträge finden sich wie immer hier.


Montag, 1. Juni 2020

sonntag 31. mai 2020

der liebste steht gegen vier auf. ich wache auch kurz auf, weil es nach frischen aufbackbrötchen duftet. ich stehe auf, verabschiede den liebsten, schließe die tür ab und lege mich wieder hin. nach einiger zeit schlafe ich dann weiter und wache gegen neun wieder auf.

ich backe mir die restlichen brötchen auf, hole die sonntagszeitung und frühstücke. kurz nach zehn heize ich den grill an. das scheint soweit alles ganz gut zu funktionieren. ich nehme die lammkeule aus dem kühlschrank und salze sie rundum ordentlich ein. die mirabelle bekommt noch einmal ein stündchen gartendusche gegen die blattläuse. dann bastele ich aus dem rhabarberkompott ein crumble und schiebe es zum backen in den ofen. gegen halb zwölf hat der grill dann die gewünschte hitze erreicht. ich schrubbe den rost, stelle einen gastronormbehälter mit wasser auf den unteren rost, lege die keule auf und installiere das grillthermometer.

inzwischen ist es warm und sonnig geworden. ich installiere sonnenschirm, tisch und stühle neben dem apfelbaum und setze mich dann mit kaffee und zeitung nochmal etwas auf die terasse, bis l. mit e. und l. eintrifft. die kinder sind ziemlich warm angezogen. wir installieren planschbecken und gartendusche während sich die kinder nach und nach entblättern. l. und ich quatschen gemütlich mit kaffee während die kinder planschen.

der rhabarbercrumble kommt bei den kindern nicht ganz so gut an - jedenfalls der rhabarberanteil darin. wir retten die kinder mit spaghetti vor dem hungertod und genießen danach die lammkeule mit gemischtem salat. als die stimmung sich etwas einzutrüben droht, packen wir alles ein und fahren ins dorf zum spielplatz. der spielplatz bewährt sich wieder mal sehr. ich mag, dass alles so gut in schuss ist und es auch für größere kinder interessante geräte gibt. l. und l. spielen fußball, während ich e. auf der schaukel anschiebe, die dazu kleines einmaleins aufsagt.

als bei l. die laune vor müdigkeit endgültig kippt, steigen wir schnell wieder ins auto, die drei setzen mich zuhause ab und winken noch kurz dem liebsten zu, der inzwischen zurückgekehrt ist. während der liebste ein ründchen im liegestuhl schläft, telefoniere ich mit meinen eltern. danach verzehren wir den restlichen crumble und duschen dann beide noch gemütlich, denn in berlin ist mal wieder das warme wasser ausgefallen. ich entbeine die lammkeule. gegen acht packen wir alles ein und fahren nach berlin.

der liebste beschwert sich bei der bahn und ich krame in der wohnung herum. dann schneiden wir noch ein bisschen lammkeule auf. dazu gibt es die restlichen spaghetti und mango chutney, als nachtisch teilen wir uns eine orange.

im bett schaue ich noch ein paar minuten des let's dance profi challenge - das ist mir aber zu viel show und zu wenig klassische figuren. gegen elf machen wir das licht aus.

jetzt auf zeit.de 184.000 fälle insgesamt, davon 3.100 in den letzten 7 tagen.

Dienstag, 19. Mai 2020

montag 18. mai 2020

wir frühstücken kurz vor sieben zusammen, dann radelt der liebste zur arbeit, ich räume die küche auf, lese noch ein paar nachrichten und fahre dann um halb neun zu ikea. es ist wieder sehr sehr leer. ich nehme alle möglichen abkürzungen um schnell in die lagerhalle zu kommen. ikea hat diverse lücken zwischen regalen der markthalle geöffnet, so dass ich wirklich schnell vorankomme, das darf meientwegen gerne so bleiben!

an einem terminal schaue ich nochmal nach, dass der lieblingsbürostuhl wirklich nicht lieferbar und nicht vorrätig ist und hole dann das zweitliebste modell aus dem regal. ich hatte eigentlich erwartet, dass der stuhl vielleicht in einer folie fix fertig im regal stehen würde, es war dann aber doch eher ein großer überraschend flacher karton. ich bezahle an einer sb-kasse, lade den karton auf die rückbank und fahre nach hause. viertel nach neun an einem montagmorgen und ich war schon bei ikea. erstaunlich.

ich lasse den karton erst einmal im auto und schwinge ein wenig den staubsauger. weil wir letzte woche überwiegend im garten waren, reicht ein wenig saugen und abstauben und ich bin schnell mit dem putzprogramm durch. kurz nach zehn setze ich mich an den schreibtisch und widme mich dem webinar sowie diversen mails.

der liebste kehrt kurz nach eins zurück, ich richte salat aus babyspinat, minitomaten, ziegenfrischkäse und salzmandeln, danach gibt es für jeden einen apfel und ein stück dunkle schoki.

wir machen "sieste" und schauen die erste hälfte der letzten let's dance folge. danach kehre ich zurück an den schreibtisch und kaum sitze ich da ist es plötzlich schon kurz vor sechs. ich rüste das schlafzimmer zum meditationszentrum um und logge mich per zoom in den jahreskurs ein. der kurs tut wie immer sehr gut. inzwischen sind wir auch alle schon so zoom-wise, dass der kurs fast emotional aufgeladener ausfällt, als wenn wir uns im großen seminarraum treffen. vielleicht sehen wir sonst nie so unmittelbar nur die gesichter.

während ich meditiere kocht der liebste "aufgeräumter schrank". es gibt spaghettireste mit einer sauce aus brokkoli, ölsardinen, ein paar rosinen, etwas nusskrokant, knoblauch und joghurt. das schmeckt sehr fein und sieht chic aus.

beim abräumen sehe ich eine nachricht von meinen eltern, die gerade mein paket aus der packstation geholt haben. während wir gefühlt gerade eher das leben der späten siebziger wiederaufleben lassen (keine öffis, dafür viel zu fuß oder mit dem auto unterwegs, wocheneinkauf, großer vorrat an dosen und trockensortiment, wenig mediterranes gemüse, was aber eher an der jahreszeit liegt, am wochenende mal einen brief schreiben), haben sich meine eltern speedy ins digitalzeitalter katapultiert und hantieren mit krankenkassen-app, dhl-packstation, lebensmittel-lieferdienst, whatsapp, zoom, sprachnachrichten und warten auf das nächste apple-update, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. es ist alles gut angekommen und wir reden noch ein bisschen über die kosten für post and packaging und was da eigentlich angemessen ist und was nicht.

der liebste ist schon im halbschlaf, ich schaue noch let's dance zuende und wir schlafen gegen elf.

jetzt auf zeit.de 174.000 infizierte insgesamt, 4.600 in den letzten sieben tagen.

Donnerstag, 14. Mai 2020

mittwoch, 13. mai 2020

ich raffe mich auf, mit dem liebsten um kurz vor sieben zu frühstücken. es hat fünf grad und regnet. ich smse an s. ob wir unser eis-date nicht lieber ausfallen lassen sollten? danach lese ich ein bisschen im netz, schreibe ein artikel-review über die jersualemer altstadt und mache anschließend yoga, tag 21 des prgramms. dann kurz unter die dusche und aufs rad, denn ich bin mit j. verabredet. inzwischen ist es sonnig und wir sitzen mit der gebührenden distanz auf einer bank am park. j. überreicht mir geliehene bücher und eine wurst-und-honig-lieferung von j. - stilvollerweise hat er diese in eine papiertüte der firma stihl verpackt ;)

ich lasse mich über die neusten corona-umgangsregularien der alten firma updaten. schon ganz gut, dass ich das nicht mitmachen muss. es ist schön, mal wieder gemütlich mit j. zu reden. gegen zwölf verabschieden wir uns, ich radele zum auto, lade dort die tüte ab und fahre weiter zu dm um milchersatz und putzmittel- und kosmetiknachschub zu kaufen, lade auch das in den kofferraum um und fahre dann zu ikea. dort sind mit bändern und paletten gatter zum schlangestehen installiert. es ist aber wenig los und ich kann ohne warten direkt in den laden (anders als bei tk maxx, wo eine schlange bis zur nächsten querstraße stand). ich sitze ausgiebig die bürostühle probe. leider ist das gewählte modell dann gar nicht bestellbar und muss erst wieder ins lager geliefert werden.

ich radele zurück, trage den kram aus dem auto nach oben und mache mir einen kleinen salat, dazu gibt es einen der frischen wildschweinknacker und danach ein paar englische kekse aus london. ich lese nochmal etwas in den scrumunterlagen und telefoniere dann mit g., die zertifizierter scrum master ist und tatsächlich im unternehmen mit scrum teams arbeitet. das ist sehr spannend. g. ist einerseits von der methode überzeugt, sieht aber auch klar, die schwierigkeiten im täglichen einsatz und generell bei einer einführung/umstellung von einem traditionellen modell zu scrum.

kurz nach vier packe ich dann die orchesternoten für a. ein, melde mich bei s. und mache mich auf den weg. s. kommt mit entgegen. wir gehen zusammen um die ecke zu a., ich werde die noten los, dann ziehen wir weiter zur eisdiele und setzen uns auf eine distanzbank im lassen-park. ich berichte s. von meinen neusten beruflichen überlegungen und wir tauschen uns aus. als uns dann doch etwas kühler wird, drehen wir noch eine runde durch den volkspark.

zurück zuhause ist der liebste schon da. er ist leicht zu überzeugen, sich zu einer fußpflegeeinheit in den sessel zu setzen, während ich ihm die hornhautentfernungsgelsocken appliziere. während der liebste sesselt, widme ich mich den krautwickeln, die dann kurz nach ende der einwirkungszeit fertig sind. wir essen. danach setze ich mich noch für eine stunde an den schreibtisch und ziehe dann zum liebsten ins bett um.

auf zeit.de jetzt 174.000 infizierte insgesamt. in den letzten sieben tagen 5.900 neu-infektionen.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? - Dienstag 5. Mai 2020


Wir stehen gegen acht auf. Obwohl die Nacht kalt war, frühstücken wir draußen, für jeden ein Aufbackbrötchen mit Marmelade, Honig, Käse, Wurst und ein Apfel. Gartenrunde. Wir schrieben den Einkaufszettel für den Corona-Wocheneinkauf und brechen auf ins Städtchen. Bei Metzger, Lidl und dem Hofladen des Spargelhofs decken wir uns erfolgreich ein. 

Mittlerweile ist es grau geworden und regnerisch. Wir trinken einen Kaffee auf dem Sofa und genießen die Nougat-Croissants, die ich bei Lidl aus dem Brötchenknast geangelt habe, als die Autowerkstatt anruft, wir können das Auto abholen, bitte mit Maske.

Wir trinken weiter Kaffee, bis ich M. erreiche um zu erfahren, wohin wir das geliehene Auto liefern sollen. Wir richten ein kleines ländliches Dankeschön zusammen. Dann fahren wir zur Autowerkstatt, der Liebste löst unser Auto aus, ich fahre mit unserem Auto und er mit dem geliehenen zu M. Ich setze brav die Maske auf, bevor ich die Werkstatt betrete und noch eine Weile mit M. quatsche, bis der Liebste ebenfalls eintrifft. Ich erfahre von M. dass ihm die selbstgenäöhte Maske super passt, das freut mich sehr. Wir übergeben die Schlüssel für den Passat und machen uns wieder auf den Weg. Im Kofferraum unseres Autos steht eine Schachtel. Wie sich jetzt herausstellt, handelt es sich nicht um Gruscht des Liebsten, sondern um einen Opelscheinwerfer, den die Autowerkstatt versehentlich in unseren Kofferraum gelegt hat. Wir fahren also noch einmal zurück dorthin und danach nach Hause ins Gartenhaus. 

Trotz des grauen Wetters gönnen wir uns einen Gin Tonic und freuen uns über das zurückgekehrte Auto. Dann mache ich mich an die Spargeln – die ersten weißen Spargeln für uns in diesem Jahr. Dazu gibt es Chratzete mit Kräutern. Ich wende die Kaiserschmarrnwendetechnik aus Kitchen Impossible an, die bewährt sich auch hier. Nach einer Spazierrunde durch die Siedlung werfen wir die Heizung an, kochen Tee und lesen noch etwas. Gegen zehn ziehen wir ins Schlafzimmer um und hören noch einen Podcast.

Die Texte der anderen Tagebuchblogger finden sich bei Frau Brüllen.